Archiv Juni, 2012

Pechvogel

Jun
27

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Pechvogel

Vom Unglück verfolgt, vom Zufall verlassen.
So ging er Nachts durch dunkle Straßen.

Hatte kein Geld, kein Bier und kein Weib,
nicht mal ne Stulle zum Wohle vom Leib.

Vom Glück verlassen, vom Schicksal geschlagen.
So liefen die Tränen, so hört man sein Klagen.

Verloren die Arbeit, das Haus und die Karre,
man gebe ihm jetzt eine geladene Knarre.

Dann würde schnell der Abzug klingen,
bei seinen Glück kein Ende ihm bringen.

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Leistungsschutzrecht – Recht für wen?

Jun
26

Den Verlagen geht es seit Jahren furchtbar schlecht. So schlecht, dass irgendjemand daran schuld sein muss. Im schlimmsten Fall das Internet, denn das ist heutzutage schließlich an fast allem schuld.

Revolutionär scheint auch der Referentenentwurf zum Leistungsschutzrecht. Einige Passagen sind so schwammig formuliert, dass ein sehr großer Spielraum für Interpretationen gelassen wird. Große Häuser, wie Axel Springer wird das freuen. Für private Blogger kann die Sache schnell ins Auge gehen.

Einige sehr seltsame Punkte, die uns Blogger, Twitter-Nutzer und Facebook-Junkies betreffen:

  • Die Unterscheidung von privater und gewerblicher Nutzung. Zwar soll die private Nutzung und Verbreitung von Pressetexten immer noch erlaubt sein, doch es gibt keine eindeutige Definition mehr, wann ein Blog privat und wann gewerblich genutzt wird. Besonders für Indie-Autoren kann es haarig werden, wenn sie auf die eigenen Publikationen verweisen.
  • Texte, die Verlage ins Netz stellen, sollen nach dem Gesetzesentwurf tatsächlich anders behandelt werden, als die privater Autoren. Dies führt zwangsläufig zu einer Ungleichbehandlung. Genau genommen könnten Verlage Blogger verklagen, wenn sie Pressetexte und Artikel nutzen, der Privatmann hätte allerdings keine Chance etwas zu unternehmen, wenn seine Blogartikel kopiert würden. Hier greift dann wieder das Urheberrecht? Man weiß es nicht.
  • Die Definition von „kleine Teile“ aus Texten sei ebenfalls ominös. Selbst die korrekte Wiedergabe einer Überschrift könnte zu einer Klage führen. Was aber, wenn man diese Überschrift bereits in einem eigenen Artikel verwendet hat und diese nun von einem Verlag genutzt wird? Was wenn man als privater Blogger einen Satz konstruiert, der so in irgendeinem Artikel auftaucht, mit dem er aber einfach nichts zu tun hat? Hier stellt sich dann auch die Frage, wie man überhaupt noch Zitate anführen darf, ohne Gefahr laufen zu müssen, doch verklagt zu werden, obwohl das Zitatrecht unberührt bleiben soll.

Möchte man einigen Artikeln der letzten Wochen Glauben schenken, ist der Gesetzesentwurf darauf ausgelegt, dass Verlage Geld von Google fordern dürfen. Doch letztendlich wird hier versucht auch Blogger und Twitter-Nutzer daran zu hindern, Inhalte zu verbreiten oder eben auf dem Weg zur Kasse zu bitten. Wenn schon paar Tausend Leser für Zeitungen fehlen, holt man es eben per Unterlassungserklärung vom Blogger. Die Anwälte reiben sich die Hände und bestellen den neuen Porsche vor. Vielleicht will man sogar einigen Leuten das Leben etwas schwerer machen, die Meinungen im Internet vertreten, die einem selbst nicht schmecken.

Zu Presseerzeugnissen werden sich wohl nur noch wenige äußern, wenn dieses Gesetz kommt. Vielleicht bleiben dann auch endlich viele seltenblöde Artikel unbeachtet. Das zumindest wäre der einzige große Vorteil.


