Archiv Juni, 2010

iPad vs. Buch und Zeitung

Jun
10

Keilschrift -> Tonscherben -> Papyrus -> Pergament -> Papier ->Druck ->Bücher -> Zeitungen -> Internet ->iPad!


Äpfel sind im Trend und es werden zahlreiche iPad-Tests gemacht, meist sehr technische. Zeit für den Alltags-Tauglichkeitstest!


Es treten an: Innovatives vs. Altbewährtes! iPad vs. Buch und Zeitung! Wer wird siegen?


In den folgenden Situationen werden die Reaktionen eines iPad- und eines Buch- bzw. Zeitungsbesitzers geschildert.


Runterfallen: z.B. vom Tisch, Sofa, Stuhl oder einfach aus der Hand rutschen.


iPad-Besitzer reagiert mit:

Panik bis hin zum Schockzustand, danach verzweifelte Tränen (auch bei männlichen iPadlern ausgeprägt).Erster Gedanke: „ Oh Gott, ich muss sterben!“, bei längerem Besitz, meist nach zwei Wochen auch „Oh Gott, WIR müssen sterben!“ Mit „wir“ ist in dem Fall, der iPadler und sein Gerät gemeint, das er längst als Freund angenommen hat.


Buch- bzw. Zeitungsbesitzer reagiert mit:

Augenrollen, ggf. umständlich bücken und aufheben.


Mobilität: Draussen in der Sonne, in der Badewanne und am Strand.


iPad-Besitzer reagiert mit:

Schattenhocken und heller Teint wird zum Trend. Badet nicht mehr aus Überzeugung. Duscht nur noch sehr kurz, um möglichst schnell wieder bei seinem iPad zu sein. Ebenfalls Schattensuche und Erfindungsreichtum, um das gute Stück vor Sand, Hitze und Sonnencreme zu schützen.


Buch- bzw. Zeitungsbesitzer reagiert mit:

In allen drei Situationen:Lektüre aufschlagen und lesen.


Gemütlichkeit: Saft, Kaffee, Wein, Kekse und alles andere was flüssig, fettig, krümmelig und matschig sein kann und gerne aus Versehen verschüttet wird.


iPad-Besitzer reagiert mit:

Fluchen, Panik, Hektik. Teilweise völlig unüberlegte Handlungen, die als Rettungsversuche gewertet werden können, um Flüssigkeiten und andere Substanzen ggf. selbst mit dem teuren Pulli oder der Zunge schnellstmöglich vom Gerät zu entfernen. Dann wieder Tränen und erneute Panik.


Buch- bzw. Zeitungsbesitzer reagiert mit:

Fluchen und Abwischen, ggf. zum Trocknen aufhängen, bei Zeitungen teilweise keine Reaktion.


Mehrzwecktauglichkeit: Jagd nach unliebsamen Insekten, Unterlegen von Schränken oder Tischbeinen und Geschenkpapierersatz.


iPad-Besitzer reagiert mit:

Hilflosigkeit! Es wird nach geeigneten Ratgeber-Apps gesucht.


Buch- bzw. Zeitungsbesitzer reagiert mit:

Beherztem Zuschlagen, unterlegen des wackeligen Möbelstücks und Suche nach geeigneten Motiven und Artikeln passend zum Geschenk.


Gesellschaftstauglichkeit: Ausleihen und verschenken.


iPad-Besitzer reagiert mit:

Nimmt das Gerät beschützend in den Arm und mit einem verteidigenden Blick, der so viel aussagt wie „Neeeeeeeeeeeein, das ist meins!“, schüttelt er vehement den Kopf. Manchmal ist auch ein Schnauben zu vernehmen.

buch lesen


Buch- bzw. Zeitungsbesitzer reagiert mit:

Klar! Nimm mit, schon durchgelesen.


Fakt: Klarer Sieg für Buch und Zeitung! Wird wohl an der Erfahrung liegen.


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STUTTGART-tierisch gut?

Jun
08

Stuttgart - tierisch gut?

Fünfzig Raps, Geschichten und Gedichte über Stuttgart. Witzig und augenzwinkernd, nachdenklich, erfunden und wahrhaftig. Geschrieben von jungen Autorinnen und Autoren der Klassen 5 – 7.

Am Anfang war ein großer Tüftler und Zauberer. Dem kippten zwei Reagenzgläser um – Stuttgart war geboren! Kreuz und quer durch die Stadt geht es in den Texten: von der Königsstraße zum Fernsehturm, von der Wilhelma zum Eckensee. Einem Banküberfall am Hölderlinplatz folgt eine wilde Verbrecherjagd. Der Biber, Wappentier von Feuerbach, baut einen privaten Swimmingpool für seine anspruchsvolle Frau. Ein Scout vom VFB Stuttgart ist auf der Suche nach jungen Talenten und ein Obdachloser findet ein großes Glück…

Die Stadt hätte gut eine ganz andere sein können. München, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf oder Hamburg, völlig egal. Denn hier geht es in erster Linie nicht um die Stadt, obwohl sie Thema ist, sondern darum mal wieder „anders“ zu lesen.

