Archiv Juni, 2010

Steindrachen

Jun
29

Kasimir

Draussen im Garten schläft ein Drache. Direkt unterm Lavendelstrauch hat er sich zusammen gerollt, die Schnauze auf den Pranken liegend.


Sein Name ist Kasimir und er gehört zur Gattung der Steindrachen.


Steindrachen schlafen den ganzen Tag und lassen sich die Sonne auf die Schuppen scheinen. Das hat seinen Zweck, denn nur mit der Hitze und dem Licht der Sonne können diese Drachen in der Nacht Feuer speien.


Wenn es dunkel wird und sie sich unbeobachtet fühlen, stehen sie vorsichtig und sehr langsam auf. Oft hört man ein ganz leises Knistern und Splittern, so als würden sich kleine Steinchen von einem Felsen lösen. In Wirklichkeit sind es die Schuppen, die kaum hörbare Geräusche machen, wenn Kasimir aufwacht und sich streckt. Meistens schlägt er einige Male träge mit den Flügeln, bevor er sich in die Nacht aufmacht.


Pünktlich zum ersten Sonnenstrahl nimmt er seinen Schlafplatz ein. Was er wohl die ganze Nacht treibt? Ich sollte ihn einmal fragen.

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Die Pestglocke

Jun
25

Die Pestglocke

Patrick Dunne

Die junge Archäologin Illaun Bowe entdeckt auf dem Pestfriedhof eines irischen Städtchens eine lange verschollene Madonna. Sofort beginnt sie, die Wahrheit hinter dem Mythos um die Heilkräfte der Statue zu erforschen. Da erschüttert ein brutaler Ritualmord den Ort. Und damit nicht genug! Offenbar wurde bei ihren Ausgrabungen ein Pesterreger freigesetzt. Nur Illaun erkennt, dass die Todesfälle auf teuflische Weise zusammenhängen – und ein Sterbender prophezeit ihr, dass dies erst der Anfang sei…

Achtung Verriss!

Der Klappentext hat so gut wie gar nichts mit der Handlung zu tun. Die Geschichte geht sehr viel versprechend los, wenn auch anders dargestellt, als auf dem Waschzettel, denn bereits im Prolog wird die Leiche gefunden, die eine Zeit lang eine völlige Nebenrolle spielt. Die Protagonisten ist irgendeine Frau, eine Archäologin, die anscheinend die üblichen Probleme hat. Sie findet die Statue noch nicht mal selbst, sondern ihr Team. Als dann bei dem zufälligen Fund auch noch ein Bleisarg seinen flüssigen Inhalt auf einen Mitarbeiter entleert, denkt man das Buch wird richtig gut. Als auch noch der besagte Mitarbeiter im Krankenhaus an einer Krankheit stirbt, die weder zum Krankheitsbild Pest noch sonst was passt, liest man gerne weiter. Und dann….ja dann…kommt der Anfang vom Ende und das bereits auf Seite 79 von 378!

Plötzlich wird aus dem „Kelten“-Thriller eine Mischung aus Beziehungskrise der verlobten Protagonisten, ein Rassenkonflikt in einem irischen Nest in der Nähe von Dublin aufgrund des Ritualmordes, zu dem, wie sollte es auch anders sein, ein Spezialist aus Südafrika eingeflogen wird UND na, jetzt darf man raten, dieser selbstverständlich Ursache für die Beziehungsprobleme wird. Nebenher beschäftigt sich die Protagonistin selbstverständlich ebenfalls mit der pubertierenden Tochter ihrer besten Freundin, verkuppelt die Freundin mit dem Bullen, der irgendwie in allen Fällen ermittelt und man wird den Eindruck nicht los, dass in diesem Buch sowieso schon jeder mit jedem was hatte oder haben wird. Was das alles mit dem Fund zu tun hat und dem Mord? Gar nichts, ausser dem Südafrikaner, der selbstverständlich Pathologe ist!

Auf Seite 150 weiß man bereits, wer vermutlich der Mörder sein wird und kann erahnen, wer wie mit der Sache im Zusammenhang steht. Der einzig interessante Charakter eines Fremden, der plötzlich in dem unter Quarantäne stehenden Städtchen auftaucht, kommt viel zu kurz und mittendrin liegt auch noch der Vater der guten Illaun, aber auch das nur eine Nebensächlichkeit, die zur Handlung nichts beträgt, genau wie die vielen Charaktere, die in diesem Buch auftauchen, irgendeine völlig belanglose Rolle einnehmen, im Sterben.

Das beste ist aber der Titel des Buches, der ist entweder ein total hirnverbrannter Übersetzungsfehler (öhm ne, ist er nicht, auch der englische Titel macht nicht wirklich Sinn) oder aber so tiefgründig, dass es sich dem Leser nicht wirklich erschließt, was es damit auf sich hat (ausser Lazarus als Schutzpatron). Die Statue, ihr Fund und ihre Geschichte sind eher schmückendes Beiwerk in einer flachen Handlung. Bis Seite 79 wäre es eine wirklich gute Geschichte gewesen und dabei hätte es der Autor auch belassen sollen.

