Drachensichel – Das Drachenvolk von Leotrim

C.M. Hafen

Dakota lebt wohlbehütet bei der Chronistin als ihr Mündel. Dies ändert sich an dem Tag ihres sechzehnten Geburtstags. Sie muss losziehen, um endlich hinter die Geheimnisse ihrer eigenen Herkunft zu kommen und spielt dabei manches Mal mit dem Feuer.

Gleichzeitig finden auch Ambro und sein Drache Norwin immer mehr Antworten auf die Fragen ihres Lebens – nicht alle davon sind leicht zu ertragen. Und doch ergeben sie – einem Puzzle gleich – nach und nach einen tieferen Sinn.

 

Nachdem Ambro die Chronistin mit seiner neuen Aufgabe verlassen hat, möchte er nach Hause. Dort allerdings erwartet ihn eine böse Überraschung, denn alle Bewohner des Dorfes haben die Heimat fluchtartig verlassen. Erst in den Winterquartieren finden er und sein Drache eine Spur und beschließen in das Heimatland von Ambros Mutter zu reisen, um sie wiederzufinden und zu erfahren, was passiert ist. Auf dem Weg dorthin muss Ambro feststellen, dass er bisher von Leotrim nicht viel gesehen hat und noch weniger über das eigene Land weiß. Zudem macht die Karte, die die Chronistin ihm mitgegeben hat, nicht viel Sinn, an vielen Stellen ist sie sogar falsch. Wie konnte das passieren? Dies allerdings bleibt Ambros kleineres Problem, denn schon recht bald müssen er und Norwin sich der harten Realität stellen.

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Drachensichel

Währenddessen bricht auch Dakota auf und macht sich auf die Suche nach Antworten auf die immer brennender werdenden Fragen um ihre Herkunft. Auch sie muss feststellen, dass sie bis zu dem Zeitpunkt ihrer Abreise ein sehr einfaches und behütetes Leben bei der Chronistin geführt hatte. Jetzt muss sie plötzlich mit anderen und mehreren Menschen zurechtkommen und merkt, dass sie doch wesentlich anderes ist, als der Rest. Viel beunruhigender ist für sie aber die Tatsache, dass genau die anderen Menschen und Drachen mehr über sie zu wissen scheinen, als sie selbst.

Der zweite Teil der Trilogie um das Drachenvolk von Leotrim schließt direkt an den ersten „Drachenbrüder“ an und nimmt gleich eine überraschende Wendung. Als Leser geht man davon aus, dass die Geschichte von Ambro und seinem Drachenbruder Norwin weitererzählt wird. Dies ist zwar der Fall, allerdings rückt schnell eine weitere Figur in den Vordergrund: Dakota, die Ziehtochter der Chronistin. Dennoch, beide Hauptfiguren werden in diesem Teil in die Welt hinausgetrieben und müssen sich vielen Situationen stellen, die ihre Sicht auf die Welt, andere Menschen, Drachen und auch sich selbst rapide verändern. Dabei gibt die Autorin den beiden ganz unterschiedliche Eigenschaften mit. Während der eine eher defensiv agiert, wird der andere immer offensiver und fordernder. So nehmen die beiden Erzählungsstränge einen unterschiedlichen Verlauf. Auch wenn die Erzählungen zuerst etwas voneinander losgelöst wirken, schafft die Autorin Gemeinsamkeiten in der Entwicklung und erlaubt dem Leser Spekulationen auf die Zusammenhänge der Welt, was der Geschichte zusätzliche Spannung verleiht und gut unterhält. Mit einer sehr interessanten Begebenheit schließt der zweite Teil und gibt somit Platz für einen weiteren Handlungsverlauf im letzten Buch dieser Reihe. Man kann gespannt bleiben.

 

Eigene Meinung

Ich war ein bisschen verwirrt, dass die Geschichte um Ambro etwas in den Hintergrund gerät. Es schien am Ende des ersten Teils sehr offensichtlich, dass im zweiten die Abenteuer des Kartografen erzählt werden. Hier hat mich C.M. Hafen sehr überrascht und mir gefällt dies eigentlich ganz gut, denn sie erfüllt eben nicht die Erwartungen des Lesers, sondern zeigt eine neue Seite der Welt und Geschichte. Zwar wurde die Figur der Dakota sehr wohl im ersten Teil eingeführt, auch sind die Motive der Handelnden deutlich und im Verlauf der Erzählung nachvollziehbar, dennoch erscheinen einige Aspekte, die zu Beginn eine Rolle gespielt haben eher nebensächlich. Dies ist aber persönliches Leseempfinden. Tatsächlich ist auch der zweite Teil kurzweilig und liest sich sehr angenehm. Außerdem sind die Themen, die C.M. Hafen in Drachensichel aufgreift sehr schön und gut gewählt für die zwei Hauptfiguren, die plötzlich auf eigenen Beinen stehen müssen: das Anderssein, das Alleinsein, Fremde, Freundschaft, Grausamkeit, Angst, Trauer, aber auch Verständnis und Hilfsbereitschaft.

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung und ein schöner Cliffhanger am Schluss, der definitiv auf den letzten Teil neugierig macht.

 

„…„Das Leben beginnt im Wasser und endet imFeuer.“…..“

„…Ambro hatte sein Versprechen nur deswegen gehalten, weil Hipp immer dann aufgetaucht war, wenn er versucht hatte, es zu brechen…“

„…“Nichts ist einfach nur eine Geschichte“, sagte Krywult…“

„…Und uns war egal, wer gegen uns und die Bedeutung des Bergs aus Bedeutung war, ob in Taering oder in der Presse oder anderswo im Land oder in der Welt. Denn immer mehr waren dafür…“

 

Mehr über die Autorin Carolin M. Hafen

Zur Rezension von Drachenbrüder

Drachenbrüder

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