Rund ums Schreiben

Wie rechnen neobooks.com?

Apr
19

Ich habe mich tatsächlich bei neobooks angemeldet. Nicht um meine Geschichten und Gedichte zu publizieren, da bin ich überzeugter amazoniger KDPler. Eigentlich wollte ich mich nur etwas auf der Plattform umschauen und den Vertriebsvertrag studieren, als mir Folgendes ins Auge sprang:

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Hm, seltsam. Wie kann es sein, dass neobooks.com seinen Autoren mehr Honorar zahlen kann, als amazon? Subventionieren die etwa den Verkauf über amazon? Was aber sollte ihnen das bringen?

Dann aber las ich den Absatz nochmal.

Ich erhalte als Autor 70% des Nettovertragserlöses. Würde also amazon für einen Verkaufspreis von 1,99 EUR tatsächlich 70% Tantiemen zahlen, was sie nicht tun, dann würde ich nicht die 1,17 EUR erhalten (70% aus den Nettoverkaufspreis, der bei 19% MwSt. auf E-Books bei 1,67 EUR liegt) sondern lediglich 0,78 EUR. Das sind aber weit weniger als die 70% aus dem Nettoverkaufspreis, aber es geht ja auch um den Nettovertragserlös. Wo ist also die Differenz von 0,39 EUR?

Nachdem ich mich spaßeshalber mal bei neobooks.com registriert habe, um einen Blick in den Vertriebsvertrag zu werfen, denn ohne Account-Erstellung ist der Download eines Mustervertrags nicht möglich, war mir klar, dass amazon.de bei weitem nicht die schlechtesten sind. neobooks.com zahlt erst ein Guthaben von 50 EUR aus. Bevor das nicht erreicht ist, erfolgt keine Auszahlung sondern lediglich ein Übertrag auf den nächsten Monat. Alles fein säuberlich in den AGBs nachzulesen.

Wer allerdings des Rätsels Lösung auf die ominösen 0,78 EUR hat und mir auch erklären kann, wie was wann wo berechnet wird und wann man bei amazon.de 70% Tantiemen bei einem Verkaufspreis von 1,99 EUR erhält, der ist angehalten mir zu schreiben. Bitte lasst mich nicht dumm sterben. Ich werde Euch auf ewig dankbar sein.


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Ausblick auf 2013

Jan
10

Das Jahr ist zehn Tage alt und es wäre wirklich interessant zu erfahren, wie viele gute Vorsätze wohl bereits gestorben oder wieder verworfen worden sind. Nicht immer ist der innere Schweinehund schuld. Man nimmt sich so oft Dinge vor, die mit viel Fleiß, Zeit und Willen verbunden sind. An einem der drei Dinge mangelt es immer und der Alltag ist wohl unser allergrößter Feind und die beste Ausrede. Das gilt selbstverständlich auch für das Schreiben und Veröffentlichen. Für dieses Jahr habe ich mir einige Projekte vorgenommen und Ziele gesetzt, die nicht übertrieben sind, aber trotzdem kleine und große Herausforderungen werden.

Drachenfeuerjagd – Alte GeheimnisseDieses Jahr erscheint der zweite Teil und damit die direkte Fortsetzung von Drachenfeuerjagd. Momentan habe ich noch einige Korrekturarbeiten vor mir, aber die sollten in den kommenden Wochen endlich abgeschlossen sein. Dann folgt noch der technische Teil mit Formatierungen, Konvertieren und dem Einstellen bei amazon.de. Auch dieses Mal erscheint die Geschichte ausschließlich als eBook. Heute könnt Ihr bereits einen ersten Blick auf das Cover werfen, bei dem mir Kerstin von Target Grafix wieder einmal geholfen hat. Ich wollte, dass es zu dem ersten Cover passt, da die zweite Geschichte nahtlos an die erste anschließt. So hat man einen schönen Wiedererkennungswert und die beiden Bücher werden gleich als zusammen gehörig erkannt. Der dritte Teil ist bereits in Arbeit und damit ein weiteres Ziel für 2013. Insgesamt werden es vier Teile. Soviel sei verraten.

 

cover_unbekannt

Gedichte begleiten mich bereits seit Jahren. Viele liegen in Notizbüchern, teilweise unsortiert und schon halb vergessen. Nach den lustigen Unfugreimen soll eine Sammlung mit ernsten, melancholischen, wütenden und aggressiven Texten entstehen, die sich mit den hässlichen Dingen unserer aller Leben beschäftigen. Einige Werke sind durch die Musik von Rammstein und die Texte von Till Lindemann geprägt. Ein Cover gibt es noch nicht, aber ich werde wieder einmal ganz lieb bei Kerstin anklopfen. Der Titel steht bereits. Diese Sammlung, die selbstverständlich auch als ebook erscheint, wird „Düstere Gedanken“ heißen.


