Archiv August, 2009

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Aug
30

Harry Potter und die Heiligtümer

Joanne K. Rowling

An eine Rückkehr nach Hogwarts ist für Harry nicht zu denken. Er muss alles daransetzen, die fehlende Horkruxe zu finden, um zu vollenden, was Dumbledore und er begonnen haben. Erst wenn sie zerstört sind, kann Voldemorts Schreckensherrschaft vergehen…

Mit einem mehr oder weniger grausamen Verhör startet der letzte Teil von Harry Potter, in dem Severus Snape nur gegen Ende eine entscheidende Rolle spielt. Nach einer spektakulären Rettungsaktion Harrys durch die restlichen Mitglieder des Ordens, treffen die Freunde Vorbereitungen für das letzte große Abenteuer. Doch davor ist noch ein freudiges Ereignis zu feiern, die Hochzeit von Fleur und Bill im Fuchsbau.

Nachdem Harry, Hermine und Ron auch noch von ihrem Erbe erfahren, dass ihnen Dumbledore hinterlassen hat, brechen sie schneller als gewollt zur Jagd auf die verbliebenen Horkruxe auf. Es beginnt eine lange Zeit des Reisens, die ihnen immer wieder vor Augen führt, wie wenig sie eigentlich über ihren verstorbenen Schulleiter und den dunklen Lord wissen.

Mit gelernten Zaubern dringen sie in das Zaubereiministerium ein und besuchen den Friedhof von Harrys Eltern, sowie sein Elternhaus, auf der Suche nach Hinweisen. Während Harry Zweifel an seinem alten Schullehrer kommen, kommt es ebenfalls zu einem Streit zwischen den Dreien.

Nur durch seine ungewollte Verbindung zum dunklen Lord gelingt es Harry doch noch an Informationen zu kommen, die sie an ihr Ziel bringen und zur letzten Schlacht gegen den Erzfeind.

Über eineinhalb Jahre stand das Buch im Regal. Nach dem vorletzten Teil, der Halbblutprinz, hatte ich keine besondere Lust den letzten Teil zu lesen. Die Figur des Harry Potters ist mir in den letzten zwei Teilen einfach unsympathisch geworden. Er war zu glatt, hatte nicht wirklich eine Schwäche und seine Handlungen teilweise nicht wirklich die eines Teenagers, wenn auch Zauberer-Teenagers? Kurzum, das letzte Band reizte mich gar nicht. Doch der Vollständigkeit halber habe ich es gelesen und war zuerst wieder mal enttäuscht, zumindest die ersten 100 Seiten, doch das Ende ist gelungen. Die letzte Schlacht ist wirklich ein Showdown. Das letzte Kapitel hingegen empfand ich als sehr lieblos. Hier hätte ich von der guten Joanne mehr erwartet, nachdem ihre Hauptperson so viele Abenteuer durchgestanden hatte, wäre ein schöneres Kapitel angebracht gewesen.

Kurzum, für alle Harry Potter-Fans ein Muß. Für Halbfans lohnt es sich das Buch zu lesen, am Ende erfährt man noch viele Geheimnisse und Zusammenhänge. Nachdem der letzte Potter-Film eher ein Abklatsch, als eine Verfilmung des Buches ist, wird es dem letzten Teil wohl ähnlich ergehen. Daher doch lieber lesen, anstatt nur anschauen.


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Der verkannte Buchstabe

Aug
24


Er ist so unscheinbar wie seine Position im deutschen Alphabet und wenn man etwas genauer darüber nachdenkt, so ziemlich der überflüssigste Buchstabe, den es gibt. Kaum ein anderer Buchstabe lässt sich mit so einer Leicht- und Vielfältigkeit ersetzten wie dieser. Die Rede ist vom Y.

Allein schon als Vorletzter genannt zu werden, macht ihn zur absoluten Nebensächlichkeit. Er fristet ein unansehnliches Dasein zwischen dem „X“ und „Z“. Das wäre nicht einmal so tragisch, viel schlimmer die Tatsache, dass dieser Buchstabe eigentlich kaum zu gebrauchen ist und vor allem sehr gut zu ersetzen durch andere, wie das gute alte „I“, das „J“ und sogar die Umlaute „Ö“ und „Ü“ lassen sich hervorragend nutzen, um ihm die Berechtigung als Buchstabe vollständig abzusprechen.

