Rund ums Lesen

Fictionfantasy.de vs. booklikes

Mrz
04

Wie kommt man an neuen und zugleich guten Lesestoff? Diese Frage hat mich eine Weile beschäftigt. Nicht weil mein SuB so geschrumpft ist, sondern weil ich wissen wollte, wie man an den ein oder anderen Geheimtipp kommt. Bei fictionfantasy.de bin ich fündig geworden.

Lustigerweise mögen wir es, etwas zu bewerten. Vielleicht liegt es daran, dass wir mit Bewertungssystemen aufwachsen. Schließlich bekommt man schon in der Schule, wenn nicht bereits im Kindergarten, Sternchen, Stempel, Urkunden etc. für irgend eine Art von Leistung.

Was Buchbewertungen angeht, bin ich mittlerweile sehr skeptisch. Vor allem wenn es um Ranglisten und Aktionen wie „Die besten 100 Bücher aller Zeiten“, „100 Bücher, die man im Leben gelesen haben muss“ oder „Die 100 schönsten Romane der Welt“ geht. Sehr schnell hat man sich den Top-Listen von Amazon und anderen großen Verkaufs- bzw. Buchportalen angeglichen oder es wird die Spiegel-Bestsellerliste mehr oder weniger gut kopiert. Wozu also das Ganze?

fictionfantasy.de

Umso erstaunlicher finde ich jetzt die Top100 von fictionfantasy.de. Hier ist „Krabat“ auf Platz 1 gelandet, gefolgt von „Die Legende“ – Gemmell, David und Foster, Alan Dean mit „Bannsänger“. Ich muss gestehen, dass mir sowohl „Die Legende“ als auch „Bannsänger“ überhaupt nichts gesagt haben. Beide Bücher sind nun auf meinem Wunschzettel gelandet.

Bei booklikes rangieren auf Platz 1 bis 3 der Fantasybücher, wie konnte es anders sein, J. R. R. Tolkien mit den Ringen, selbstverständlich gefolgt von Harry Potter. Welch Überraschung!

Gut, man muss zugeben, dass booklikes erst in der deutschen Beta ist und sich nicht ausschließlich mit dem Genre Fantasy beschäftigt. Auch muss man zugeben, dass bei fictionfantasy.de ausschließlich eingefleischte Fantasyfans abstimmen, die wahrscheinlich so ziemlich alles an Fantasy gelesen haben, was geschrieben wurde. Selbstverständlich tauchen auch in dieser Liste die Bestseller von Tolkien und Rowling auf.

Trotzdem weichen die Listen extrem voneinander ab. Abgesehen von den Top10 sind aber beide Listen ziemlich gut, wenn auch absolut unterschiedlich. Finden sich bei booklikes eher die Bestseller und Klassiker, so bedient fictionfantasy eher die Kenner und Experten des Genre.

Wie nützlich die Liste von booklikes für den einzelnen ist, sei mal dahin gestellt. Es ist sehr schön, dass „Farm der Tiere“ von Orwell unter den Top100 rangiert, bei „Das Bildnis des Dorian Gray“ bin ich schon verunsichert. Wäre der Film nicht gewesen, würde nach diesem Buch kein Hahn schreien. Beide Listen geben aber eine gute Auswahl an Büchern, sodass wohl für jeden was dabei ist.


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Frostzauber

Feb
05

Eisblätter

Eisblumen

Eishalme


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Wie man clever und günstig an Rezensionen kommt