Auch zwei Interpretationen stehen auf meiner Will-ich-machen-Liste. Mit der ersten bin ich bereits im Verzug, denn Dani von Spiegelwelten hat mit seiner zu „Mein Herz brennt“ ordentlich vorgelegt.So, damit wären die großen Ziele mal benannt, kleine gibt es auch. Nach Weihnachten ist der SuB ordentlich gewachsen. Gelesen wird dieses Jahr querbeet, einige Pratchetts sind darunter. Auch zwei Bücher über das Schreiben an sich. Ja, selbst einem Ratgeber über kreatives Schreiben gebe ich eine Chance, da es ein Weihnachtsgeschenk ist. Außerdem sind diese Ratgeber gar nicht mal so schlecht. Entweder man kann irgendetwas für sich daraus ziehen oder man weiß zumindest wie man es auf gar keinen Fall machen will. Insgesamt sollen 20 Bücher und fünf Hörbücher mir dieses Jahr einen Teil der freien Zeit versüßen. Auf jeden Fall wird garantiert die 100 Rezensionen-Grenze geknackt.

Last but not least werden einige Texte aus dem Blog vollständig verschwinden oder in neu überarbeiteter Version erscheinen.

Ich bin selbst gespannt, wie viele Ziele und Projekte dieses Jahr gelingen. Ich freue mich auf die Arbeit.


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Garantiert Empörungsfrei

Sep
06

Sehr erheitert hat mich gestern ein Artikel, der über Twitter ( @steffenmeier ) verlinkt wurde. Hierbei geht es um ein Buch-Projekt aus dem Riva-Verlag. Gesammelt wurden lustige Sprüche und Tweets, die als „Best of“ erscheinen sollten. Doch wer eine gute Idee oder gar Erfolg hat, hat auch Neider und in der heutigen Zeit kommt alles schneller und anders als wie man denkt. Denn was früher kaum gestohlen, ist schon lange nicht mehr in Polen, sondern als Buch oder ebook bei Amazon.

Da fängt die Misere allerdings erst an, denn die veröffentlichten Sprüche stammen wohl nicht von dem Autor, sondern wurden schlichtweg per Copy & Paste zusammen geklickt. Dies habe er dem Verlag auch zugesichert. Die ersten Neider haben sich bereits vor der Veröffentlichung gefunden und protestieren. Es wird behauptet, bemängelt und beklagt. Quellenangaben? Urheberrecht? Schließlich ist an keinem Tweet ein ©, also „free for all“? So einfach scheint es nicht zu sein, denn das Projekt wurde vom Verlag gestoppt. Vielleicht waren die Diskussionen auf Amazon und Facebook ein Grund für den Stopp. Zuletzt forderte der Verlag die Community auf Facebook auf, sich zu melden, falls man einen seiner eigenen Tweets auf einer bestimmten Facebook-Seite findet. Nun gut, so spart man sich auch das Buch, man liest einfach alle dort veröffentlichten Sprüche, die wohl den Inhalt des Buches gestellt hätten. Gratis versteht sich. Gut, an der Stelle ist das Buch dann wohl bereits gestorben.

Dem aber nicht genug. Über 300 Kommentare erntet der Verlag und darunter tatsächlich auch Verfasser diverser Tweets, die entweder in dem Buch genannt oder nicht genannt werden möchten. Abgesehen vom Shitstorm, der über den Autor herein gebrochen ist, wird die Idee des Buches verrissen, obwohl sie nicht einmal neu ist. Hier wird im Eifer des Gefechts auf alles eingedroschen. Sei’s drum.

Alles Unfug
Tja, und was macht man wohl als Indie-Autor eines ebooks, das ausschließlich aus Tweets besteht? Allerdings den eigenen. Man lacht. Was anderes bleibt einem nämlich nicht übrig.

Kleine Gedichte und Reime mögen nicht jedermanns Sache sein, aber ich kann garantieren, dass der Unfug in diesem ebook ausschließlich meinen Hirnwindungen entsprungen ist. Und wer den wahren Grund wissen möchte, warum ich ausgerechnet all diese Tweets in ein Büchlein gepackt habe (abgesehen von der Tatsache damit schnell sehr viel Geld zu machen, nur um die Weltherrschaft an mich reissen zu können), der möge bitte fragen. Ich antworte gerne.


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Neues Selfpublishing Portal – Kobo Writing Life

Jul
31

Achtung, die Kanadier kommen! Zumindest der E-Book-Händler Kobo. Der hat jetzt nämlich ein eigenes Portal zum Selfpublishing gelauncht. Anscheinend sind bereits einige tausende Autoren im Beta-Test angemeldet. Unter Kobo Writung Life kann man sich umschauen.