Kaum ein Buchstabe wird so wenig verwendet wie das „Y“. Schon in der Schulzeit war einem dieser Buchstabe durchaus suspekt, denn selbst Lehrer hatten Schwierigkeiten ein Wort mit diesem Konsonanten zu finden und das Einzige was einem dazu heute noch einfällt, ist ein etwas falsch anmutendes Wort Yoghurt, das man in Wirklichkeit Joghurt schreibt. Nur die wenigstens Grundschullehrer würden auf die Idee kommen, Erstklässlern zu erklären, was Yoga ist, auch wenn dies wahrscheinlich für das „Y“ mehr Sinn machen würde, als Gymnastik.

Was also stimmt nicht mit dem Ypselon, das man bekanntlich Öpselon ausspricht?

Was hat dieser Buchstabe verkehrt gemacht im Laufe der Jahrhunderte?

Konnte es sich nicht richtig in die deutsche Sprache integrieren oder muss es grundsätzlich einen Außenseiter geben, damit andere, in dem Fall die restlichen 25 besser dastehen?

Ist der Rhythmus eins der wenigen Worte, der diesem Außenseiter Asyl gewährt und warum ist es ausgerechnet das Wort Asyl in dem der Buchstabe ebenfalls eine Zuflucht findet?

Was verleitet die Lyrik zu ihrem Y? Hat sie die Schönheit erkannt, die diesem Konsonanten innewohnt?

Vermissen würde wir das Y nicht, wenn es nicht mehr wäre. Selbstverständlich wäre ein Rhöthmus etwas gewöhnungsbedürftig, auch das Asül lese sich einige Wochen schräg und die Lürik wandelt sich im Laufe der Jahrhunderte sowieso mehr oder weniger ständig und frönt lieber dem Sinneschaos, als einer ordentlichen Schreibweise.

Vielleicht ist aber das Y gerade deshalb im Zynismus anzutreffen. Ist es der Wissenschaft doch wenigsten zu einem dienlich, nämlich das eine Geschlecht vom anderen zu unterscheiden, auch wenn es sich hierbei nur um ein winziges Chromosom handelt, das bei genauer Betrachtung eben so gut ein „V“ sein könnte.

Auch die Karriere in der Mathematik ist nicht so verlaufen, wie vielleicht erhofft, denn es ist letztendlich das „X“ nach dem immer gefahndet wird und das Y mehr ein Mittel zum Zweck und ebenfalls austauschbar durch jeden beliebigen Buchstaben. Denn in Formeln macht es keinen Unterschied, ob es nun das „Y“ oder das „W“ ist, das da stehen möge, als Variable und genau so ist wohl auch sein Schicksal variabel zu sein. Denn die Y-Achse wäre ebenfalls keine andere, würde sie V-Achse heißen.

Erstaunlicherweise hat es der Buchstabe noch weiter in die Wissenschaft geschafft, was wäre die Physik ohne das gewisse etwas oder die Physiologie und selbst die Psyche wäre seltsam anzuschauen, wäre sie bloß die Psüche. Und so stellt sich die Frage, ob es die Eigenschaft der Analyse an sich ist, die das „Y“ zu dem macht, was es ist.

Wahrscheinlich ist es die Gewohnheit, die uns an diesem kleinen Buchstaben festhalten lässt, denn so selten wie das Wort Xylophon, benutzen wir auch den verkannten Konsonanten zwischen „X“ und „Z“. Den ewig Vorletzten, für den sich niemand interessiert.

Mit Recht kann man sagen, das die deutsche Sprache Y-feindlich ist, denn selbst schön klingende Worte wie Symphonie sind die Ausnahme in einem geregelten Wortschatz.

Aus Zyklen werden Kreisläufe. Von Mythen wird es weniger geben, als mehr und werden sie oft schon Märchen und Erzählungen genannt. Ein Relikt im Alltag der Sprache, nur nützlich in Worten wie Hymne, zum Aussterben verurteilt, wie die Hieroglyphen und doch so hartnäckig wie das Wissen an sich, in einer Enzyklopädie.


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