Feb
03

Letztes Jahr gab es eine sehr hitzige Bloggerdiskussion. Thema waren Rezensionsexemplare (siehe Freie Meinung in Blogs – die kleinen Sticheleien). Damals hat man sich schrecklich darüber mokiert, dass ein Verlag zukünftig  Rezensionsexemplare per PDF verschicken möchte und nicht mehr als gedrucktes Buch. Was für ein Frevel!
Ein Hauen und Stechen unter den Buchblogger begann, man sprach von der Zweiklassengesellschaft und anderen Weltuntergängen, die uns bis heute glücklicherweise verschont haben. Den einen ist das gedruckte Buch lieb und teuer, anderen ist es wirklich egal, ob gebunden, Datei oder Skript.
Letzten Endes sollte es eigentlich völlig egal sein, in welcher Form man ein kostenloses Rezensionsexemplar bekommt. Hier gingen die Meinungen vielfältig auseinander. Was sich definitiv nicht wegdiskutieren läßt, ist dass es Verlage Geld und Arbeitszeit kostet, Print zu verschicken. Kein Wunder, dass an dieser Stelle nach günstigen und einfachen Wegen gesucht wird, Promotion für neu erscheinende Bücher zu machen.

Wesentlich cleverer und sympathischer als das PDF-Exemplar macht es Pudelmützes Bücherwelten

Rezensionswanderbuch

Hier wird in Kürze zum ersten Mal ein Rezensionswanderbuch auf die Reise geschickt. Das Prinzip ist alt, bekannt und bewährt. Es wird also ein Buch an einen Blogger verschickt, der liest, rezensiert und schickt es an den nächsten Blogger weiter. Selbstverständlich muss man sich vorher für dieses Buch als Leser anmelden. So wird ganz klar verhindert, dass das Buch wahllos in der Gegend rum geschickt wird.

Ganz schön clever! Denn bei dieser Aktion gewinnen sowohl die Leseratten als auch der Verlag. Das Buch bekommt man garantiert, denn jeder Teilnehmer kommt an die Reihe. Der Verlag kommt mit einem Exemplar sehr günstig davon und spart zu dem noch die Versandkosten.
Warum auch nicht? Gerade für kleine und junge Verlage ist das eine sehr schöne Methode Bücher zu promoten. Es mag zwar ein bisschen mehr Zeit kosten, bis einige Rezensionen zusammen kommen, aber man weiß zu jeder Zeit wie viele Personen das Buch gelesen haben und wer es gerade hat. So die Theorie.

Man wird sehen, ob diese Werbeaktion funktioniert. Zwei Wochen sind keine lange Zeit. Auch bin ich gespannt, wie das Buch nach einige Rezensenten aussehen wird. Sind alle so diszipliniert, dass sie es in den vorgegebenen 14 Tagen durchlesen? Diese Aktion sollte man beobachten.


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Das Problem des Großvaterpardoxon und der Zeitreise

Jan
29

In dem Roman, den ich gerade lese, geht es um Einstein. In einem Kapitel wurde nun das Großvaterparadoxon erwähnt und schon ging die Grübelei los…

Es geht schon damit los, dass es sich bei diesem Paradoxon um den Großvater handelt. Eigentlich ein ziemlich komisches Beispiel, denn der Vatermord in jungen Jahren würde genügen, um die angebliche Unmöglichkeit ausreichend darzustellen.

Wurmloch

Doch im Grunde geht es um etwas anderes. Nämlich die Veränderbarkeit der Vergangenheit im Hinblick auf die Gegenwart bzw. Zukunft, wenn Zeitreise möglich ist. Hierzu stellen sich unglaublich viele Fragen und man kann genauso viele Thesen aufstellen. Hier einige Beispiele.

1. Was ist eigentlich noch Gegenwart, wenn man in der Zeit reisen kann?
Gehen wir davon aus, dass wir tatsächlich rückwärts in der Zeit reisen können. Wir bewegen uns also nach Lust und Laune in der bereits stattgefundenen und momentan stattfindenden Geschichte.
Somit sind beide für uns Gegenwart. Denn die Vergangenheit ist, sobald die Reise in sie angetreten wurde, nicht mehr Vergangenheit, sondern Gegenwart und das, was wir zuvor als Gegenwart bezeichnet haben rein theoretisch bereits bekannte Zukunft.
Dies führt zwangsläufig zu Frage 2.