Die Strategie ist wirklich gut. Kobo nimmt jedes Manuskript. Egal ob Word, Mobi oder eine Textdatei. Man kann anscheinend jedes Datenformat durch deren open-source Konverter jagen und problemlos in EPUB umwandeln. Anscheinend kann der E-Reader von Kobo sowohl EPUB als auch Mobi darstellen, aber auch PDF, HTML und RTF. Auch die Darstellung von Bildern und damit selbstverständlich Covern soll hervorragend sein.

Ganz schön clever. Allerdings geht Kobo noch weiter, anscheinend kann man das konvertierte E-Book auch über andere Kanäle verkaufen und ist nicht an Kobos Plattform gebunden. Eine ganz andere Vorgehensweise als Amazon.

Momentan sind nur wenige Infos verfügbar und lediglich eine deutsche Infoseite, aber anscheinend will Kobo alle Formate bedienen und sich tatsächlich auf den Verkauf von E-Books spezialisieren. Man kann sich zwar bereits registrieren, aber so richtig viel passiert noch nicht. Den Kobo-Reader gibt es übrigens für 99 EUR bei Saturn und MediaMarkt und er sieht wirklich gut aus. Allerdings kenne ich momentan noch niemanden, der ihn besitzt. Die Plattform von Kobo werde ich trotzdem mal ausprobieren und entsprechend berichten.


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Leistungsschutzrecht – Recht für wen?

Jun
26

Den Verlagen geht es seit Jahren furchtbar schlecht. So schlecht, dass irgendjemand daran schuld sein muss. Im schlimmsten Fall das Internet, denn das ist heutzutage schließlich an fast allem schuld.

Revolutionär scheint auch der Referentenentwurf zum Leistungsschutzrecht. Einige Passagen sind so schwammig formuliert, dass ein sehr großer Spielraum für Interpretationen gelassen wird. Große Häuser, wie Axel Springer wird das freuen. Für private Blogger kann die Sache schnell ins Auge gehen.

Einige sehr seltsame Punkte, die uns Blogger, Twitter-Nutzer und Facebook-Junkies betreffen:

  • Die Unterscheidung von privater und gewerblicher Nutzung. Zwar soll die private Nutzung und Verbreitung von Pressetexten immer noch erlaubt sein, doch es gibt keine eindeutige Definition mehr, wann ein Blog privat und wann gewerblich genutzt wird. Besonders für Indie-Autoren kann es haarig werden, wenn sie auf die eigenen Publikationen verweisen.
  • Texte, die Verlage ins Netz stellen, sollen nach dem Gesetzesentwurf tatsächlich anders behandelt werden, als die privater Autoren. Dies führt zwangsläufig zu einer Ungleichbehandlung. Genau genommen könnten Verlage Blogger verklagen, wenn sie Pressetexte und Artikel nutzen, der Privatmann hätte allerdings keine Chance etwas zu unternehmen, wenn seine Blogartikel kopiert würden. Hier greift dann wieder das Urheberrecht? Man weiß es nicht.
  • Die Definition von „kleine Teile“ aus Texten sei ebenfalls ominös. Selbst die korrekte Wiedergabe einer Überschrift könnte zu einer Klage führen. Was aber, wenn man diese Überschrift bereits in einem eigenen Artikel verwendet hat und diese nun von einem Verlag genutzt wird? Was wenn man als privater Blogger einen Satz konstruiert, der so in irgendeinem Artikel auftaucht, mit dem er aber einfach nichts zu tun hat? Hier stellt sich dann auch die Frage, wie man überhaupt noch Zitate anführen darf, ohne Gefahr laufen zu müssen, doch verklagt zu werden, obwohl das Zitatrecht unberührt bleiben soll.

Möchte man einigen Artikeln der letzten Wochen Glauben schenken, ist der Gesetzesentwurf darauf ausgelegt, dass Verlage Geld von Google fordern dürfen. Doch letztendlich wird hier versucht auch Blogger und Twitter-Nutzer daran zu hindern, Inhalte zu verbreiten oder eben auf dem Weg zur Kasse zu bitten. Wenn schon paar Tausend Leser für Zeitungen fehlen, holt man es eben per Unterlassungserklärung vom Blogger. Die Anwälte reiben sich die Hände und bestellen den neuen Porsche vor. Vielleicht will man sogar einigen Leuten das Leben etwas schwerer machen, die Meinungen im Internet vertreten, die einem selbst nicht schmecken.

Zu Presseerzeugnissen werden sich wohl nur noch wenige äußern, wenn dieses Gesetz kommt. Vielleicht bleiben dann auch endlich viele seltenblöde Artikel unbeachtet. Das zumindest wäre der einzige große Vorteil.


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