Schlecht, einfach nur schlecht!

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Akrostichon

Jun
22

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Akrostichon


Alles kannst du geben

Tief, letztendes flach

Eingehaucht in jeden

Mit dir und danach.


In Dir ist Alles

Säugling erster, Letzter vom Greis

Tun auf Geheiß.


Leben mit dir

Egal wann sie sind

Bindest sie zwingend

Einmal genommen

Niemals gehalten.

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Challenge – All you need is…Fantasy!

Jun
19

Es ist ja nicht so, dass man nicht liest. Doch bei einem ziemlich großen SuB fällt es manchmal sehr schwer eine Entscheidung zu treffen, welches Buch als nächstes gelesen wird.

Mittlerweile ist der Anteil der Fantasy-Bücher in meinem SuB sehr hoch und als ich auf Soleils Blog die neue Challenge entdeckt habe, kann ich nicht widerstehen. Vor allem, weil die Challenge wirklich schön eingeleitet ist und wieder einmal viel Arbeit dahinter steckt. Da muss man einfach mitmachen.

Das Genre Fantasy ist breit gefächert, sodass man bis zu zwölf Stationen „ablesen“ kann. Eine tolle Idee und für drei Stationen winkt auch noch ein Buchpreis, für alle zwölf sogar ein Buchpaket.

Start ist der 01.07.2010 und es kann bis zum 01.07.2011 mitgechallenged werden. Alle weiteren Infos kann man hier nachlesen.

Die ersten drei Bücher für die Challenge sind schon identifiziert. Ab Juli mehr.

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Du sollst nicht lügen!

Jun
17

Du sollst nicht lügen

Jürgen Schmieder

Ohne Lügen geht es nicht, sagen die einen. Würden alle Menschen stets die Wahrheit sagen, wäre nicht nur Streit, sondern gar der 3. Weltkrieg vorprogrammiert. Andere dagegen wie der Philosoph Immanuel Kant etwa halten Ehrlichkeit für die wichtigste aller Tugenden.

Kann ein Mensch in einer Gesellschaft, die das Lügen nicht nur toleriert, sondern in den meisten Fällen auch noch belohnt, überhaupt überleben, wenn er nur noch die Wahrheit sagt? Der Journalist Jürgen Schmieder hat vierzig Tage lang versucht, konsequent ehrlich zu sein: im Ehebett, bei der Steuererklärung, beim Pokern – und natürlich gegenüber sich selbst. Herausgekommen ist ein urkomisches und doch nachdenkliches Buch.

22 Kapitel für 40 Tage. Doch 22 Kapitel reichen vollkommen aus, um den Protagonisten in allen uns nur zu gut bekannten Situationen zu erleben. Hier liest man Alltag und manchmal furchtbar langweilig. Da steht er also am Bahnhof, ist genervt von der Mitarbeiterin der Bahn und scheißt sie mal so richtig zusammen. Wer wünscht sich das nicht? Öfter mal den Mut zu finden endlich das zu sagen, was man gerade denkt. Im Büro bekommt er so richtig die Meinung gegeigt, er sucht nach den Lügen in der Religion, die Aussprache mit den Geschwistern, der Verrat am besten Freund und die Vorwürfe an die Eltern. Alles mit den entsprechenden erwarteten und unerwarteten Konsequenzen.

Jürgen Schmieder schildert Situationen aus unser aller Leben, in denen wir entweder uns gekonnt aus der Affäre ziehen, indem wir lügen oder lediglich etwas verschweigen oder aber ehrlich sind. Wobei manche nicht ehrlich sind, sondern einfach nur gemein.

Zwar schreibt Schmieder sehr gut und an vielen Stellen durchaus sehr lustig, das hat mir wirklich gut gefallen, aber er schreibt nun mal über sich. Fast bekommt man den Eindruck, dieses Buch ist der niedergeschriebene Selbstfindungstrip eines Kurz-vor-Dreißigjährigen, dem im Leben noch nie wirklich etwas Schlimmes passiert ist. Warum auch nicht? Sein Vergleich mit Dorian Gray und die Bezeichnung der Dorian Gray-Generation ist durchaus treffend. Bisher dachte jeder in diesem Alter er gehöre zur Generation X. Man findet sich in der ein oder anderen Situation wieder und kommt ein bisschen ins Grübeln, aber nicht wirklich.

Lesenswert? Wer sich gerne ein bisschen mit Gesellschaftskritik beschäftigt und trotzdem leichte Unterhaltung sucht, der wird an diesem Buch wirklich seine Freude haben. Jürgen Schmieder schreibt keineswegs langweilig, es sind eher die Situationen, auch schafft er es, nicht voll in irgendwelche Klischees abzudriften und diese ordentlich auszudappen.

Persönlich habe ich von diesem Buch etwas mehr erwartet. Nun gut, Geschmäcker sind verschieden.

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