Rammstein Interpretationen – Mann gegen Mann
Mai
01

Nachdem auf Affenknecht nachgelesen werden kann, dass Till Lindemann sich der Chiffrelyrik bedient, man in diesem Gott verdammten Internet kein wirklich ordentliches Beispiel für diese Form findet, ich ein ausgesprochener Fan von Lindemanns Lyrik und Songtexten bin, treibt es einen quasi zwingend in den Selbstversuch.
Wikipedia und andere Quellen beschreiben Chiffren in der Lyrik als verschlüsselte Worte in Texten, die in sich eine andere oft komplexe Bedeutung bergen. So bleibt die tatsächliche Aussage nur Eingeweihten vorbehalten. Über Interpretationen Außenstehender kann entweder geschmunzelt oder gestaunt werden.
Ein nicht unbekannter Philosoph machte eine Bemerkung zu Dichtern und denjenigen, die die Werke derer interpretieren, die sie schrieben. Er sprach den Interpretierenden wesentlich mehr Wissen über die Werke zu, als den Verfassern. Ob das nun Sokrates oder Platon war, weiss ich nicht mehr. Wahrscheinlich war es Nietzsche.
Auf der Suche nach den Chiffren…
Mann gegen Mann
(Till Lindemann – Rammstein – Album Rosenrot)
Das Schicksal hat mich angelacht
Annährend ähnliche Formulierungen findet man in vielen Werken. „Ein Hauch Schicksal“, „Das Schicksal herausfordern“, „Das ist Dein Schicksal“. Es geht um das Akzeptieren seiner selbst, so wie man ist. Eine positive Formulierung.
Und mir ein Geschenk gemacht
Positive Formulierung des Seins, wie es ist.
Warf mich auf einen warmen Stern
Hier kann man viele Punkte anführen. Stern als Synonym für eine doch sehr verschworene eigene Gesellschaft, eine andere Welt, die für sich existiert. “Warm” als Anspielung auf “warmer Bruder”, kann, muss aber nicht.
Der Haut so nah dem Auge fern
Der Unterschied äußert sich in Gefühlen und Zuneigung, nicht im Aussehen. Denn letztendlich liegt der Unterschied nicht in der Optik.
Ich nehm mein Schicksal in die Hand
Klare Doppeldeutigkeit. Hat sowohl Gültigkeit für das eigene Leben als solches (Beruf, Karriere, Privatleben), als auch das Intime seiner selbst und anderer.
Mein Verlangen ist bemannt
Klare Formulierung, aber ein sehr schönes Wortspiel: Verlangen nach dem Mann.
Wo das süße Wasser stirbt
Weil es sich im Salz verdirbt
Erster Chiffrenverdacht!
Diese zwei Zeilen sind wirklich nicht einfach. Süßes Wasser kann an vielen Stellen „sterben“. Flüsse münden in das Meer, das Untergehen in der Masse? Das Salz als Synonym für den „giftigen“ Aspekt in einer „reinen“ Gesellschaft des Normalen? Süßes und salziges Wasser mischt sich nicht in ruhenden Gewässern. Vermischen sich die Gesellschaften nicht? Gibt es nur gewisse Berührigungspunkte, bei denen das Eine ins Andere übergeht und doch zu dem Einen, dem Wasser wird? Wasser sieht man nicht an ob es süß oder salzig ist, erst wenn man es kostet…
Trag ich den kleinen Prinz im Sinn
Schönes Wortspiel bezogen auf ein Märchen gekoppelt an das eigene Geschlecht. Nicht anrüchig, eher niedlich.
Ein König ohne Königin
Der Herrscher über sich selbst und sein Geschlecht, das andere ist überflüssig.
Wenn sich an mir ein Weib verirrt
Klare Aussage.
Dann ist die helle Welt verwirrt
Die „helle“ Welt kann man als die der „Heteros“, aber genauso gut als die der „Homos“ ansehen. Rein gesellschaftlich betrachtet macht es keinen Unterschied, denn letztendlich finden sich überall welche, die lächeln oder sich pickieren.
Mann gegen Mann
Hier könnte genau so gut „Frau gegen Frau“ oder „Mensch gegen Mensch“ stehen.
Der Geschlechterkampf schlechthin, „Mann gegen Frau. Ich gegen Dich. Ich gegen mich.“ Und wer ist schon ich?
Meine Haut gehört den Herren
Na, wem denn sonst? Man ist doch selbst “ein”er und auch sein Eigener. Hoffentlich.