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55 Marketingtipps für Ihr ebook

Jun
22

55 Marketingtipps für ihr ebook
Doris Doppler

Endlich: Ihr eBook ist fertig und auf Amazon & Co erhältlich. Sie lehnen sich zurück, checken laufend Ihre Verkaufszahlen und hoffen auf anständigen Umsatz. Doch spätestens, wenn die Verkäufe nur träge dahintröpfeln, wird Ihnen klar: Ohne Marketing geht‘s nicht – selbst das beste eBook muss beworben werden.

Hier unterstützt Sie mein kompakter Leitfaden mit 55 nützlichen Tipps – ausführlich beschrieben, sofort umsetzbar und meist kostenlos. Der Ratgeber ist sehr praxisorientiert und konzentriert sich aufs Wesentliche. Sie erhalten einen umfassenden Ideenpool für Ihr persönliches eBook-Marketing.

In ihrem Ratgeber für Indie-Autoren gibt Doppler Tipps und Hinweise, wie man sich als Autor und seine Bücher im Internet präsentiert. Hierbei geht es in erster Linie gar nicht mal um teure Marketingstrategien, sondern um einfache, aber wirkungsvolle Mittel wie das Autorenprofil bei Amazon, die einem helfen, auf sich als Autor aufmerksam zu machen und seine Arbeit ins Gespräch zu bringen. Sie stellt sehr kurz und einfach den Sinn und Nutzen von Autorenseite, Blog und Social Media vor. Gibt Tipps zur Herangehensweise und verrät, was man lieber lassen sollte.

Wer hier allerdings das ultimative Geheimrezept für den erfolgreichen Vertrieb seiner Bücher vermutet, wird enttäuscht sein. Es sind Tipps, wie der Titel schon sagt, keine durchgeplanten Strategien. Diese muss man als Autor weiterhin selbst entwickeln. Trotzdem ist der Ratgeber gut strukturiert und weist auf Möglichkeiten hin, die man ausprobieren kann. 

Auffällig sind die Spezialtipps, die Doppler hier und da gibt. Die verweisen nämlich sehr gerne auf weitere Bücher von ihr. Nun gut, schließlich ist sie Marketingfrau. Trotzdem ist dieser Ratgeber professionell und sehr sympathisch gestaltet. Für alle, die sich noch nicht mit Social Media, Blogs und Foren beschäftigt haben auf jeden Fall eine sehr gute Starthilfe. Für alle die bereits in diesen Medien vertreten sind eine sehr gute Checkliste, anhand der man prüfen kann, was man richtig, falsch oder gar nicht gemacht hat.


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Zwei schöne Geschenke

Jun
15

Einmal im Jahr steht er vor der Tür und macht dir ziemlich deutlich, dass du schon wieder 365 Tage lang auf dieser Kugel rum geeiert bist. Der Geburtstag. Dieses Jahr habe ich ein ganz tolles Geschenk bekommen und eins, dass mich zum Schmunzeln gebracht hat, weil es so wunderbar zweideutig ist. Lustigerweise passen sie auch noch farblich zueinander.

LederbuchEin neues Notizbuch
Über dieses Geschenk habe ich mich nicht nur sehr gefreut, es hat mich auch wirklich in Erstaunen versetzt, wie einfallsreich und handwerklich begabt eine gute Bekannte von mir ist. Notizbücher und Blöcke begleiten mich schon ein Leben lang und ich kann auch nicht genug davon haben. So eines, ein Unikat, habe ich aber bis jetzt noch nicht besessen. Es sieht nicht nur unglaublich toll aus, schön mystisch und phantasievoll. Nein, es fühlt sich auch absolut genial an. Der Einband ist nämlich aus Leder. Das perfekte Buch für geheimnisvolle Gedichte, Plots und kleine Zaubersprüche, die man der einen oder anderen Figur in den Mund legen kann. Und einen Tag später konnte ich mir sogar anschauen, wie das Buch entstanden ist. Vielen lieben Dank Momoko!

