Archiv August, 2011

Schwein gehabt! Redewendungen des Mittelalters

Aug
20

Schwein gehabt
Gerhard Wagner

Viele werfen die Flinte ins Korn, weil sie bei Redewendungen mit ihrem Latein am Ende sind. Es geht ja auch auf keine Kuhhaut, wie viele Menschen alte Redensarten nicht mehr verstehen und von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, weil ihnen diese Ausdrücke spanisch vorkommen. Aber anstatt dazustehen wie die Ölgötzen, sollten sie lieber diese Scharte auswetzen. Denn wenn sie alles auf die lange Bank schieben, können sie nur Maulaffen feilhalten.

In diesem Buch wird keinem ein X für ein U vorgemacht. Die Herkunft von 200 Redewendungen wird erklärt, ob tatsächlich oder nur scheinbar aus dem Mittelalter…

Auf 120 Seiten finden sich Redewendungen und Sprüche, die ihren Ursprung größtenteils im Mittelalter haben, sortiert nach ihrer Entstehungsgeschichte. In sechs Kapiteln geht vom „Ritterlichen“ bis hin zum „Öffentlichen“. Wagner hat hierbei eine bunte Mischung der wohl bekanntesten Redensarten zusammen getragen, die jeder von uns entweder aus dem Alltag kennt oder zumindest bereits einmal gehört oder gelesen hat.

Besonders interessant sind die Erklärungen von Sprüchen, bei denen man denkt, die Herkunft leicht ableiten zu können, da es sich scheinbar um Redewendungen aus einem Berufsbild oder Sachverhalt handelt. So sind einige durch die Veränderung der Worte entstanden, wie z.B. „Hals und Beinbruch“.

Das kann kein Schwein lesen

Ebenso finden sich Beispiele für früher positiv belegte Sprichwörter, die heute nur noch im negativen genutzt oder auch falsch geschrieben werden und damit den Sinn völlig verfremden. Das wohl bekannteste Beispiel ist wohl „Wer zuerst kommt, malt zuerst.“, hier wird sehr gerne das „h“ bei „mahlt“ vergessen oder fälschlicherweise weggelassen und der Sinn verändert sich. Selbst Redewendungen, die wesentlich jünger sind, aber trotzdem dem Mittelalter zugeschrieben werden, sind in diesem Buch zu finden.

Erstaunlich wie viel in unserem sprachlichen Alltag von damals noch übrig geblieben ist. Wie lange es sich wohl halten wird?

Ein sehr schönes Buch mit ausgewählten Illustrationen und Bildern, die zu den Redewendungen passen. Wirklich hilfreich auch das Stichwortverzeichnis am Schluss. Durch die Aufmachung eignet sich das Buch hervorragend als Geschenk für Sprachliebhaber und Mittelalterfans.

ISBN 978-3-939722-31-1


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EMMA vs Schoßgebete

Aug
17

EMMA

Ausgesprochen lustig, dass ausgerechnet jetzt sich Alice Schwarzer und Charlotte Roche eine kleine mediale Schlammschlacht liefern. Hierbei muss ich an den eigenen Artikel „Frauen gegen Frauen“ denken. Selbstverständlich ist der offene Brief Schwarzers an Roche selbst für SPIEGEL Online ein gefundenes Fressen.

Was kann es da besseres geben, als so eine Publicity, wenn man gerade ein neues Buch auf den Markt gebracht hat? Frau Roche reibt sich wohl nicht nur Hände sondern wohl auch die Rosette, obwohl gar nicht nötig, denn schließlich ist „Schoßgebete“ bereits auf Platz 1 der Bestseller.

Schossgebete

Schon plärrt die Mehrheit los, es sei der Neid von Schwarzer, der sie in die Kritik treibt, die alte vertrocknete Dörrpflaume. Schallendes Gelächter, kleine und große Gehässigkeiten, sowie staunendes Kopfschütteln auf Männerseite. Gleiches gilt wohl auch für die Frauen, die in dieser Aktion nicht mehr sehen, als einen gut durchdachten Marketinggag. Denn sowohl das Buch, als auch den offenen Brief kann man bezüglich des Themas nicht für voll nehmen.

Worum geht es denn diesmal? Wieder um die Diskussion, dass eine sich anders verhält, als die anderen es wünschen? Wieder ein Problem? Wer bestimmt denn heute noch welche Rolle die Frau zu spielen hat? Man wird wieder einmal den Eindruck nicht los, dass Frauen andere Frauen in bestimmten Rollen sehen möchten. Man wird fast das Gefühl nicht los, dass Frauen in der heutigen Zeit gar keine Rolle mehr haben.

