Königsklingen

Joe Abercrombie

Und wieder muss Logen, der Barbarenkrieger, der eigentlich nur seine Ruhe haben will, in die Schlacht ziehen. Überall herrscht Krieg, der König liegt im Sterben und das Reich versinkt im Chaos. Das weiß auch der zynische Großinquisitor Glotka, und mit List und Täuschung versucht er sich aus der Affäre zu ziehen. Nur der Erste der Magier ahnt, was wirklich auf dem Spiel steht – das Bestehen ihrer Welt. Doch muss er dafür die Gesetze der Magie brechen…

 

Nachdem der Erste der Magie mit seiner Gruppe vom Ende der Welt zurückgekehrt ist, gehen die Begleiter ihrer Wege. Logen kehrt in den Norden und damit in den Krieg zurück, um an der Seite von West gegen seinen größten Feind zu kämpfen. Dabei gerät er zwischen die Fronten und zu guter Letzt in eine aussichtslos scheinende Situation. Nicht viel anders ergeht es Superior Glotka, der ebenfalls nach seiner Rückkehr mit Aufgaben betraut wird, die ihn irgendwann dazu zwingen könnten, seine Loyalität mehr als nur auf die Probe zu stellen. Allein für Jezal scheint sich das Schicksal auf unerwartete Weise zum Guten zu wenden, denn er landet, aus ihm nicht ganz nachvollziehbaren Gründen, sehr plötzlich auf dem Unionsthron mit Bayaz als ständigen Ratgeber und Begleiter an seiner Seite. Doch das Glück hält nur eine kurze Weile. Spätestens als sich die Nachricht über den Einfall der Gurkhisen bewahrheitet und die Streitkräfte der Union immer noch im Norden kämpfen, würde der neugekrönte König am liebsten die Flucht ergreifen. Bayaz hingegen hat ganz andere Pläne und schon bald müssen die meisten Beteiligten mit Entsetzen feststellen, wer die Union tatsächlich führt. Ferro hingegen bekommt, wonach sie so lange gestrebt hat: Rache! Der Preis, den sie dafür zahlt, ist unerwartet hoch.

Königsklingen
Joe Abercrombie – Königsklingen

Mit Königsklingen endet die Trilogie um den Barabarenkrieger Logen und alle Gefährten, die ihn begleitet haben. In diesem Band tobt sich Abercrombie in unzähligen Kämpfen und Schlachten aus, die eines Tolkiens sicherlich würdig sind. Auch arbeitet er die Charaktere nochmals aus, besonders Glotka, Logen, Jazal und Ardee. Das große Finale findet zudem in der Hauptstadt Adua statt, wo sich alle wichtigen Figuren nochmals über den Weg laufen. Doch ein Happy End gibt es nur für die wenigsten. Damit nimmt Abercrombie diesem Band einen Teil des Fantasy-Aspekts und bewegt sich sehr nahe an einer realistischen Schilderung von Kriegsereignissen und deren Ausgang für die einzelnen Beteiligten. Dies hingegen verleiht seinen Charakteren eine gewisse Tiefe und sie sind nicht so stereotyp wie in den meisten phantastischen Werken. Zu der Gesamterzählung passt dies durchaus.

Neben den Kriegs-Szenarien beweist Abercrombie in diesem Band ebenfalls sein Können im Hinblick auf Intrigen. Hierbei bedient er sich hauptsächlich der Figur des Superiors Glotka, der in diesem Buch eine interessante charakterliche „Wendung“ erfährt, Gleiches widerfährt auch Logen. Es bleiben gegen Ende des Buches einige Dinge unklar, auch wenn man merkt, dass sich der Autor sehr darum bemüht hat, für jede Figur eine Auflösung in der Geschichte zu finden. Gut, das ist bei den vielen Charakteren auch nicht so einfach. Dennoch hat man zumindest bei den Figuren von West, dem Hundsmann und Espe eher den Eindruck, dass Abercrombie nicht so wirklich eine Idee hatte, was er mit ihnen machen soll, sie sind plausibel aber recht einfach. Oder aber die Enden sind dem Umfang des Buches geschuldet. Denn mit 937 Seiten ist es schon beträchtlich lang. Dies liegt aber daran, dass auch in diesem Teil Abercrombie zuerst drei nahezu voneinander unabhängige Handlungsstränge aufbaut, die er zum Ende hin zusammenführen muss.

Auch wenn in diesem Band der Schwerpunkt auf Kampf und Schlachten liegt, gelingt es dem Autor die Spannung über die gesamte Länge aufrecht zu erhalten und man möchte als Leser stets wissen, welchen Einfluss die Ereignisse in dem einen Handlungsstrang auf den anderen haben. Somit ist gute Unterhaltung auf jeden Fall garantiert. Wer allerdings vor brutalen Folterszenen ein bisschen Angst hat, sollte einige Seiten überblättern.

 

Eigene Meinung

Für mich ist Königsklingen zwar ein gelungenes Fantasy-Abenteuer, aber von den drei Büchern um Logen bis auf den Schlussteil das schwächste. Dies mag aber daran liegen, dass ich Schlachten und sehr umfangreichen Kampfszenen nicht viel abgewinnen kann, obwohl Abercrombie hier wirklich sehr gute Arbeit leistet.

Was mir bis zum Schluss sehr gut gefällt, ist, dass es in den Erzählungen keine richtig gute und auch keine richtig böse Seite gibt. Auch beruhen einige Entwicklungen auf dem Ursache-Wirkung-Prinzip. Hierfür beweist der Autor definitiv ein Händchen. Er versteht es sehr gut, die Elemente der Fantasy mit anderen Genre zu mischen. So kann man sagen, das Königsklingen auch ein bisschen was von Krimi und vor allem Drama hat. Richtig typische Fantasy á la Tolkien ist das also nicht. Die Charaktere sind viel zu abgeklärt, viel zu erfahren und glauben mehr an das wahre Leben, Macht und Geld, als an Magie, Schicksal etc. Vielleicht macht aber gerade das die Geschichte aus. Mir hat es trotz einiger Kleinigkeiten sehr gut gefallen.

 

Fazit: Schönes Buch und eine angenehmen Abwechslung aus dem Genre Fantasy. Es lohnt sich die Logen-Reihe fertigzulesen. Joe Abercrombie bleibt auf jeden Fall mal auf der Liste der Autoren, von denen ich gerne weitere Bücher lesen möchte.

 

„…Eine Tat zieht die nächste nach sich, auf einem Pfad, den wir nicht gewählt haben, den wir aber gehen müssen, und für jeden Schritt gibt es Gründe…“

 

„…Das Leben ist eine lange Abfolge von Dingen, die wir lieber täten…“

 

„…Der König und das Bauernmädchen. Nicht einmal in dem abgedroschensten Roman dürfte so etwas passieren…“

 

„…Wenn man ein neuer Mensch sein will, muss man an neuen Orten bleiben, neue Dinge tun, und war mit Menschen, die einen vorher nicht kannten…“

 

Zu den Rezensionen von Kriegsklingen

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