Archiv April, 2011

Chill mal, Frau Freitag

Apr
24

Chill mal, Frau Freitag

Frau Freitag

Eine der Lieblingsbeschimpfungen aller Schüler ist ja Spast. Jedes Mal, wenn ich das Wort höre, frage ich die Schüler: „Weißt du denn, was ein Spast ist?“ Und ich bekomme immer die gleiche Antwort: „Ja, klar. Ein Spast ist ein kleiner Vogel.“ Da steht also ein riesiger arabischer Schüler vor mir, wahrscheinlich mit Totschläger und Messer in der Tasche und einer kiloschweren Schüler- und Polizeiakte, und denkt, ein Spast sei ein kleiner Vogel.

Man begleitet Frau Freitag durch ein ganz normales Schuljahr an einer Gesamtschule. Sie unterrichtet die Klassen 7 bis 12 und ist zudem noch Klassenlehrerin in einer 9. Klasse. Ihre Klasse scheint die schlimmste überhaupt zu sein, denn ständig beschweren sich die Kollegen, dass ihre Schüler laut, unverschämt oder einfach gar nicht im Unterricht sind.

Frau Freitag ist Lehrerin aus Leidenschaft und unterrichtet Kunst und Englisch. Sie beschreibt ihren alltäglichen Wahnsinn an der Schule und zum Lehreralltag gehören ebenfalls die Probleme der Schüler. Doch wie soll man Kinder und Jugendliche überhaupt unterrichten, wenn sie erst gar nicht erscheinen oder nur sehr sporadisch? Wie motiviert man sie, etwas zu lernen, wenn fast alle Mädchen denken, sie werden einen reichen Mann heiraten und die Jungs alle im Geschäft des Vaters arbeiten? Wie erklärt man einem 15-Jährigen, dass ein Bäckergeselle keine 5.000 Euro im Monat verdient?

Mit viel Witz und einem Spritzer Selbstkritik erzählt Frau Freitag nicht nur aus dem Lehrer- sondern auch aus dem Schüleralltag. Oft geht es um die kleinen Alltagssituationen, die denen mehr gelernt wird, als im Unterricht. Ohne Fingerzeig macht Frau Freitag auf die Probleme der Lehrer an unseren Schulen aufmerksam, denn wie will man unterrichten, wenn keiner kommt? Wie will man Kindern etwas vermitteln, wenn sie noch nicht mal einen Bleistift dabei haben? Was bringen Briefe und Anrufe, wenn die Eltern kein Deutsch sprechen oder viel schlimmer noch, sich überhaupt nicht für ihre Kinder interessieren? Nein, Frau Freitag klagt nicht, sondern versucht Nichtlehrern, die sie sowieso bemitleidet, näher zu bringen, dass die Probleme doch woanders liegen, als nur und ausschließlich im Klassenzimmer.

Obwohl einige ernste Themen angesprochen werden, bleibt der Humor nicht auf der Strecke, sodass man an vielen Stellen beherzt und laut los lachen muss.

Einige Situationen wiederholen sich und es wird hier und da ein bisschen langweilig. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, da die einzelnen Erzählungen sehr kurz geschrieben sind und manchmal nur über eine bis zwei Seiten gehen. So liest man recht zügig darüber hinweg.

Für alle Lehrer und Nichtlehrer geeignet und auf jeden Fall eine leicht und sehr kurzweilige Lesekost.

Fräulein Krise fragt: „Ob er schon gemerkt hat, dass ihm sein Text fehlt?“ „Bestimmt“, antwortet der Deutschlehrer. „Der sitzt jetzt zu Hause und rappt seinen Entschuldigungszettel.“

vorabelesen.de

Ein herzliches Dankeschön geht an vorablesen.de für das Rezensionsexemplar. Ein kurzweiliges Buch mit tollem Humor.

Ullstein Verlage – ISBN-13: 978-3-548-37399-7


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Einfälle

Apr
19

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Einfälle

In manchem Hirne

ein Gedanke

wird zur Birne.


Aus der Birne

kein Licht

bricht.

Im Gehirne

Nichts mehr dicht.


In manchem Hirne

wird produziert

oft nur Fallobst,

ungeniert.

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Ein Bild – ein Wort: Frühling

Apr
18


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Die Geisterseher [Hörspiel]

Apr
16

Die Geisterseher

Kai Meyer

Die Geisterseher – Eine unheimliche Geschichte um die Brüder Grimm

Unruhige Zeiten im ehrwürdigen Weimar von 1805. Erst bricht ein Schauspieler tot zusammen, als Goethe seinen Faust aufführt, dann liegt Schiller sterbenskrank darnieder. Und mitten in der Szenerie die Brüder Grimm, die den beiden Dichterfürsten ihre Aufwartung machen wollen und stattdessen in ein finsteres Komplott um ein geheimnisvolles Manuskript geraten…

Die jungen Brüder Grimm wollen bei Schiller vorstellig werden, doch sein gesundheitlicher Zustand lässt keinen langen Besuch zu. In den wenigen Minuten können sie ihm gerade noch die Medizin überreichen, die ihnen Goethe für seinen Freund mitgegeben hat und erhalten im Tausch ein versiegeltes Manuskript Schillers. Mit diesem Päckchen beginnt das Abenteuer der jungen Männer, das sie nicht nur nach Warschau führt, sondern auf eine mysteriöse Reise, um den wahren Mörder von Schiller zu finden. Denn die Medizin Goethes entpuppt sich als Gift. Doch sollte tatsächlich der eine Freund den anderen töten? Und aus welchem Grund? Und wer genau ist die junge Anne, die einem der Grimm-Brüder den Kopf verdreht?

