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Challenge

Science-Fiction Lese-Challenge 2011

Jun
05

Pünktlich zum Sommer haben Vega und LordpronG eine Lese-Challenge gestartet. Diesmal zum Genre Science-Fiction.

Eine super Sache und tolle Genre-Wahl, denn im Web hat man manchmal den Eindruck, dass ein Genre zu kurz kommt. Deswegen schwinge ich für die Jungs noch ein bisschen die Werbetrommel, denn ich finde auch die Aufmachung sehr gelungen. Besonders die Liste der Teilnehmer (und die ist schon lang) mit den Rängen ist eine witzige Idee.

Der Startschuss ist erst Anfang Juni gefallen und man kann jederzeit einsteigen. Wer also mitmachen will, hier findet Ihr weitere Infos:

Challenge-Hauptseite auf raVenport

Ich werde auf jeden Fall regelmäßig reinschauen und vielleicht kann mich doch mal ein SiFi-Buch begeistern. Man soll bekanntlich niemals nie sagen. Allen Teilnehmern wünsche ich viel Spaß beim Lesen!


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Der Schrecksenmeister

Dez
11

Walter Moers

In Sledwaya, der Stadt, in der „das Gesunde krank und das Kranke gesund“ ist, spielt der neue Roman „Der Schrecksenmeister“ des zaminischen Großschrifstellers Hildegunst von Mythenmetz. Er handelt von der Auseinandersetzung zwischen Echo, dem hochbegabten Krätzchen, und Succubius Eißpin, dem furchtbaren Schrecksenmeister Sledwayas, der Faust und Mephisto in einer Person zu verkörpern scheint. Dieser lässt nichts unversucht, um sich vermittels der Alchimie zum Herrn über Leben und Tod aufzuschwingen – und dazu braucht er nichts notwendige als das Fett von Echo, der gezwungen ist, einen teuflischen Vertrag mit Eißpin abzuschließen.

Der Schrecksenmeister
Nachdem Echos Frauchen stirbt, verliert dieser sein Zuhause und irrt hilflos und ausgehungert durch Sledwaya, in der der Schrecksenmeister ein hartes Regim führt. Aus purer Verzweiflung lässt sich das Krätzchen, ja, richtig das Krätzchen, nicht Kätzchen, auf einen Vertrag mit dem Schrecksenmeister ein. Zwar rettet dieser Vertrag Echo vorerst das Leben, denn der Schrecksenmeister garantiert der Kratze freie und hervorragende Kost und Logis, allerdings nur bis zum nächsten vollen Schrecksenmond, also vier Wochen. Danach darf er das Krätzchen auskochen, wie er es mit vielen anderen seltenen Tieren Zamoniens zuvor gemacht hat.

Wer hätte gedacht, dass der furchterregende Schrecksenmeister nicht nur ein Alchimist, sondern ausgezeichneter Koch ist, der dem Krätzchen Köstlichkeiten kredenzt, von denen dieses nicht einmal geahnt hatte, dass es sie gibt. Sei es nun das Ei des Tarnkappenstörs oder eine Erkenntnuss.

Erst nach einiger Zeit merkt Echo, auf was er sich aus purer Verzweiflung eingelassen hat. Ob ihm die anderen Bewohner des eißpinischen Schlosses werden helfen können? Denn niemand versteht die Ledermäuse und in zamonischen Geschichten gibt es keine guten Enden.

Ein Märchen für Erwachsene, aber was für eins! Mit unglaublich viel Phantasie und Wortwitz erzählt Walter Moers die Geschichte von Echo und dem Schrecksenmeister, auch wenn er behaupten mag, diese lediglich aus dem Zamonischen übersetzt zu haben. In kurzen, aber sehr spannenden Kapiteln erlebt der Leser gemeinsam mit dem Krätzchen viele Abenteuer im alten Schloß und lernt einige Geheimnisse der Alchimie kennen. Unglaublich schön sind auch die Illustrationen, die nicht selten zum Lachen einladen. Moers erzählt kurz und sehr spannend, sodass man auf jeden Fall erfahren möchte, was es mit gekochten Gespenstern und der Zubereitung verschiedenster Gerichte auf sich hat. Und überhaupt, wieso versteht eigentlich keiner die Ledermäuse?

Es steht auf jeden Fall fest, dass „Die Stadt der träumenden Bücher“ auf meiner Wunschliste landet. Für alle, die Fantasy lieben und ein bisschen zum Nachdenken gebracht werden möchten, ist dieses Buch ein ausgezeichnetes Geschenk und passt prima in die Weihnachtszeit.


