Archiv April, 2012

Gefällt mir

Apr
25

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Gefällt mir


Da ist nur ein Tunnel und nirgends ein Licht.

Wir brauchen viel, doch das brauchen wir nicht.

Ein böses Spiel, bei dem jeder gewinnt.

Da ist kein Ende, weil gar Nichts beginnt.


Sie haben sich lieb und sagen es ständig,

“Gefällt mir” im Blut, das hält sie lebendig.

Schreibt doch was Nettes, was anderen gefällt,

schreibt stets Liebes, man sich zu Euch gesellt.


Ob wahr oder Fake – als ob das interessiert.

Zur Not hilft auch das: einfach kopiert.

Nur noch ein Klick, es ist doch so wichtig!

Facebook sei Dank, wir sind alle süchtig.

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Gedanken zu Grass

Apr
15

Was gesagt werden muss
„Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind. …“
- Günter Grass –

Ja, schon erstaunlich, wie uns ein so alter Mann schocken kann. Ohne große Taten, lediglich mit Worten.

Und wenn wir ganz ehrlich sind, würde uns dieses Gedicht überhaupt nicht interessieren, wenn der Verfasser nicht zufällig ein Literaturnobelpreisträger mit Vergangenheit wäre. Wahrscheinlich würde man es als dummes Stammtischgelaber abtun, wenn ein anderer Name unter den Zeilen stünde. Vielleicht würden dann sogar wesentlich mehr Köpfe nicken oder zustimmendes Gemurmel erklingen. Jetzt traut sich keiner so recht.

Wollen wir nochmal ehrlich sein: Interessiert es wirklich jemanden, ob Grass in Israel eine unerwünschte Person ist? Nein, tut es nicht. Genau so wenig interessiert es uns, ob im Iran Menschen die Möglichkeit haben, irgend eine Art von dummem Geschwätz von sich zu geben, ohne befürchten zu müssen gefoltert zu werden. Es juckt uns überhaupt nicht, wessen Kind sich an der Grenze zweier Länder in die Luft sprengt. Keiner hört mehr hin, wenn ein Bericht über fanatische Israelis kommt. Nach all den Jahren sind auch wir abgestumpft. Warum also ausgerechnet jetzt diese Aufregung?

Ein letztes Mal wenden wir uns der Ehrlichkeit zu: In zwei Wochen erinnert sich keiner mehr an Grass und sein Gedicht. U-Boot hin oder her. Egal was dort passiert. Außer einer durch die Medien aufgeblasenen Empörung war da also nicht viel. Wieder einmal nur heiße Luft.

Doch ein Beigeschmack wird bleiben. Woran werden wir uns erinnern, wenn wir in einem Jahr oder in drei über Grass oder eins seiner Werke diskutieren? Werden wir dieses Gedicht, als die komischen Gedanken eines alten Mannes abtun? Bleibt wohl nur für die heutigen Kritiker zu hoffen, dass er mit dem Geschriebenen nicht Recht behält. Wie unangenehm.


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Seiltanz

Apr
12

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Seiltanz

Hart an der Grenze

am Abgrund entlang.

So einfache Tänze

Musik ohne Klang.

Vor und zurück

ein schmaler Grad.

Heilig die Mitte

kein einziger Pfad.

Kein Auge sucht

die Weite im Nichts.

Der Fehltritt verflucht

den Strahl des Lichts.

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The Curse – Vanoras Fluch

Apr
11

Emily Bold

Ein Jahrhunderte alter Fluch, ein geheimnisvolles Amulett und eine junge Liebe, die eine längst erloschene Blutfehde neu entfacht …

Die Außenseiterin Samantha findet im Nachlass ihrer Großmutter ein altes Amulett. Wenig später führt ein Schüleraustausch die Siebzehnjährige nach Schottland. Kaum bei ihrer Gastfamilie angekommen, wird sie bereits von den Sagen und Mythen des Landes in den Bann gezogen. Als sie dann auch noch den attraktiven Schotten Payton kennenlernt, gerät ihre Welt vollends aus der Bahn. Der mysteriöse Highlander erobert Sams Herz im Sturm. Im Strudel der Gefühle bemerkt sie nicht, in welcher Gefahr sie schwebt, denn was sie nicht ahnt: Paytons Vergangenheit birgt ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis, das die Schicksale ihrer beider Familien seit Jahrhunderten untrennbar miteinander verbindet und welches nun auch Sam in Lebensgefahr bringt …

The Curse – Vanoras Fluch

Samantha ist eine gute Schülerin und auch sonst ist eine ganz normale Siebzehnjährige. Nur mit den Jungs will es nicht so ganz klappen. Vor allem nicht mit dem Mädchenschwarm Ryan, der nicht nur im Footballteam ist, sondern auch letzten Sommer eine Liebelei mit Sams verhasster Cousine Ashley hatte. Als Samanthas Lehrer einen Austausch nach Schottland vorschlägt und die „geliebte“ Cousine auch diese Sommerferien wieder einmal bei Sams Familie verbringen soll, scheint die Reise nach Europa eine gute Alternative. Bei ihrer Ankunft wird Sam beinahe von einem Motorrad angefahren. Nur um wenige Zentimeter verfehlt sie der Raser. Als sie ihn kurz darauf erneut trifft, benimmt er sich äußerst seltsam. Schneller als sie denkt, verliebt sich die Siebzehnjährige in den geheimnisvollen Schotten, der nicht nur gut aussieht, sondern ihr seine Heimat zeigt. Je mehr Zeit sie mit Payton verbringt, umso merkwürdiger werden ihre Träume in den Nächten und das Amulett der Großmutter scheint ein gewisses Eigenleben zu entwickeln. Erst als sie bereits ihr Herz an ihn verloren hat, kommt sie hinter sein Geheimnis und damit auch das der eigenen Familie. Denn Zufälle gibt es nicht. Irgendwann muss sich jeder seinem Schicksal stellen, auch wenn es schmerzhaft ist.

