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Archiv September, 2010

Die illustrierte Kurze Geschichte der Zeit

Sep
27

Die illustrierte Kurze Geschichte der Zeit

Stephen Hawking

«Es ist der Glaube an die Existenz der Weltformel, der die theoretische Physik beseelt.» (Der Spiegel, 1999) «Der Erfolg der ‘Kurzen Geschichte der Zeit’ lässt darauf schließen, dass es ein weitverbreitetes Interesse an den Grundfragen unserer Existenz gibt … Die illustrierte Ausgabe enthält eine große Zahl von Abbildungen, die das Verständnis erleichtern sollen. Selbst wenn Sie nur die Bilder und ihre Beschriftung betrachten, dürfte Ihnen in groben Zügen klarwerden, worum es geht.» (Stephen Hawking aus dem Vorwort)

In kurzen, aber gut durchdachten Kapiteln erklärt Hawking die Geschichte des Universums und er beginnt ganz vorne, bei den ersten Gedanken der Griechen, erzählt über die Entdeckungen und Weltanschauungen im Mittelalter, Galilei und selbstverständlich Newton. Erstaunlicherweise schafft Hawking etwas, dass viele Physiklehrer, Professoren und Wissenschaftler einfach nicht hinbekommen, nämlich einen komplexen Sachverhalt einfach darzustellen und auch mit Bildern begreiflich zu machen. Wer sich unter dem Spin eines Teilchens nichts vorstellen kann, wird in diesem Buch zumindest ein sehr schönes Beispiel finden, verdeutlicht anhand von Spielkarten. Einfach, aber genial.

Mit Sicherheit ist „Die illustrierte Kurze Geschichte der Zeit“ kein Lehrbuch, trotzdem gewährt das Buch einen tollen Einblick in die Geschichte der Physik und nicht nur das: Man kann staunen, wie früh bereits die Menschen Theorien aufgestellt haben, die wir heute „beweisen“ können. Wer sein Physikwissen auffrischen möchte, daran interessiert ist, was es mit Schwarzen Löchern auf sich hat, warum wir von Zeit sprechen und dies überhaupt können, der wird an diesem Buch seine Freude haben.

Persönliche Meinung:

Auch wenn Hawking genug Kritiker hat, so muss man ihm eins lassen. Er erklärt. Sehr gefallen haben mir die Schilderungen über die Irrtümer der Wissenschaftler, die vielen Ansätze und die immer noch andauernde Suche nach der vereinheitlichten Theorie über das Universum. Auch die Definition über Theorien allgemein, dass sie nur solange Gültigkeit haben, bis sie etwas nicht mehr Vorhersagen können, ist einleuchtend. Viele Fragen sind offen, aber es ist wirklich spannend, einmal als Laie ein bisschen in die Erklärungen der Wissenschaft hinein zu schnuppern. Wie ist das Universum entstanden und wie funktioniert es?

Die Physik beantwortet die Frage nach dem „Warum wir existieren“ nicht, aber vielleicht irgendwann vollständig die Frage nach dem „Warum wir existieren können“. In einem Punkt allerdings möchte ich an der Physik zweifeln: Sie wird nie das Fühlen und Verhalten eines Menschen vorhersagen können, egal wie gut die Theorie sein mag.

Sehr gerne gelesen.


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Herbstgedanken

Sep
26

Herbstgedanken 

In Fetzen hängen Gefühle

an Bäumen der Erinnerung.

Sammle Tränen am Stamm

und suche das Lachen

unterm Laub aus Träumen.

Vergessenheit senkt sich am Horizont,

Nebel der Zeit steigt aus dem Boden.

Irgendwo schläft das Leben.

(Für W.K.)

 

 

 

 


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Unsichtbar

Sep
20

-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-

Unsichtbar

Im Spiegel

sieht

das Licht

sich nicht

bevor es geht

oder zerbricht.

-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-


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Lesen wir tatsächlich nur Bestseller und gut promotete Bücher?

Sep
18

Wahrscheinlich wurde diese Frage schon einige Male gestellt. Besonders nach dem Hype um Sarrazins Buch darf man hinterfragen, wie leicht wir uns als Leser beeinflussen lassen. Sarrazin soll hier nicht als Paradebeispiel dienen, wir können genauso gut „Feuchtgebiete“ oder, wie hieß doch gleich das halb geklaute Buch, an dem auch Papa mitgeschrieben hatte? Ach ja, richtig, „Axolotl Roadkill“. Am Schluss mehr so der Ha-Ha-Effekt, anstatt AHA.

Nachdem ich auf The Cynxpire einen kleinen Beitrag zu „Die hohe Literatur“, auf Literaturcafe den Beitrag zu „Urlaubslektüre: Verkauft die Leser nicht für hummeldumm!“ und noch „Der Streit ums Bestseller-Backen“ auf Durchschuss gelesen habe, habe ich den eigenen SuB der letzten sechs Wochen gesichtet.

Was lesen wir eigentlich?

Hier geht der ganze Schlamassel los. Die hohe Bildungselite studiert Feuilletons angesagter Tageszeitungen und pickt sich entsprechend niveauvolle Lektüre heraus. Dann hätten wir noch die angesehenen Literaturkritiker, z.B. Denis Scheck, die einem deutlich machen, was man lieber liest und am besten lässt. Ob nun die Lektüre der Feuilletons-Leser tatsächlich niveauvoll ist, sei dahin gestellt. Man darf ruhig zweifeln, auch als „weniger elitär“ Gebildeter.