 

No BrainAusserdem gab es als Geschenk von Jafo noch dieses kleine tolle Bild. Vor allem der Spruch hat es mir angetan. Die Darstellung und der Spruch bringen einen einfach zum Schmunzeln. In manchen Augenblicken ist das wohl die beste Medizin. Einfach herzlich drüber lachen. Doch was wäre die größte Freude und das schönste Glück, wenn man nicht auch das Leid kennen würde? Dumm sterben heißt nichts anderes, als nicht genug gelebt zu haben. Auch für dieses Geschenke ein herzliches Dankeschön.

So, nun habe ich ein knappes Jahr Ruhe, bis dieser aufdringliche Tag wiederkommt. Bis dahin sind einige Dinge zu erledigen.


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Wie logisch müssen Phantasiewelten sein?

Jun
06

Bestimmt kennen die meisten die Ausführungen Mittermaiers zu einem Kinobesuch („Mein Gott, der Film heißt ‚Auf der Flucht‘ und nicht ‚Gekriegt nach fünf Minuten‘.“). Hier macht sich der bekannte Komiker nicht nur über die Filmvorlieben beider Geschlechter, sondern auch über die realistische Darstellung lustig. Nachdem ich Pratchett „Voll im Bilde“ gelesen habe, gehen mir einige Gedanken nicht aus dem Kopf.

Nicht selten werden Geschichten aus dem Bereich Fantasy und Si-Fi für ihre logischen oder eben unlogischen Zusammenhänge kritisiert. Hierbei werden oft Beschreibungen zu Konflikten, Magie, Kämpfen oder der erfundenen Welt akribisch auseinander gekommen, wenn nicht sogar seziert. Warum tun wir das? Und mit welchen Maßstäben? Ein paar Erklärungsansätze.

Dali Der erhabene Augenblick
Weil wir es nicht anders kennen gelernt haben

Tatsache ist, dass wir bei Allem, was wir tun, zuerst auf die eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Auch beim Lesen und Filme anschauen. Wir wissen, dass Wasser nass und flüssig ist, man aus Blei kein Gold machen kann und wir nur mit Hilfsgeräten fliegen können, weil uns die Erdanziehungskraft an unserem Planeten festhält.
Wenn jetzt jemand behauptet, sich ein Stück Wasser aus der Quelle geschnitten und aufs Brot geschmiert zu haben, können wir nicht ohne weiteres ein Bild vor unserem inneren Auge erzeugen, da man mit den Worten Wasser und Quelle eine sich bewegende Flüssigkeit verbindet. Einfacher fällt es uns mit den Früchten des Nussnougatbaums, die man sehr vorsichtig ausdrücken muss, um nicht von oben bis unten mit Nutella bespritzt zu werden.

Dali Versuchung des heiligen Antonius
Andere Gesellschaften – andere Sitten

Es ist nicht einfach, eine neue Gesellschaft zu erdenken, die von unserer jetzigen oder uns zumindest bekannten Vergangenen sehr stark abweicht, für andere Personen aber trotzdem begreifbar bleibt. Nehmen wir einige bekannte Strukturen. Es gibt einen Tyrannen, der sein Volk unterdrückt oder zwei Fraktionen, die sich bekriegen oder unterschiedliche Stämme, die einen gemeinsamen Feind haben. Diese Szenarien machen für uns Sinn, auch die daraus resultierenden Konflikte.
Versuchen wir es mit etwas ziemlich Absurden. Wir haben drei Völker. Zwei davon leben im absoluten Überfluss friedlich nebeneinander, denn sie sind der Meinung, dass je mehr gibt, umso mehr erhält man zurück. Das dritte Volk lebt im größten Dreck und versucht die Reichen davon abzuhalten, sich zu beschenken, denn mit jeder Schenkung wird es selbst ärmer. Das dumme daran ist nur, dass ausgerechnet die armen Schlucker Götter der ganzen Sache sind. Je großzügiger und friedlicher die Völker zueinander sind, umso beschissener geht es den Schöpfern dieser Gesellschaft. Wie sähe hier der Konflikt aus?
Es ist wesentlich einfacher, einen verständlichen Konflikt in eine fremde Welt zu projizieren, als einen neuen Konflikt zu erdenken. Einen Krieg, der auf Grund unterschiedlicher Religionen, Landbesitz, Hunger, Gier, Neid oder Liebe geführt wird, können wir nachvollziehen. Warum sollte jemand einen Krieg führen, weil er zu viel von etwas hat und es loswerden möchte? Warum sollte es einen Krieg der Liebe geben, wenn es in der Gesellschaft keine festen Bindungen gibt? Warum sollte man an Besitz festhalten, wenn man alles jederzeit selbst produzieren kann? Wie soll es zu einem Glaubenskonflikt kommen, wenn man selbst eine Gottheit ist?