Emily Bold schreibt leicht, schnell, aber ausgesprochen gefühlvoll. Ihre Protagonistin ist jung, vielleicht ein bisschen naiv, aber bestimmt nicht dumm. Obwohl die Liebesgeschichte zwischen Sam und dem Schotten Payton klar im Vordergrund steht, gelingt es Bold sehr gut, die mystischen Elemente in die Erzählung einfließen zu lassen und ebenfalls die Hintergründe der einzelnen Personen zu präsentieren. Auch sind die Liebesszenen weder übertrieben noch ausgesprochen schnulzig. Das macht es sehr angenehm, die Entwicklung der beiden Liebenden mit zu verfolgen. Als Leser erfährt man nach und nach die Geschichte der Clans, zu denen nicht nur die beiden Hauptcharaktere gehören. Eine clevere Idee sind die gälischen Aussprüche, die von den schottischen Personen verwendet werden und es sind nicht nur zwei oder drei. Das macht die Charaktere authentischer. Auch die Beschreibungen der Orte und Landschaften ist von der Länge und Ausführung gerade richtig in den Handlungsverlauf eingebettet.Der Spannungsbogen wird sehr schön aufgebaut und bis zum Schluss fiebert man mit Sam mit, obwohl man als Leser sehr schnell einige Zusammenhänge versteht. Dafür ist das Ende doch etwas überraschend.

Eigene Meinung

Obwohl ich sehr selten Liebesromane lese, hat mir dieser sehr gut gefallen. Auch wenn ich hier und da meine Probleme mit den Liebesszenen habe, was allerdings an mir liegt (mit einer romantischen Ader bin ich nicht ausgestattet), musste ich am Ende doch eine Träne aus dem Augenwinkel wischen. Das Ende ist gelungen und nach meinem Geschmack. Auf jeden Fall ein Lesevergnügen für alle Altersklassen.

Wer mehr über die Autorin Emily Bold erfahren möchte, hier geht es zu einem kleinen Interview. Dort findet sich auch der Link zum Autorenblog.


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Die Elixiere des Teufels

Apr
08

E.T.A. Hoffmann

Nein, das hier wird keine Rezension. Auch wenn ich eine schreiben wollen würde, könnte ich es momentan nicht. Daher folgt nur ein kleiner Bericht.

Wie bereits geschildert, habe ich mir letztes Jahr vorgenommen, einige Bildungslücken bezüglich der Weltliteratur zu schließen. Sinnvollerweise nutze ich hierfür die Autofahrt zum Büro und den Nachhauseweg. Geht am besten mit Hörbüchern. Angefangen habe ich mit „Der kleine Prinz“, was ordentlich in die Hose gegangen ist, da ich die Zeichnungen nicht kannte. Zugegeben, die gekaufte Ausgabe war wirklich vollständig und von Liefers liest hervorragend. Doch was ist schon hören, wenn man die Boa nie gesehen hat, die einen Elefanten gefressen hatte?

Nun habe ich mich an ein neues Werk getraut. Diesmal sollte es E.T.A.Hoffmann und „Die Elixiere des Teufels“ sein. Also das Hörbuch auf ITunes gekauft (Anbieter Audible.de). Auf CD gebrannt ergab es zwei Scheiben. Das machte mich schon ein bisschen skeptisch, da „Der kleine Prinz“ bereits vier CDs gewesen waren, aber man kann nie wissen.

Die Elixiere des Teufels
Die erste CD fing sehr gut an. Zwar liest der Sprecher bei Weitem nicht so gut, wie Liefers, doch die Qualität des Hörbuchs ist sehr gut. Nach ca. zehn Minuten hatte ich den Eindruck, dass mit einer kurzen Musikuntermalung einfach einige Passagen übersprungen wurden. Nach weiteren zehn wurde die Stimme des Sprecher plötzlich leiser, so als würde man sie ausblenden. Ein kurzes teuflisches Lachen erklang und die Erzählung ging an irgendeiner fortgeschrittenen Stelle des Romans weiter. Schneller als gedacht, ist man bereits bei der Sterbeszene von Medardus angelangt. Auch als aufmerksamer Zuhörer versucht man vergeblich sich in diesem Erzählfluss zu orientieren, denn von zurecht finden kann man kaum sprechen. Von einer Sekunde auf die nächste ging es nicht mehr um Bruder Medardus, sondern um Olympia und ihre Augen, d.h. es folgt völlig unerwartet und ohne Vorwarnung die Novelle „Der Sandmann“. Schon ist man bei CD 2, die den vollständigen Rest der Novelle enthält. Lustigerweise ist die Version nicht mehr auf ITunes erhältlich.

Von „Die Elixiere des Teufels“ hat man vielleicht die Hälfte verstanden. Was also tun? Klar, im Internet nach Inhaltsangaben und Interpretation etc. suchen und nach dem Taschenbuch. Hier kam recht schnell der AHA-Effekt. Die Skepsis bezüglich der zwei CDs war berechtigt, denn der Roman hat in den Taschenbuchausgaben gute 380 Seiten.

Erfreut stellte ich fest, dass es den Klassiker als kostenlose Kindle-Version gibt. Doch hier schrecken einen erfreulicherweise bereits die Rezensionen ab. Schlecht übersetzt bzw. eingescannt und nicht nachbearbeitet usw. und sofort. Was bleibt mir als noch übrig? Jepp, auch diesmal muss ich wohl das gedruckt Exemplar kaufen und lesen. Das war Hörbuch-technisch bereits der zweite Griff ins Klo!


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