2. Gibt es überhaupt noch eine Zukunft, wenn man in der Zeit reisen kann?
Diese Frage mag im ersten Moment etwas seltsam klingen. Doch betrachtet man die Ausführung zu Frage 1, so gibt es auch keine Zukunft mehr. Wäre also die Zeitreise in die Zukunft möglich, wäre diese genauso Gegenwart, wie die Vergangenheit. Denn man würde sich in der Zukunft gegenwärtig aufhalten. Man müsste also lediglich zwei Zukunftszustände unterscheiden:
a) Bereits bekannte Zukunft, spricht tatsächliche Gegenwart, betrachtet vom Standpunkt des in die Vergangenheit Gereisten.
b) Unbekannte Zukunft des in die Vergangenheit Gereisten vom Standpunkt des in die Vergangenheit gereisten, denn dort ist momentan seinen Gegenwart.
Zeitgleich wäre die Gegenwart die bekannte Vergangenheit einer unbekannten Zukunft. Logisch!

3. Wie oft kann man existieren?
Tatsache ist doch, dass auch wenn man in der Zeit reist, man lediglich nur einmal existiert. Wenn ich also jetzt in die Vergangenheit reisen würde, wäre ich nicht mehr in der momentanen Gegenwart, sondern diese wäre für mich, von meinem Standpunkt in der Vergangenheit unvermeidlich Zukunft.
Verfolgt man diesen Gedanken weiter, so muss man darauf schließen, dass durch Zeitreise nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft Einfluss auf die Gegenwart nimmt. Dies führt also zu einem Problem im Großvaterparadoxon.

4.Das paradoxe am Großvaterparadoxon – kausaler Zusammenhang
Würde ich in die Vergangenheit reisen können, um dort meinen Großvater umzubringen, müsste es gar nicht möglich sein. Hier sind wir bei dem selbstkonsistenten Universum, da mich meine eigenen Zukunft überholen würde.
Ich reise in die Vergangenheit, bringe meinen Großvater um, werde quasi nicht geboren, d.h. ich müsste mich sofort in Nichts auflösen. Wenn ich mich aber in Nichts auflöse, kann ich gar nicht in die Vergangenheit reisen, weil dieser Vorgang ja in der Zukunft stattfindet. Soweit stimmt das Paradoxon ja, ABER ich befinde mich gar nicht mehr in der Zukunft, sondern in der gegenwärtigen Vergangenheit und zwar noch vor meiner tatsächlichen Zeugung. Nach der Logik, des Nichtexistieren in Abhängigkeit von den Vorfahren kann ich dort aber gar nicht sein, weil womöglich mein Vater noch gar nicht geboren wurde und ich ebenfalls nicht. Wie also den Opa töten?

5. Materie abhängig von Zeit
Betrachtet man das Großvaterparadoxon, so muss Materie zwangsläufig von der Zeit abhängig sein, nur so kann man die eigene Existenz auslöschen, wenn man seine Vorfahren tötet. Dies wiederum hat aber zur Folge, dass Materie, in diesem Fall der menschliche Körper, inkl. Geist, an den Verlauf der Zeit gebunden sein muss. Dies würde sie aber unmöglich machen, weil ich nur bis zur eigenen Geburt zurück reisen könnte. Das Großvaterparadoxon wäre damit absolut unmöglich. Man könnte sich nur in der Zeit seiner eigenen Lebensdauer bewegen. Selbstverständlich dann vor und zurück, falls möglich.

6. Materie unabhängig von Zeit
Hier kommt das Mögliche am Unmöglichen und das Großvaterparadoxon ist keins mehr. Wenn Materie von der Zeit unabhängig reisen kann, dann ist es mir sehr wohl möglich meinen Großvater zu töten und weiter zu existieren. Jetzt kommt aber das aber:
Zwar reise ich in der Zeit zurück, gehe aber davon aus, dass meine Gegenwart die Gegenwart bleibt, die ich als Ausgangspunkt der Reise wähle. Mit dem Tod meines Vorfahren ist dies nicht mehr der Fall. Ich kann nicht mehr in der Zeit vorwärts reisen, d.h. zurück in meine ursprüngliche Gegenwart. Ich muss in der Zeit meines Großvaters bleiben und bin „ahnenlos“.