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Geisterhafte Grotesken

Nov
03

Geisterhafte Grotesken
Fabienne Siegmund (Hrsg.)

Sie sind aus Stein. Schmücken und zieren die Fassaden unserer Kirchen und Häuser. Leiten das Regenwasser von ihnen ab. Vertreiben den Teufel und sein Gefolge.

Wasserspeier.

Doch sind sie wirklich nur in Stein geschlagene Figuren, starr und leblos?

23 Autoren beweisen in ihren unheilvollen, düsteren, traurig-romantischen und bösen Geschichten, dass Stein oftmals lebendiger ist, als es den Anschein hat…

Eine Anthologie mit viel Phantasie!

Bisher habe ich lediglich Anthologien von einem Autor gelesen, z.B. „Stern- und Geisterstunden“. Dieses Buch wollte ich aber im Rahmen der Fantasy-Challenge unbedingt lesen und ich wurde wirklich nicht enttäuscht. Zum einen ist die Mischung der Geschichten wirklich gelungen, zum anderen sieht man sehr anschaulich wie unterschiedlich die einzelnen Autoren schreiben, besonders wenn man zwei bis drei Geschichten hintereinander wegliest.

Nun könnte man hier viele Geschichten aufzählen, die wirklich tolle Ideen enthalten und auch super geschrieben sind, doch für jeden Leser machen Thema, Gedanken und das Ende letztendlich die „Lieblinge“ aus.

Hier also meine drei absoluten Favoriten:

Wasser, Gold und Blut von DERHANK

Der Steinmetzlehrling kennt die Geschichten seines Meisters über die Kathedrale mittlerweile auswendig. Nicht umsonst nennt er den alten Kauz „Väterchen“ und glaubt nicht viel von dem Geschwätz des Alten über Gargyila, der goldene Statue auf der Spitze des Kirchenbaus, bis die beiden eines Tage den fertig gestellten Gargoyle auf das Dach der Kirche bringen…

Schöne Formulierungen, tolle Idee und wirklich schön geschrieben. Ein interessantes Ende, dass zum Nachdenken anregt. Sehr gerne gelesen.

Wenn wir uns wiedersehen von Daniela Perndl

Sie trauert am Grabe ihres Geliebten. Nichts kann sie mehr trösten und als ihr ein Wesen der Nacht, das von der Friedhofskirche steigt, ein Angebot macht, welches das Herz des Mädchens nicht ausschlagen kann, muss sie ihren Part der Abmachung erfüllen. Wie hoch der Preis tatsächlich ist, merkt sie erst zum Schluss…

Mit unheimlich viel Gefühl geschrieben, wenn auch sehr düster. Sehr gelungene Beschreibungen.

In der Verdammnis von Torsten Scheib

Eine Stadt von oben betrachten, hasserfüllt über sein eigenes Schicksal sinnieren. Womit soll sich sonst ein Gargoyle die Zeit vertreiben? Doch da ist etwas. Etwas, dass er nicht vergessen kann und auch nicht will. Menschen, es sind Menschen, die über Leben und Tod entscheiden, zu Recht oder Unrecht, selbst für Stein…

Hier hat mir der Erzählfluss sehr gut gefallen, neben der Idee zur Geschichte war die Handlung wirklich immer im Gange. Sehr gerne gelesen.


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Saphierblau – Liebe geht durch alle Zeiten

Sep
13

Saphirblau

Kerstin Gier

Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist vielleicht keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfägt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen allen Zeiten.

Nach der turbulenten Landung in der Kirche gehen die Zeitreisen für Gwendolyn und Gideon weiter. Doch jetzt hat Gwendolyn einen weiteren Freund, den Wasserspeier Xemerius. Eigentlich kann Gwendolyn nur Geister sehen, denkt sie, Xemerius ist allerdings ein Dämon, der ihr in Saphirblau zur Seite steht und seine Hilfe kann sie gut gebrauchen. Immer komplizierter wird die Geschichte und Vergangenheit um den Diebstahl des ersten Chronographen und erst bei dem einen Zeitsprung, als Gwendolyn unerwartet auf ihren Großvater trifft, merkt sie, wie schwierig es werden kann Geschehnisse in der Vergangenheit, Zukunft und dem Jetzt zu kontrollieren. Das ist aber nicht die einzige Herausforderung, denn Gideon und sein Verhalten bringen nicht nur ihre Gefühle durcheinander. Nebenher muss sie sich weiter mit der unliebsamen Cousine Charlotte, einem durchgeknallten Lehrer der Wächter und dem Zeitreisen rumschlagen. Und wie bereits ihre Mutter erwähnt hatte, darf sie niemandem trauen, noch nicht mal den eigenen Gefühlen. Die Tagesparolen merken? Denkste!