Seit Harry Potter schämt sich wohl kein Erwachsener mehr auch Kinder- und Jugendbücher im Regal stehen zu haben. Hier geht es um die Geschichten der Kinder und Erwachsenen von Morgen. Was sie denken, was sie fühlen und wie sie die Welt erleben, begreifen und erzählen. Als Leser bekommt man einen kleinen Einblick in die Köpfe derer, die in fünf bis sieben Jahren in die Arbeitswelt eintauchen werden, mit einer Lehre oder vielleicht doch vorher ein Studium. Doch in diesem Buch erzählen sie über ihr Stuttgart.

Geschichten zum schmunzeln und staunen. Ein kleines Buch, das einem die Gedankenwelt der ganz jungen Gesellschaft zeigt. Die Ängste, Hoffnungen und auch Träume, aber auch Kritik. Durchaus eine sehr erfrischend Abwechslung zu den Bestsellern und Sachbüchern.

Im Übrigen ist dieses Buch aus einem Projekt entstanden, einem Geschichten-Wettbewerb an den Schulen in und um Stuttgart. In der Jury saßen nicht ausschließlich weltberühmte Kritiker und wichtige Persönlichkeiten, sondern unter anderem auch Auszubildende der Buchhandlung Wittwer und der Kinderbuch-Autor Manfred Mai.

Auch in der kleinsten Stadt gibt es bestimmt viele Geschichten, die darauf warten erzählt zu werden. Auf jeden Fall nachahmenswert und tolle Lektüre für Zwischendurch, die 125 Seiten lassen sich am Stück lesen. Eine Abwechslung allemal!


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Wachen! Wachen!: Ein Roman von der bizarren Scheibenwelt

Jun
05

wachen wachen

Terry Pratchett

Eine geheime Bruderschaft ruft mittels eines magischen Buchs einen Drachen herbei. Das Fabelwesen soll helfen, einen neuen König einzusetzen, der den Verschwörern gefügig ist. Doch der Drache setzt sich selbst als Herrscher ein, schläft er doch so gern auf den gemütlichen Goldreserven der Stadt. Nur eine Handvoll Wachen begehrt gegen den geschuppten König auf: Hauptmann Mumm, der beinahe zwei Meter große Zwerg Karotte und eine adlige Sumpfdrachenzüchterin machen sich auf, den Tyrannen zu vertreiben.

In Ankh-Morpork gibt es eine Nachtwache. Diese Nachtwache besteht aus genau drei Personen, dem Hauptmann Mumm, der eigentlich ein Alkoholiker ist, dem Feldwebel Colons und dem sehr seltsamen Korporal Nobby, der nicht nur seltsame Kleidung trägt, sondern genauso aussieht und riecht. Diese drei verrichten ihren Dienst in der Scheibenwelt-Metropole Ankh-Morpork, wie es sich eben für die Nachtwache gehört: angepasst an die Gegebenheiten. Die Meuchelmörder meucheln, die Diebe dieben und auch um zwölf Uhr Nachts ist alles gut, wenn die Nachtwache es sagt.
Eigentlich ist die Nachtwache der Bodensatz der Stadt, egal ob es um den Sold geht oder die Anerkennung durch die anderen Bürger, doch das ändert sich schlagartig, als der Gefreite Karotte,   ein Adoptivsohn aus dem Zwergenvolk sich freiwillig für den Dienst in der Nachtwache meldet.
Als dann noch in der Stadt ein Drache auftaucht und zwar mehr oder weniger aus dem Nichts, läuft Hauptmann Mumm zur Hochform auf, wahrscheinlich auch wegen Lady Käsedick, der adeligen Sumpfdrachenzüchterin. Denn sie erklärt dem Hauptmann erst, was es alles mit Drachen auf sich hat, sodass er seine Ermittlungen aufnehmen kann, unterstützt vom Bibliothekar der unsichtbaren Universität, der bekannterweise ein Orang-Utan ist. Ein spannender Krimi auf der Scheibenwelt, eine nebenbei gestreute Liebesgeschichte und ein bisschen Märchen.

Eine tolle Gesellschaftskritik hat Terry Pratchett in diesen Phantasieroman gepackt und er versteht es wie kein anderer das alltägliche Leben in die Scheibenwelt zu projizieren. Sei es nun Pflichtbewusstsein, Machtbesessenheit, Weltverbesserung und das Streben nach Erfolg. Alles gewürzt mit einer Prise herrlichen Humors und geschickten Witzes. Sehr gerne gelesen.


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Legenden

Jun
02

Legenden

Worte spielen ohne Ende.

Sätze ungesprochene Bände.

Wortes Spiele, wie von Sinnen,

die uns von den Lippen rinnen,

münden in Gedankenseen

und Träume über Wasser gehen,

bauen wir Schlösser aus Ideen,

die auf Hirngespinsten stehen,

die gewoben sind aus Silben

und ersonnenen Gebilden,

unserer Kindheitsphantasie

und Erwachsenenironie.

Werfen mit Geschichtenfetzen

aus Truhen von Erfahrungsschätzen,

vereinen so Sätze zu Bänden.

Anfang und Ende sind die Legenden.

(Für S.)

 

schloss_klein

 

 

 


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