Schwarzes Loch

Egal wie man das Großvaterparadoxon dreht und wendet. Wir knüpfen die Materie, also uns, an die Zeit und versuchen das biologisch Unmögliche, als Argument gegen Zeitreisen zu verwenden. Fakt ist, das wir uns momentan noch kein Leben vorstellen können, das der stetigen Veränderung unterliegen könnte. Sprich, die Vergangenheit wäre kein starres Konstrukt, sondern eine weitere Gegenwart. In gewisser Weise würde dies zum absoluten Chaos führen. Interessant hierbei wäre dann die tatsächliche Zeitmessung.


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Bücher gestern und heute

Jan
20

Vor ca. 700 Jahren gehörte man bereits zu den sehr Wohlhabenden und Gebildeten, wenn man einige Bücher besaß. Wobei bereits drei bis vier als einige bezeichnet werden können. Nicht selten wurden Bücher genau so gehütet wie Gold und andere Schätze. Von Generation zu Generation vererbt und in Kriegen versteckt.
Kein Wunder. Zu dieser Zeit wurden die meisten Bücher tatsächlich noch von Hand abgeschrieben und mit aufwendigen Malereien verziert. Wer also ein oder mehrere Exemplare besaß, wusste genau, dass einige Menschen viele Stunden Arbeit damit verbracht hatten, es herzustellen.

Mit Gutenberg wurde eine neue Ära eingeläutet. Mit ihm wurden Berufe wie Papierer, Buchdrucker und Buchbinder zum gefragten Handwerk. Denn plötzlich wurden Bücher für die breite Masse erschwinglich und herstellbar. Kaum zu glauben, dass damals die Bücher noch per Hand und mit heute primitiv wirkenden Werkzeugen hergestellt und gebunden wurden.

Karfunkel 95

Einen wunderschönen Artikel zu genau diesem Thema findet man im Karfunkel Nr. 95. Zwar ist Hauptthema die Familie im Mittelalter, aber auf fünf Seiten ist eine tolle und bebilderte Anleitung zum Nachbau einer Heftlade aus der damaligen Zeit abgedruckt. Nicht nur für Mittelalter-Fans interessant.

Heute kaufen wir mit wenigen Mouse-Klicks ganze Bücher in wenigen Sekunden, die über WLAN auf kleine portable Geräte geladen werden. Diese Geräte fassen den Inhalt ganzer Regale und wiegen selbst teils weniger als ein Taschebuch. Wir tragen ganze Lastwagen an Lesestoff in unseren Taschen durch die Innenstädte und haben 50 Kg Bücher im Handgepäck, wenn wir in Urlaub fliegen. Luxus ist heute der neuste E-Reader nicht das Buch.
Zum Erstellen eines Buches braucht man heute nur noch einen Rechner und etwas Zeit. Die einfache Vervielfältigung wird mittlerweile mehr Fluch als Segen, denn Inhalte sind schnell und meist einfach kopiert.

Jetzt sprechen wir darüber, wie lange es noch das gedruckte Buch geben wird. Wie sich Verlage positionieren können und wollen. Spekulieren darüber, ob unsere Kinder noch lange schwere Schulbücher schleppen müssen.

Im Grunde genommen sind wir wieder in einer Art Gutenberg-Ära. Werden sich Kinder bald eher an ihren ersten E-Reader erinnern, anstatt das erste Buch? Wird es weiterhin Buch heißen? Wird in Zukunft das gedruckte Buch wieder Luxus, weil es in der Herstellung immer teurer wird durch sinkende Nachfrage? Wie werden wir wohl in 200 Jahren lesen?


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