Archiv November, 2010

Um den heißen Brei scharwenzeln

Nov
25

Es ist ja nicht so, dass man immer einen Text oder ein Gedicht in einem Zug fertig bekommt. Oft hat man eine Idee, einige Sätze oder tolle Formulierungen im Kopf. So schreibt man drauf los, ist voll in Fahrt und dann passiert es: entweder man wird abgelenkt oder der Schreibfluss versiegt unerwartet.

Was tun? Erst einmal ruhen lassen, das unfertige Stück Text oder die Gedichtzeilen, um später daran weiter zu arbeiten. Vielleicht nochmals lesen, um neu anzusetzen. Dumm nur, wenn sich die angefangenen Arbeiten mit der Zeit stapeln oder sie so lange liegen bleiben, dass man sich selbst unter dem Dateinamen nichts mehr vorstellen kann.

Wie aber soll man solche Texte jemals fertig bekommen? Sind doch meist sehr gute Ideen enthalten. Man schleicht um diese halbfertigen Werke herum, nimmt sich vor, daran zu arbeiten, liest eins ums andere Mal drüber, die Finger bereits auf dem Keyboard und dann…dann passiert wieder nichts. Man hangelt sich von Datei zu Datei, die Zeit vergeht. Man hat alle Texte wieder im Kopf und gleichzeitig ein absolutes gedankliches Durcheinander.

Frustriert schaltet man den Rechner aus oder schlägt den Schreibblock zu und muss sich eingestehen, wieder einmal um den heißen Brei herum scharwenzelt zu sein.

Der Versuch

Nervös ging sie im Flur auf und ab. Wo blieb der Paketservice? Hatten die nicht gesagt, dass alle Aussendungen bis 12 Uhr mittags zugestellt wurden? Erneut griff sie ans Handgelenk und schaute auf die Armbanduhr. Drei Minuten nach 12 Uhr. Nicht, dass das Päckchen verloren gegangen ist.Schon spürte sie leichte Panik aufsteigen. Daran dürfte es wirklich nicht scheitern, der Unpünktlichkeit eines Paketdienstes!

„Wie kannst du nur so ruhig bleiben?“

Vorwurfsvoll schaute sie zum schwarzen Kater, der seelenruhig auf der Kommode lag, die Vorderpfoten unter den Bauch angewinkelt und auf die Eingangstür starrend. Die tiefgrünen Augen wandten sich ihr zu. Fast gelangweilt schaute er sie kurz an, dann wieder die Tür. Er wartete geduldig.

Mit verschränkten Armen blieb sie an der Tür stehen.

„Nun klingel schon!“, sprach sie leise vor sich hin.

Seit nun mehr zwei Wochen wartete sie auf die letzte Zutat. In mühevoller Kleinarbeit hatte sie alle Informationen aufgetrieben, sogar Telefonate mit einem Händler in Sri Lanka geführt. Es war nicht gerade einfach, jemanden, der nur gebrochen Englisch sprach zu erklären, dass man genau 111 Jahre alten Ceylon-Zimt benötige…


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Verlockende Schätze – Und eigene Geschichte mit dabei!

Nov
17

Verlockende Schätze
Eigenlob stinkt bekanntlich, aber von Zeit zu Zeit darf ein bisschen Eigenwerbung sein.

Um ganz ehrlich zu sein, habe ich vor sieben Jahren, als mich das Schreiben gepackt hatte, nicht gedacht, dass irgendwann ein Text von mir in einem richtigen Buch stehen wird. Mit richtigem Buch ist eins mit ISBN-Nr. gemeint, das man sogar über amazon.de bestellen kann.

Doch gestern hat der Briefträger endlich ein Paket gebracht und als ich heute auf amazon geschaut habe, kann man es definitiv finden „Verlockende Schätze“ und die Geschichte „Drachenfeuerjagd“ ist tatsächlich da drin. Abgedruckt, schwarz auf weiß. Der Jubel war natürlich groß und ich kann es immer noch nicht so richtig fassen, obwohl das Buch vor mir auf dem Schreibtisch liegt.

Dieser SuB-Zuwachs ist nun doch was ganz besonderes und ich freue mich riesig auf all die anderen Geschichten der Mitautoren. Eine Anthologie mit 40 Fantasy-Geschichten und dem Thema Schätze.

Drachenfeuerjagd

Der Morgen war angebrochen. Nur noch wenige Meter und sie würde den Wald verlassen haben. Der Weg hatte die Feuchtigkeit der Nacht in sich aufgenommen und sie spürte bei jedem Schritt die Nässe in die schwarzen Drachenlederstiefel ziehen…

Verlockende Schätze
Verlag P&B
ISBN: 978-3-940951-50-2


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Neuer Mitbewohner

Nov
14

Darf ich vorstellen: Quentin.

Unser neuer Mitbewohner ist gestern angekommen. Ein kleiner Labrador-Rüde aus Neuss, der jetzt ein „Neigschmeckter“ ist, wie die Schwaben alle nennen, die nicht direkt aus dem Ländle kommen.



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Ich habe Freunde mitgebracht

Nov
11

Ich habe Freunde mitgebracht

Lucy Fricke

Was tun, wenn’s nicht mehr brennt? Wenn Träume, Socken, Ziele und Liebhaber durcheinandergeraten, Erschöpfung die Wut ablöst und einem die Ausreden langsam ausgehen?