Wenn in Deutschland tatsächlich jährlich an die 90.000 Bücher veröffentlicht werden, wie soll man da als Leser selektieren? Wie findet man am besten seine persönlichen Favoriten? Was entgeht uns an Büchern, weil wir nicht von ihnen erfahren oder auf sie aufmerksam werden?

Lassen wir uns unbewusst diktieren, was wir lesen sollen, allein aus der Tatsache heraus, dass es schwer ist, diese Flut an Büchern zu überblicken? Wollen wir wirklich wissen, welcher Prominente wie lebt? Ist ein Buch aus dem Großverlag sozusagen per Verlagsname gut?

Mit Sicherheit liest jeder das, was ihn interessiert. Was aber beeinflusst unsere Entscheidungen ein bestimmtes Buch zu lesen?

Letztendlich stellt sich die Situation in der Buchhandlung wie folgt dar: Wir kommen rein, sehen gut platzierte Bücher namhafter Verlage und die Top 10, sprich die Bestseller-Regale. Nicht viel anders verhält es sich bei den Empfehlungen von Amazon. Auch Werbeaktionen von Verlagen inkl. Gewinnspiele, E-Cards und Rezensionsexemplare, einschlägige Foren, Blogs und Literaturportale loben das eine Buch in den Himmel, das andere wird verrissen. Treffen wir bei Büchern unsere Entscheidungen auf Basis Meinungen anderer?

So scheint es. Betrachtet man viele Bücherblogs, Foren und Communities entwickeln gut vermarktete Bücher eine Gruppendynamik. Viele Leute lesen das gleiche Buch, alle finden es gut, es landet für eine Woche in den Bestsellern und zwei Wochen später verschwindet es in der Versenkung der gnadenlosen Konkurrenz.

Wo ein „Spiegel-Bestseller“-Aufkleber drauf ist, muss auch ein Bestseller drin sein. Bei einigen Büchern denkt man eher, da hat wohl jemand die falschen Titel beklebt. Aber auch das nur eine subjektive Aussage.

Welche Bücher gehen unter?

Es sind wohl diejenigen, die anscheinend nicht zur richtigen Zeit den momentanen Zeitgeist treffen. Falscher Autor beim falschen Verlag, gerne auch umgekehrt. Aus irgendeinem Grund nicht die richtige Werbewirkung erreicht und im schlimmsten Fall sogar von einem falschen Kritiker einen unbegründeten Verriss erhalten.

In der Tat, wir lesen wahrscheinlich zum größten Teil die uns diktierten Bücher und Bestseller der Verlage.


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Saphierblau – Liebe geht durch alle Zeiten

Sep
13

Saphirblau

Kerstin Gier

Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist vielleicht keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfägt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen allen Zeiten.

Nach der turbulenten Landung in der Kirche gehen die Zeitreisen für Gwendolyn und Gideon weiter. Doch jetzt hat Gwendolyn einen weiteren Freund, den Wasserspeier Xemerius. Eigentlich kann Gwendolyn nur Geister sehen, denkt sie, Xemerius ist allerdings ein Dämon, der ihr in Saphirblau zur Seite steht und seine Hilfe kann sie gut gebrauchen. Immer komplizierter wird die Geschichte und Vergangenheit um den Diebstahl des ersten Chronographen und erst bei dem einen Zeitsprung, als Gwendolyn unerwartet auf ihren Großvater trifft, merkt sie, wie schwierig es werden kann Geschehnisse in der Vergangenheit, Zukunft und dem Jetzt zu kontrollieren. Das ist aber nicht die einzige Herausforderung, denn Gideon und sein Verhalten bringen nicht nur ihre Gefühle durcheinander. Nebenher muss sie sich weiter mit der unliebsamen Cousine Charlotte, einem durchgeknallten Lehrer der Wächter und dem Zeitreisen rumschlagen. Und wie bereits ihre Mutter erwähnt hatte, darf sie niemandem trauen, noch nicht mal den eigenen Gefühlen. Die Tagesparolen merken? Denkste!

Bereits das erste Buch Rubinrot hat mir wirklich gut gefallen. Auch der zweite Teil ist Kerstin Gier gelungen. Ohne große Umschweife und lange Beschreibungen liest sich die Handlung schnell und trotzdem spannend. Den Humor aus dem ersten Teil hat Gier beibehalten. Besonders der kleine Wasserspeier ist ein gelungener Charakter. Wer sich noch an seine eigene Jugend erinnert, wird Gwendolyn, ihre Freundin Leslie und sogar Charlotte an vielen Stellen verstehen.

Trotz der oft sehr knappen Beschreibungen kann man beim Lesen in die geheimnisvolle (Teeny-)Welt abtauchen. Eine perfekte Mischung aus Heute und Gestern. Hervorragend ist aber der logische und schlüssige Aufbau der Story im Bezug auf die Zeitsprünge. Das macht die Geschichte sehr glaubwürdig (vielleicht nicht das richtige Wort), auch wenn es sich um Fantasy handelt. Ein sehr schönes Jugendbuch.

Der dritte Teil steht auch jeden Fall auf der Wunschliste. Erwachsen sein ist oft einfach zu langweilig.

Anmerkung: Rubinrot soll verfilmt werden. Da bin ich nun wirklich mal gespannt. Mehr Infos findet man hier: http://www.saphirblau.de


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