Mann gegen Mann
Gleich und gleich gesellt sich gern
Wer möchte da widersprechen?
Mann gegen Mann
Ich bin der Diener zweier Herren
Wieder eine Zweideutigkeit, die man aber definitiv nicht als Chiffren auslegen kann. Es ist ein geschicktes Wortspiel. Diene dir selbst und deinem besten Stück. Diene dir und dem, den du am meisten liebst.
Mann gegen Mann
Gleich und gleich gesellt sich gern
Ich bin die Ecke aller Räume
Zweiter Chiffrenverdacht!
Hier kann man folgende Interpretation anbringen: Die Ecken sind die Aussenseiter des Ganzen, so fühlt es sich immer an, als sei man die Ecke der Gesellschaft, die das Ganze an sich abgrenzt, um überhaupt zu sein. Die Extremen der bunten Mischung eines klar eingegrenzten Seins. Dazugehörig, aber doch immer am Rande.
Oder doch was ganz anderes?!
Ich bin der Schatten aller Bäume
Dritter Chriffrenverdacht!
Möchte man den Baum als Phalussymbol betrachten, dann ist der Baum das simpelste, das sich in der Natur findet. Der Schatten an sich, steht immer hinter einem selbst und jeder hat einen.
In meiner Kette fehlt kein Glied
Wenn die Lust von hinten zieht
DAS ist auf jeden Fall alles, aber garantiert kein Chiffre. Es ist ein wunderschönes Wortspiel. Sehr gelungen in seiner anmutigen Zweideutigkeit. Die Kette als Symbol eines geschlossenen Kreiese. Das schwächste Glied ein Teil davon. Jeder gehört dazu und keiner verschmäht Schmuck und die Lust an sich, womit auch immer er sich schmücken mag. “Erlaubt ist, was gefällt.”
Mein Geschlecht schimpft mich Verräter
Hier geht es um die klassische Rolle des Mannes, als Mann, Vater, Versorger und Zeuger. Mit “mein Geschlecht” ist das “normale” Männliche gemeint.
Ich bin der Alptraum aller Väter
Nun, auch diese Zeile entbehrt der Interpretation. Wobei man sich nicht mehr sicher sich sein kann. Will ein homosexuelles Paar zwingend ein homosexuelles Kind und welchen Wunsch verspüren die Großeltern? Man darf ruhig zweifeln. Die Meinungen sind interessant.
Mann gegen Mann
Meine Haut gehört den Herren
Mann gegen Mann
Gleich und gleich gesellt sich gern
Mann gegen Mann
Doch friert mein Herz an manchen Tagen
Zweifel an sich selbst. Vorwürfe und Angst vor der Einsamkeit. Vielleicht auch das Isoliertsein vor dem Coming-Out. Vorurteile der Masse, Liebeskummer (was allerdings geschlechtsneutral ist).
Mann gegen Mann
Kalte Zungen die da schlagen
Hier geht es um die üble Nachrede. Familie, Verwandschaft, Nachbarn und scheinbare Freunde.
Schwuler
Mich interessiert kein Gleichgewicht
Anspielung auf Ying und Yang, das Gleichgewicht beider Geschlechter? Geschlechterkampf schlechthin? Wer oder was ist denn im Gleichgewicht, wenn jede Art des Zusammenlebens Kompromisse birgt?
Das Gleichgewicht der Gesellschaft als solche. Wo bin ich? Wo ist mein Platz? Was bin ich? Wo darf ich sein? Wo will ich sein?
Mir scheint die Sonne ins Gesicht
Anstatt Ying und Yang wird die Sonne als Zentrum herangezogen. Sie ist und bleibt ein und der wichtigste Teil. Das Zentrum. Wir sind alle gleich. Alles dreht sich um die Sonne. Jedem scheint sie ins Gesicht. Der Unterschied beruht woanders, nicht im Sein als solches. Vielleicht weit hergeholt, aber erklärend.
Doch friert mein Herz an manchen Tagen
Kalte Zungen die da schlagen
Schwuler
Mann gegen Mann gegen Mann





Vega
Eine Rammstein-Interpretation von einer Insiderin!
Das habe ich wirklich noch nie gesehen. Höchstens die oberflächlichen falschen Überinterpretation von Menschen ohne lyrisches Gespür.
Deine Interpretation ist sehr schön gemacht!
Zwei Anmerkungen habe ich noch:
»Ich bin der Schatten aller Bäume
Dritter Chriffrenverdacht!