 

Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt

Ist es nicht ausgesprochen erstaunlich, dass fast alle Fantasywelten unserer eigenen in vielerlei Hinsicht ähneln? Es gibt Berge, Flüsse, Wälder und Wüsten. Selbstverständlich existieren sie ebenfalls unter der Erde oder in den Wolken, aber auch dort gibt es immer eine Form von Städten, Siedlungen mit pompösen Bauten oder erbärmlichen Unterkünften. Es gibt außergewöhnliche Pflanzen, Tiere und Bewohner mit wünschenswerten Eigenschaften und Talenten. Es gibt so was wie Wetter und Jahreszeiten. Sehr wahrscheinlich eine oder mehrere Arten von Glaubensüberzeugungen und Festen.
Viel komplizierter als bei der Gesellschaft wird es mit den Wissenschaften. Wie stellt man Biologie, Physik und Chemie auf den Kopf ohne gegen alle bekannten Naturgesetze zu verstoßen? Und jetzt wird es auch schon heikel, denn das Wissen hat Auswirkung auf die Gesellschaft und Kultur, d.h. auch auf Waffen, Handel und das Konfliktpotential.
Wir wissen, dass es biologisch nicht möglich ist, aus dem Genom eines Menschen und Vogels einen flugfähigen Menschen zu schaffen und auch die Vorstellung ist nicht zwingend appetitlich. Wie also sehen unsere Bewohner aus?
Mittlerweile weiß man, dass alles, was uns umgibt, zum größten Teil aus Kohlenstoff besteht und sich das Universum immer stärker ausdehnt. Mit diesem Wissen wird es unglaublich schwierig, eine logische Ursache und Wirkung von Magie zu kreieren. Letztendlich verschwinden Dinge nicht so einfach. Wenn etwas verschwindet, dann ist es nicht weg, sondern irgendwo anders oder etwas anderes. Wie kann ein Lebewesen einen Vorgang wie Verbrennung beherrschen, ohne selbst in Flammen aufzugehen? Man kann nicht in der Zeit zurück reisen und etwas verändern. Es macht auch keinen Sinn, in eine andere Dimension zu springen, nur um etwas ungeschehen zu machen. Zumindest nicht, wenn man sich auf den heutigen realen Wissensstand bezieht. Unser Gehirn ist nicht in der Lage sich eine weitere Dimension hinzu zu denken, solange sie nicht plausibel in unseren Tagesablauf passt.

Dali Geistererscheinung
Von Rittern und Drachen – Göttern und Geistern

Sehr gerne schieben wir die Entstehung von Mythen und Legenden auf das fehlende Wissen in früherer Zeit zurück. Auch das dunkle und heute doch so beliebte Mittelalter ist voller Aberglaube und geheimnisvoller Erzählungen.
Fragt man heute Jugendliche auf der Straße, wie das Internet eigentlich auf ihr Smartphone kommt, wird man sehr schnell feststellen, das nur die wenigsten es erklären können. Wie funktioniert denn die Sache mit den Satelliten? Wir können Elektrizität nutzen, aber nicht sinnvoll speichern. Wieso eigentlich? Die Tier- und Pflanzenwelt birgt Geheimnisse, von denen wir wahrscheinlich noch keine Vorstellung haben. Und manchmal haben wir ein Déjà-vu obwohl wir es gar nicht haben sollten.

Vielleicht sind wir in der heutigen Zeit viel zu oft viel zu kritisch.


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