Unter dem Herzen

Ildikó von Kürthy

Es ist absolut nichts Besonderes, wenn ein Baby zur Welt kommt. Außer, es ist das eigene!

Dehnungsstreifen und Dinkelstangen, Nachgeburt und Frühförderung, wettrüstende Supermütter, Milchstau und Karriereknick, Angst, Glück, Zweifel – und überall Pastinakenbrei!
„Unter dem Herzen“ ist mein Tagebuch aus einer fremden Welt. Denn mir ist neulich etwas Ungeheuerliches passiert: Ich bin Mutter geworden! Und als Anfängerin auf diesem Gebiet fragt man sich: Muss mein Neugeborenes wirklich eine Fremdsprache lernen? Warum schreit es? Warum schreit es nicht? Ist es erlaubt, sich mit dem eigenen Baby zu langweilen?…

 

Auf knapp 300 Seiten berichtet die Autorin von ihrer eigenen Schwangerschaft und dem ersten Jahr zu Dritt als Familie. Tatsächlich sind die Erzählungen als Tagebucheinträge gehalten, zudem ist das Buch mit vielen schönen und zudem bunten Zeichnungen von Stefan Werthmüller durchsetzt.

Von Kürthy beginnt, wo es wohl bei allen beginnt: Beim Schwangerschaftstest. Über das erste Staunen, die ersten Veränderungen, den Geburtsvorbereitungskurs bis hin zur Entbindung kann man sie auf dem Weg zum Mutterwerden begleiten. Damit beschreibt sie humoristisch und sehr ehrlich all die Situationen, in denen sich wohl jede Schwangere wiederfindet. Darüber hinaus berichtet sie von dem ersten Lebensjahr ihres Sohnes und wie sie versucht Familien- und Berufsleben unter einen Hut zu bringen. Sicherlich ein Thema, mit dem sich viele Mütter in der heutigen Zeit auseinandersetzen. Und obwohl von Kürthy die Dinge sehr gerne satirisch und überspitzt darstellt, so übt sie auf angenehme Weise Kritik an so manchen Verhaltensweisen der Eltern im Miteinander. Hier beginnt die Konkurrenz bereits auf dem Spielplatz: Mein Kind ist besser als deins! Schön, wenn man noch darüber lachen kann.

 

Eigene Meinung

Ein sehr schönes Buch für Schwangere. Kurzweilig und angenehm zu lesen. Endlich eine Lektüre, die keine Angst macht oder Leistungsdruck aufbaut. Sehr gefallen hat mir, dass die Autorin nicht davor zurückschreckte auch unangenehme Situationen zu schildern, dass die Dinge auch einfach nicht funktionieren, schiefgehen oder eben nicht so wundervoll sind, wie die meisten immer behaupten.

 

Fazit: Ein nettes Geschenk für werdende Mütter, da eine hervorragend entspannende Lektüre für die letzten Wochen des Wartens auf den eigenen Nachwuchs.

 

„…Ich habe wirklich einen eigenartigen Mann. Er vertraut mir und möchte, dass ich glücklich bin…“

 

„…Das neugeborene Berlin-Baby wird gerne überallhin mitgenommen, auf Lesungen, Demos und Partys, wo es in seinem Beutel an Leuten baumelt, denen du schon an ihrem Tanzstil ansiehst, dass sie gegen Atomkraft sind, aber nichts gegen Ausländer haben…“

 

„…Und als ich schwanger wurde, nahm ich mir fest vor, keine typische Mutti zu werden. Muttis reden nur über Kinder, zeigen sich schnatternd gegenseitig ihre Kaiserschnittnarben und tragen entweder bereits vollgekotzte Pullover oder aber solche, bei denen es nicht schade drum wäre, wenn sie vollgekotzt würden….“

 

„…<<Frauen behandeln Männer wie Analphabeten in Sachen Kindererziehung – und solange Männer keine Forderungen stellen, wir das so bleiben….“

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.