Möchte man den Baum als Phalussymbol betrachten, dann ist der Baum das simpelste, das sich in der Natur findet. Der Schatten an sich, steht immer hinter einem selbst und jeder hat einen.
Doch was ist der Schatten? Ich glaube, man könnte ihn hier als die Homosexualität verstehen. Jeder “Baum” hat einen “Schatten”
»Ich bin der Alptraum aller Väter
Nun, auch diese Zeile entbehrt der Interpretation. Wobei man sich nicht mehr sicher sich sein kann. Will ein homosexuelles Paar zwingend ein homosexuelles Kind und welchen Wunsch verspüren die Großeltern? Man darf ruhig zweifeln. Die Meinungen sind interessant.
Ist hier nicht einfach gemeint, dass sich Väter davor fürchten, wenn ihre Söhne ein Coming-Out machen?
Aber alles in allem sehr schlüssig. Dickes Lob von meiner Seite!
Wagst du eine abschliessende Interpretation oder lässt du es so stehen?
Gruss Vega
Jo
Huhu Vega,
Insiderin? Nein, wo denkst Du hin! Eher eine Suchende nach den Chiffren, über deren Interpretation man schmunzeln kann. :-) Ob in den „verdächtigen“ Zeilen tatsächlich die Chiffren stehen, weiß ich leider nicht. Erfahren möchte ich es gerne.
Till Lindemann sagte einst in einem Interview, dass es jedem selbst überlassen ist, was er in die Texte der Band hinein interpretiert. Diese Einstellung gefällt mir sehr. Was bringt es einem Künstler dem Publikum eine Meinung und Ansicht aufzwingen zu wollen? Allerdings sind die Rammstein-Texte und die Lindemann-Lyrik eben nicht so oberflächlich. Deswegen macht es unheimlich Spaß sich mit ihnen zu beschäftigen. In vielen steckt eine ordentliche Portion Humor und Ironie.
Zu Deinen Anmerkungen.
Schatten und Bäume: Hier gibt es mit Sicherheit viele Interpretationsansätze. Jeder Mensch hat Schattenseiten, in jedem von uns ist viel des eigenen Geschlechts. Dein Ansatz gefällt mir.
Albtraum:
Ja, das ist mit Sicherheit auch gemeint. Diese Zeile ist sehr eindeutig.
Dein Lob ehrt mich sehr. Vielen lieben Dank!
Vega
Wieso denkst du, ist “Insiderin” übertrieben? Du bist ein Fan, der sich mit den Texten befasst, und somit schon viel mehr tut als der oberflächliche Otto Normalbürger, der Rammsteins Musik wegen ihrer vulgär wirkenden Art verteufelt.
Dass Lindemann sagt, er wolle dem Publikum keine Meinung aufdrängen, finde ich stark.
D.h. sie rechtfertigen sich nicht für ihre Texte. Sie lassen ihre Zuhörer entscheiden. Folglich gibt es viele Menschen, die sie einfach nicht verstehen (oder: nicht verstehen wollen). Diejenigen, die sie verstehen, werden jedoch belohnt.
Ich überlege gerade, ob ich mich auch mal an einen Text heranwagen möchte. Jedenfalls hast du mir einen Ansporn gegeben :)
Und: gern geschehen.
Gruss Vega
Jo
Hallo Vega,
gut, unter dem Gesichtspunkt akzeptiere ich den “Insider” sehr gerne.
An solche Texte kann man sich ruhig ran wagen. Nur zu. Ich lese sehr gerne andere Meinungen zu solchen Sachen. Welcher schwebt Dir vor?
VG
Jo
Vega
Hi Jo,
Ach, da war ja noch was :)
Ich hab jetzt angefangen mit der Interpretation. “Spieluhr”.
Wird noch ein oder zwei Tage dauern, bis ich fertig bin, aber ich bin schon gespannt, auf was für eine Deutung ich kommen werde.
Jo
Huhu Vega,
ui, fein. Ich bin gespannt und werde auf jeden Fall reinlesen.
VG
Jo
Homo
Hallo,
ich finde Rammstein hat sehr positiv über Homosexualität und negativ über die Diskreminierung geschrieben. Erst wenn man das durchlebt, versteht man den Text:
Das Schicksal hat mich angelacht
Und mir in Geschenk gemacht
Warf mich auf einen warmen Stern
Der Haut so nah dem Auge fern
Ich nehm mein Schicksal in die Hand
Mein Verlangen ist bemannt
Also will heißen, dass der Homosexuelle seine Neigung sich selbst nicht ausgesucht hat, sich damit arrangiert, gut damit lebt und sogar als Geschenk ansieht.