Dies ist weder ein Für-Schwarzer noch ein Gegen-Roche, sondern vielmehr ein „Macht-endlich-was-ihr-wollt.“ Es gibt kein Problem, es gibt lediglich Konsequenzen, aber vielleicht ist ja das das Problem der Frauen. Nun gut, jetzt waren wieder beide in aller Munde.

Und hier noch ein herrlicher Artikel, der es eigentlich so richtig trifft: Aus dem Kölner Stadt-Anzeiger.


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Keine Lyrik

Aug
15

Keine Lyrik


Es reimt sich gut.

Es reimt sich schlecht.


“Das ist keine Lyrik!”

“Nein. Du hast Recht.”


 

Reime sind hörig,

da ist keine Kunst.

Reime sind billig

und selten in Gunst.

 

Kunst ist kein Reim.

Reim ist Poesie.

Kritik ist für Kunst,

alles andere Phantasie.

(Für M.G.A.)





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Social Media Marketing – irgendwie alles beim Alten geblieben

Aug
09

Die Marketing-Gurus unserer Tage predigen seit längerem, dass Social Media DAS Marketing-Instrument von heute und Morgen ist bzw. sein wird. So erstellen kleine und große Unternehmen Accounts bei Twitter und Facebook, viele kaufen sich auch die teuren Ratgeber oder beschäftigen sogar jemanden im Unternehmen damit und legen los. Dann passiert sehr oft folgendes:

Woche 1:

Euphorisch werden die Einstellungen vorgenommen, man probiert herum, formuliert die ersten Texte, sucht nach passenden Fotos und Bildern, hat wohlmöglich noch eine Themenliste.

Woche 2:

Die bekannten Firmen und Kontakte sind eingeladen oder haben eingeladen, die Freundes- bzw. Followerliste weist einige Personen auf und die Themenliste langt noch für zwei Wochen. Man gibt sich Mühe. Lernt weitere Funktionen kennen und wartet.

Woche 3:

Man spielt mit erweiterten Funktionen und fragt sich, warum auf Ankündigungen oder Tweets nur schleppend Reaktionen kommen. Arg viel neue Kontakte sind auch nicht dazu gekommen. Auch möchte man nichts falsch machen, deswegen macht man lieber nix.

Woche 4:

Frust! Social Media ist für die Katz! Man hat nun drei Wochen intensive Arbeit investiert und Nichts tut sich. Spätestens an dieser Stelle kommt die erste Verzweiflungstat und man greift zu bewährten Mitteln um neue Interessenten, Kontakte und Kunden zu finden: Ein Gewinnspiel! Hat schon in der Vergangenheit funktioniert, warum sollte es jetzt versagen? Es hat sich nur das Medium geändert, Prinzip ist dasselbe.

Aus alt mach neu(e) Marketing-Strategien

Man verlose Etwas von geringem Wert und am besten viel davon. Zur Teilnahme müssen die Anhänger der Communities nicht mehr viel tun, sondern einfach nur noch einen Button klicken. Vorzugsweise „Gefällt mir“ auf Facebook. Die Adresse braucht man gar nicht mehr cashen, die hat man dann automatisch, da einem die Netzwerke ja anzeigen, wer geklickt hat. Selbstverständlich wird man von den Klickern bestimmt auch noch in die Kontaktliste aufgenommen, schließlich will man wissen, ob man gewonnen hat.

So verarschen wir uns selbst

Da klicken also irgendwelche Leute wahllos auf einen „Gefällt mir“-Button, um etwas zu gewinnen. Ob das, was man gewinnen kann, einem auch gefällt, ist völlig egal. Hauptsache umsonst. Der Gewinnspielbetreiber freut sich wie blöde, denn seine Produkte (meist die Gewinne) bekommen einen Haufen „Likes“, hinzu kommen noch die Kontakte. Für ihn ein voller Erfolg und nach außen hin sieht es auch super aus. Kein Thema, Ziel erreicht.

Und wir stehen da, lassen uns blenden von einem Haufen Klicks auf einen „Gefällt mir“-Button, schalten das Gehirn aus und kaufen ein total beschissenes Buch, denn schließlich kann sich die Mehrheit nicht irren. Oder?

Die alten Marketing-Strategien sind halt doch die besten, nur das Medium hat sich geändert. Und seien wir mal ganz ehrlich. Gewinnspiele sind toll.


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So ist es

Aug
07

So ist es

Freude und Leid,

so ist das Leben.


Mal ist man frei,

dann wieder vergeben.


Nach großem Glück

doch alle streben.


Mal arm, mal reich,

an Geld und Segen.

 

Mal schnell, mal langsam,

auf holprigen Wegen.

(Für JuBe)




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