Bereits das erste Buch Rubinrot hat mir wirklich gut gefallen. Auch der zweite Teil ist Kerstin Gier gelungen. Ohne große Umschweife und lange Beschreibungen liest sich die Handlung schnell und trotzdem spannend. Den Humor aus dem ersten Teil hat Gier beibehalten. Besonders der kleine Wasserspeier ist ein gelungener Charakter. Wer sich noch an seine eigene Jugend erinnert, wird Gwendolyn, ihre Freundin Leslie und sogar Charlotte an vielen Stellen verstehen.

Trotz der oft sehr knappen Beschreibungen kann man beim Lesen in die geheimnisvolle (Teeny-)Welt abtauchen. Eine perfekte Mischung aus Heute und Gestern. Hervorragend ist aber der logische und schlüssige Aufbau der Story im Bezug auf die Zeitsprünge. Das macht die Geschichte sehr glaubwürdig (vielleicht nicht das richtige Wort), auch wenn es sich um Fantasy handelt. Ein sehr schönes Jugendbuch.

Der dritte Teil steht auch jeden Fall auf der Wunschliste. Erwachsen sein ist oft einfach zu langweilig.

Anmerkung: Rubinrot soll verfilmt werden. Da bin ich nun wirklich mal gespannt. Mehr Infos findet man hier: http://www.saphirblau.de


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Pyramiden – Ein Roman von der bizarren Scheibenwelt

Aug
06

Pyramiden

Terry Pratchett

Der zum Assassinen ausgebildete Teppic, Sohn des Pharaos Teppicymon XXVII., soll die Nachfolge seines Vaters in dem kleinen Königreich Djelibeby antreten. Das Königreich, erfährt Teppic, ist so arm, daß es sich nicht einmal ordentliche Grabesflüche und Plagen leisten kann. Dennoch plant der neue Pharao, zu Ehren seines Vaters die größte Pyramide aller Zeiten zu bauen – ein aberwitziges Vorhaben, das die Vorfahren Teppics aus dem ewigen Schlaf erweckt und die Götter des Reichs herbeiruft. Glücklicherweise kann Teppic auf die Hilfe seines mathematisch begabten Kamels namens »Du Mistvieh« zählen …

Alles beginnt damit, dass Teppic in Ankh-Morpork seine Ausbildung zum Assassine beginnt und damit begibt er sich nicht nur in einen ganz anderen Kulturkreis, sondern in eine andere „Zeit“. Seine ursprüngliche Heimat Djelibeby existiert seit 7.000 Jahren und zu den bekanntesten Monumenten zählen die Pyramiden, die die alten Pharaonen beherbergen. Dies spielt zu Anfang nicht wirklich eine Rolle, doch als kurz nach Teppics Abschlussprüfung Gras unter seinen Sohlen wächst, sodass er kniehoch in saftig grünem Getreide steht, weiß er, dass er zurückkehren muss.

Doch wie kehrt man als junger Assassine in ein Land zurück, in dem die Zeit still zu stehen scheint? Was sind die Aufgaben eines Pharao und wie schafft man Veränderung und Wandel, wenn die Interpretationen des Hohenpriesters Dios den eigenen Tagesablauf diktieren?

Teppic tut, was ein guter Sohn zu tun hat, wenn der Vater stirbt und läßt die größte Pyramide aller Zeiten bauen. Genau das hat zur Folge, dass sich Veränderungen einstellen, allerdings nicht so wie erhofft, sprich Djelibeby ändert sich so gravierend, dass es verschwindet. Nicht wirklich, aber irgendwie schon.

Hätte man doch nur vorher ein Kamel befragt…

Nun gut, der Humor lässt nicht zu wünschen übrig. Trotzdem habe ich bei diesem Roman nicht wirklich die Tränen lachen müssen, die ich von den vorherigen Büchern gewohnt war. Vielleicht liegt es an den Themen, vielleicht auch an mangelnder Allgemeinbildung um jeden Witz zu verstehen. Die Ideen sind zwar sehr unterhaltsam, aber die Geschichte ist bei weitem nicht so hinreißend, wie z.B. bei Mort oder Wachen! Wachen!. Sie plätschert ein bisschen dahin und auf manchen Seiten sind die Ereignisse doch ein bisschen langatmig. Bereits sehr schnell kann man sich das Ende der Geschichte denken, was eigentlich sehr schade ist.

Als schlecht kann man diesen Scheibenweltroman nicht bezeichnen, allerdings waren die bisher gelesenen wesentlich unterhaltsamer.


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