Wo das süße Wasser stirbt
Weil es sich im Salz verdirbt
Erster Kritik von Rammstein gegen Homophobie. Kennst den Ausspruch “Salz in der Suppe” es stört. Doch auf dem Planeten haben wir nun mal Süß- und Salzwasser. Der Homophobe will aber nur sein Süßwasser und sieht Homosexualität als Salz (in der Suppe) , als ungenießbar an.
Trag ich den kleinen Prinz im Sinn (Denkt an Männer, kleiner Prinz als wertvollen Schatz)
Ein König ohne Königin (will keine Frau, sondern Mann und sieht sich selber als König und nicht als Bauer)
Wenn sich an mir ein Weib verirrt
Dann ist die helle Welt verwirrt (hat sich so gut damit arrangiert, dass er keine Frau mehr will)
Mann gegen Mann (Der heterosexuelle Mann gegen den homosexuellen Mann)
Meine Haut gehört den Herren
Mann gegen Mann
Gleich und gleich gesellt sich gern
Mann gegen Mann
Ich bin der Diener zweier Herren
Ich bin die Ecke aller Räume
Jeder Raum hat eine Ecke. Gehört einfach dazu. Oft aber als negativ behandelt : dunkle Ecke, Ecke stehen wenn man unartig war. Also der gerade Hetero Raum mag die homosexuellen Ecken nicht, kapiert aber nicht, dass die einfach zum Raum an sich (Gesellschaft) dazu gehören
Ich bin der Schatten aller Bäume
Auch hier. Schatten wird gerne als negativ betrachtet. “Im Schatten eines Menschen stehen” Doch auch hier, kann es nicht immer hell (hetero) sein, sondern ein Baum wirft nunmal einen Schatten. Es gehört dazu. Phallus sehe ich hier nun gar nicht.
In meiner Kette fehlt kein Glied
Wenn die Lust von hinten zieht
Analverkehr ist die Lust von hinten. Und als Glied der Gesellschaft fühlt er sich trotzdem. Hat ja seine Freunde etc. Da braucht der Homosexuelle nicht die Zustimmung von ein paar Homophoben.
Mein Geschlecht schimpft mich Verräter
Bezug auf Mann gegen Mann. Der Heterosexuelle Mann beshcimpft den omosexuellen als nicht männlich und Verräter seines Geschlechts. Viele Heterosexuelle Männer haben übrigens angst, als nicht männlich genug dar zu stehen. Persönlich finde ich das lächerlich (oder hast du schon einmal einen Mann gehört, der zu einem anderen sagt “der sieht aber gut aus” NIE würde er das machen aus angst, man könnte ihn als homosexuell einstufen)
Ich bin der Alptraum aller Väter
Klar, Angst, dass der starke männliche Vater plötzlich einen angeblich verweichlichten schwulen Sohn hat, ist für manche ein Alptraum.
Doch friert mein Herz an manchen Tagen
Obwohl dem Homosexuellen solche homophoben Äußerungen der Gesellschaft egal sind und gut lebt, gibt es immer noch Situationen, wo diese Ignoranz ihm sauer aufstösst
Kalte Zungen die da schlagen
siehe Aussagen der Katholischen kirche, Schwulenverfolgung in Osteuropa, In Russland verboten, in einigen Teilen der Erde unter Todesstrafe. Deswegen gibt es ja auch jjährlich die Schwulenparaden. Nicht weil man so gerne feiert, sondern weil die Gleichstellung immer noch nicht an gekommen ist. Siehe Ehe.
Also für mich als Homosexueller ein Großes Lob an Rammstein für dieses Lied
Jo
Hallo Homo (wer auch immer Du sein magst),
erst einmal vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar. Ich denke nicht, dass Rammstein negativ über Homosexuelle geschrieben hat, sondern das viele Sachen zu oberflächlich interpretiert werden. Nur weil “Mann gegen Mann” hart klingt und in unserem Sprachgebrauch so angesiedelt ist, denke ich nicht, dass es zwingend burtal gemeint ist. Denn man tauscht schliesslich auch das eine gegen das andere.