In einer Krise gibt es nichts Besseres als Freunde, denen es richtig mies geht. Dies ist ihre Geschichte.

Knallhart läßt Lucy Fricke ihre Leser mitten ins Leben von Hennig, Martha, Betty, und Jon platzen. Kein Vorspiel, keine Erklärungen und schon gar keine Schöntuerei. Ein Mann, der unbedingt seinen Traum verwirklicht sehen möchte, seine jahrelange Lebensgefährtin, die vor sich, ihm und dem Leben in regelmäßigen Abständen davon läuft, die ewige Geliebte, die ewig Zweite und der gut aussehende, aber dennoch erfolglose D- bis E-Promi. Der übliche Querschnitt durch die heutige Gesellschaft eben.

Da finden wir uns nun wieder, im Leben der vier Personen, von denen wir nichts wissen, außer das jeder auf seine Weise versucht mit sich selbst, seinen Träumen und dem Alltag, fertig zu werden. Doch was ist schon alltäglich, abgesehen von dem gewohnten Wahnsinn im Job, der jahrelangen Beziehung mit ihren Ritualen, der lang ersehnten Chance endlich alles ändern zu können? Ja, es ändert sich irgendwann immer etwas. Oft nicht annähernd so, wie man es gerne hätte.

So ergeht es auch den Vieren in Frickes Roman. Scheint das Leben für drei plötzlich die glückliche Wendung zu nehmen, ersäuft eine in tiefsten Depressionen, bis das Leben, das zu gerne als Schicksal bezeichnet wird, eine andere Richtung einschlägt oder einfach nur seinen üblichen Lauf.

Und wenn dann gar nichts mehr geht, hilft entweder abwarten oder davonlaufen.

Kurzweilig und mit einem sehr angenehmen Niveau beschreibt Lucy Fricke das Leben vierer Freunde, die nicht besonders viel gemeinsam haben, bis auf den Frust und die Resignation. Stehen sie zwar mitten im Leben, so beschreibt Fricke die nüchterne Wahrheit hinter den Fassaden. Mit treffenden und kurzen Formulierungen bringt sie die Sachen auf den Punkt, ohne auch nur einen der Charaktere völlig im Mitleid ersaufen zu lassen. Wer Gefühlsduselei sucht, wird sie in diesem Roman nicht finden. Mit einer Prise Sarkasmus und Ironie erzählt sie das Leben am Tiefpunkt.

„Kaum eine menschliche Regung kam so lahmarschig daher wie der Zweifel.“

Auch wenn mich die Leseprobe auf vorablesen.de nicht so ganz überzeugt hatte, bin ich doch froh eins der Exemplare erhalten zu haben. Der Roman ist nahezu erschreckend ehrlich zu seinen vier Hauptfiguren, dass es schon beinahe wehtut. Wäre da nicht hier und da ein gekonntes Wortspiel und gelungene Formulierungen, die einen zum Lachen bringen, man würde selbst in Depressionen verfallen wollen.

Erstaunlicherweise klappt aber die kurze Art von Fricke komplexe Beziehungen und Gefühle auf eine Buchseite zu bannen. Sprachlich sehr gelungen. Minimalismus, wie ich ihn persönlich sehr schätze. Auf jeden Fall lesenswert und eine sehr schöne Abwechslung.

vorabelesen.de

Ein herzliches Dankeschön geht an vorablesen.de für das Rezensionsexemplar. Solche Bücher liest man wirklich gerne.

Rowohlt Verlag – ISBN-13: 978-3498021306


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Das dritte Buchstöckchen

Nov
06

Habe schon lange kein Stöckchen mehr bei einem Blog mitgenommen. Da sich aber diese Woche einige neue Bücher auf meinem Schreibtisch stapeln, fand ich dieses ganz nett und habe es bei Phantastische Gedankensplitter und Hirnstaub mitgenommen.

Kommen wir also zum Stöckchen Nummer 3

  • Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.
  • Schlage Seite 123 auf.
  • Suche den fünften Satz auf der Seite.
  • Poste die nächsten drei Sätze.
  • (Wirf das Stöcken an fünf Blogger weiter.) Da ich ungern werfe, darf sich derjenige, der mag, das Stöckchen einfach mitnehmen.

1. Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.

Links auf meinem Schreibtisch liegt oben auf dem Buchstapel „Die Henkerstochter und der schwarze Mönch“, der zweite Roman von Oliver Pötzsch. Den ersten habe ich mit viel Begeisterung gelesen, sodass ich die beiden anderen Romane einfach haben musste. Werden dieses Jahr zur Weihnachts- und Winterlektüre.

2. Schlage Seite 123 auf.

Und hier habe ich selbst gestaunt. Denn ausgerechnet auf Seite 123 beginnt ein neues Kapitel. Nämlich das Fünfte, was sehr gut zum fünften Satz passt.

3. Suche den fünften Satz.

Gefunden!

4. Poste die nächsten drei Sätze

..Wie eine Woge kam seine Erinnerung zurück und mit ihr die Wut und die Schmerzen. Er hatte den dritten Mann übersehen! Er musste nach ihm die Treppe zur Krypta heruntergekommen sein…


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