Auf 6 CDs kann man die Brüder Grimm auf ihrem Abenteuer begleiten. Erzählt wird die Geschichte vom alten Wilhelm Grimm, der sich an die Geschehnisse der damaligen Tage erinnert. Eine düstere und mystische Stimmung bringt jeder Abschnitt der Erzählung mit sich. Schnell und spannend erzählt, kann man das gesamte Hörspiel an einem Abend genießen. Zwar sind die einzelnen CDs sehr gut unterteilt, doch sollte man nicht viel Zeit zwischen den einzelnen Abschnitten verstreichen lassen, denn ein bisschen Aufmerksamkeit fordert die Story schon.

Sehr gefallen haben mir die hervorragend gemachten Geräuschkulissen und die sehr gut ausgewählte Begleitmusik. Auch die Qualität des Hörspiels ist wirklich spitze. Allerdings muss man sich an einigen Stellen doch sehr konzentrieren, um nicht eine Einzelheit zu verpassen. Ich habe das Hörspiel mal wieder im Auto auf dem Weg ins Büro und nach Hause angehört und musste doch einige Male Abschnitte nochmals anhören, da ich den Faden verloren hatte. Doch die Atmosphäre ist sehr gelungen. Wenn es draußen dämmert und man fährt gerade durch ein Waldstück, als die Brüder zeitgleich aus einer Kutsche geworfen werden und mitten in der Nacht mit Schillers Manuskript ebenfalls im Wald stehen, dann wird jede Autofahrt zu einem kleinen Nervenkitzel.

Für Liebhaber von mystischen Krimis und Verschwörungen auf jeden Fall ein absolutes Hörvergnügen. Wirklich eine Empfehlung!

Kai Meyer war mir bisher nur mit dem Titel Arkadien ein Begriff. Doch ich freue mich schon auf den diesjährigen Herbst, dann kommt nämlich das zweite Hörspiel mit den Brüdern Grimm heraus – Die Winterprinzessin.


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Das erste [eigene] Schreiberstöckchen

Apr
08

Buchstöckchen gibt es ja einige, die man auf den unterschiedlichsten Blogs mitnehmen kann oder zugeworfen bekommt. Viel seltener findet man Schreiberstöckchen, obwohl es sehr viele Schreiber und Hobbyautoren gibt.

Wird also Zeit, mal ein Schreiberstöckchen in die weite Bloggerwelt zu entlassen und da ich bisher kein ordentliches Schreiberlingsstöckchen gefunden habe (vielleicht habe ich auch nicht gründlich genug gesucht), hier also ein Selbstgeschnitztes.

1. Kurzgeschichte oder Roman?
Eigentlich schon eher Roman, aber irgendwie hapert es mit dem Durchhaltevermögen. Mittlerweile habe ich drei angefangen, der älteste Anfang zählt nun sieben Jahre.
Deswegen sind es immer noch die Kurzgeschichten, die immer wieder entstehen.

2. Lieber eine Beschreibung oder ein Dialog?
Ganz klar der Dialog. Schreibe ich unheimlich gerne. Einige Texte bestehen fast ausschießlich aus Dialogen mit kurzen Beschreibungen.

3. Eher Mann oder eher Frau als Protagonist?
Das kommt drauf an, ich habe selbst gar nicht geschaut, welches Geschlecht in meinen Texten dominiert.

4. Immer mit oder ohne Liebesgeschichte?
Nur wenn es sich nicht vermeiden läßt. Irgendwie habe ich so meine Probleme mit tollen Liebesgeschichten. Romantik war noch nie mein Ding, wie sollte ich darüber schreiben können?

5. Umfangreicher Plot oder Ideen sofort in Worte fassen?
Dummerweise Ideen sofort in Worte fassen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum kein Roman jemals fertig werden wird, aber wer weiß.

6. Nur ein Genre oder mehrere?
Quer durch, außer Krimi, Thriller und wie gesagt Liebesgeschichten. Das liegt mir überhaupt nicht. Seit drei Jahren allerdings am liebsten Fantasy. Das hat auch einen einfachen Grund: Es ist viel mehr möglich.

7. Beste Tageszeit zum Schreiben ist:
Definitiv am Abend und in der Nacht, entweder mit einer guten Tasse Tee bzw. Kanne oder einem guten Wein.

8. Die besten Ideen kommen einem immer, wenn…:
…man unterwegs ist oder nach einem guten Gespräch.

9. In welcher Zeit handeln die meisten Geschichten (Vergangenheit, Heute, Zukunft)?
Bei Fantasy lässt sich diese Frage sehr schwer beantworten, ansonsten eher im Heute. Habe bisher nur einen Text geschrieben, der in der nahen Zukunft handelt.

10. Klassisch zuerst mit Stift und Papier oder immer gleich am Rechner?
Ausschließlich am Rechner oder Lapi. Stift und Papier haben ihren Reiz, aber zum abtippen bin ich zu faul.

Wem das Stöckchen gefällt, bitte einfach mitnehmen.


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