VG
Jo
JVP
Ich bin “der Diener zweier Herren”.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Diener_zweier_Herren
Jo
Hallo JVP,
vielen Dank für den Wiki-Link. Das ist natürlich sehr interssant, unter dem Aspekt würden die Zeilen natürlich eine ganz andere Bedeutung bekommen.
Hm, wollte als nächstes “Zwitter” in Angriff nehmen. Bin selbst gespannt.
VG
Jo
ApertureTech
Ich sehe ja in der Zeile mit dem Wasser noch was ganz anderes. Hab ich so bisher noch nirgendwo gefunden, würde mich mal interessieren ob das plausibel erscheint:
Wo das süße Wasser stirbt
Weil es sich im Salz verdirbt
Meiner Meinung nach ist das eine ziemlich biologische Anspieleung. Mit dem “süßen Wasser” könnte… nun ja damit könnte Sperma gemeint sein. In der Spermienflüssigkeit ist unter anderem Zucker enthalten (für den langen Weg derselben). Und das Salz… Sagen wir mal, in der Frau ist da eine saure Umgebung, die tatsächlich Spermien verlangsamt und tötet. Hört sich unsympathisch an, ich denke das ist hier Tills Chiffre.
Jo
Hallo ApertureTech,
nach Deiner Beschreibung klingt es plausibel klar. Allerdings verwehre ich mich ein bisschen dagegen, dass bei Lindemann alles, aber auch wirklich alles auf Sex zurück geführt wird, auch wenn das sehr oft thematisiert wird und die Texte ausgesprochen oft zweideutig und voller Anspielungen sind. Es kann natürlich auch zutreffen. Wir wissen es nicht.
Vielen Dank für Deine Gedanken.
VG
Jo
[Interpretation] Rammstein – Spieluhr » raVenport
[...] Johannas Blog Jo’s Truth eine sehr schöne und gut gemacht Interpretation des Rammsteinliedes (Mann gegen Mann) gelesen. Als Rammstein-Fan hab ich’s dann nicht aus meinem Kopf schlagen können, selber einen [...]
Gast
Ich bin der Alptraum aller Väter.
Soll evtl. heißen, dass kein Vater gern einen Schwulen zur Welt bringt, 1 sein Ansehen, 2 sein Erbe/ Familienerbe, 3 Selbstzweifel.
Jo
Hallo Gast,
ja, die Zeile “ich bin der Alp(b)traum alle Väter” ist schon sehr eindeutig. Hm, eigentlich seltsam. Gibt es nicht so manchen schwulen Vater? Was der wohl denkt, bei diesen Zeilen?
Danke für Deinen Kommentar.
Lars
Hallo! Lange habe ich heute mal nach einer Interpretation für diesen song gesucht, besonder nach den Zeilen:
Wo das süße Wasser stirbt / Weil es sich im Salz verdirbt
Trag ich den kleinen Prinz im Sinn / Ein König ohne Königin
um mal zu sehen ob jemand das gleiche denkt wie ich, oder ich einfach zu sexistische Gedanken habe (was ich mir auch bei Till eigentlich immer sehr gut vorstellen kann)
Und zwar denke ich, dass das süße Wasser das ist, was man trinkt … und es als salziges Wasser ausgeschieden wird – da Urin bekanntlich etwas salzig schmeckt.
Und er trägt dort den kleinen Prinzen (Piercing Freunde wissen was gemeint ist – der Prinz Albert!) im Sinne, dass ER (der Schwule) ein König ohne Königin ist … da er auf Männer steht und nie eine Frau möchte.
Und auch ansonsten zum Albtraum aller Väter; dass kein Vater einen schwulen Sohn möchte … da haben doch alle Angst vor.
Soviel zu meiner scheinbar alleinigen Interpretation, welche ich mir aber bei einem Songwriter wie Till sehr gut vorstellen kann. Und nein, ich bin nicht schwul, habe aber auch einen kleinen Prinzen ;)
Jo
Hallo Lars,
ja, die Zeilen mit dem süßen und salzigen Wasser scheinen viele zu beschäftigen. Der Ansatz ist auch gut denkbar. ApertureTech (einge Kommentare davor) hat einen ähnlichen. Lindemann ist viel an sexistischen Metaphern zuzutrauen. Es ist aber auch ein schönes Wortspiel und vielleicht nur dem Reim geschuldet. ;-)
Vielen Dank für Deinen Kommentar. Mag sich noch jemand an Zwitter probieren? Bitte hier lang: http://www.jos-truth.de/2012/03/rammstein-interpretationen-zwitter/ :-)