Hörbuch

Die Elixiere des Teufels

Apr
08

E.T.A. Hoffmann

Nein, das hier wird keine Rezension. Auch wenn ich eine schreiben wollen würde, könnte ich es momentan nicht. Daher folgt nur ein kleiner Bericht.

Wie bereits geschildert, habe ich mir letztes Jahr vorgenommen, einige Bildungslücken bezüglich der Weltliteratur zu schließen. Sinnvollerweise nutze ich hierfür die Autofahrt zum Büro und den Nachhauseweg. Geht am besten mit Hörbüchern. Angefangen habe ich mit „Der kleine Prinz“, was ordentlich in die Hose gegangen ist, da ich die Zeichnungen nicht kannte. Zugegeben, die gekaufte Ausgabe war wirklich vollständig und von Liefers liest hervorragend. Doch was ist schon hören, wenn man die Boa nie gesehen hat, die einen Elefanten gefressen hatte?

Nun habe ich mich an ein neues Werk getraut. Diesmal sollte es E.T.A.Hoffmann und „Die Elixiere des Teufels“ sein. Also das Hörbuch auf ITunes gekauft (Anbieter Audible.de). Auf CD gebrannt ergab es zwei Scheiben. Das machte mich schon ein bisschen skeptisch, da „Der kleine Prinz“ bereits vier CDs gewesen waren, aber man kann nie wissen.

Die Elixiere des Teufels
Die erste CD fing sehr gut an. Zwar liest der Sprecher bei Weitem nicht so gut, wie Liefers, doch die Qualität des Hörbuchs ist sehr gut. Nach ca. zehn Minuten hatte ich den Eindruck, dass mit einer kurzen Musikuntermalung einfach einige Passagen übersprungen wurden. Nach weiteren zehn wurde die Stimme des Sprecher plötzlich leiser, so als würde man sie ausblenden. Ein kurzes teuflisches Lachen erklang und die Erzählung ging an irgendeiner fortgeschrittenen Stelle des Romans weiter. Schneller als gedacht, ist man bereits bei der Sterbeszene von Medardus angelangt. Auch als aufmerksamer Zuhörer versucht man vergeblich sich in diesem Erzählfluss zu orientieren, denn von zurecht finden kann man kaum sprechen. Von einer Sekunde auf die nächste ging es nicht mehr um Bruder Medardus, sondern um Olympia und ihre Augen, d.h. es folgt völlig unerwartet und ohne Vorwarnung die Novelle „Der Sandmann“. Schon ist man bei CD 2, die den vollständigen Rest der Novelle enthält. Lustigerweise ist die Version nicht mehr auf ITunes erhältlich.

Von „Die Elixiere des Teufels“ hat man vielleicht die Hälfte verstanden. Was also tun? Klar, im Internet nach Inhaltsangaben und Interpretation etc. suchen und nach dem Taschenbuch. Hier kam recht schnell der AHA-Effekt. Die Skepsis bezüglich der zwei CDs war berechtigt, denn der Roman hat in den Taschenbuchausgaben gute 380 Seiten.

Erfreut stellte ich fest, dass es den Klassiker als kostenlose Kindle-Version gibt. Doch hier schrecken einen erfreulicherweise bereits die Rezensionen ab. Schlecht übersetzt bzw. eingescannt und nicht nachbearbeitet usw. und sofort. Was bleibt mir als noch übrig? Jepp, auch diesmal muss ich wohl das gedruckt Exemplar kaufen und lesen. Das war Hörbuch-technisch bereits der zweite Griff ins Klo!


Kommentare ( 0 )

Die Winterprinzessin [Hörspiel]

Feb
17

Die Winterprinzessin
Kai Meyer
Die Geisterseher – Eine unheimliche Geschichte um die Brüder Grimm

Karlsruhe 1813: Wilhelm und Jacob Grimm erreichen den Hof des Großherzogs – mit einem Empfehlungsschreiben Goethes in der Tasche. Doch gleich nach ihrer Ankunft werden sie Zeugen von Mord und Erpressung. Was hat es mit dem Kind auf sich, dem ein englischer Lord ebenso nachjagt wie eine Gruppe indischer Priester – und welche Rolle spielt die exotische Prinzessin Jade in diesem Spiel…?

Wieder einmal stolpern die Brüder Grimm mehr un- als gewollt in Machenschaften und Intrigen. Sie können es aber auch nicht lassen, denn die Neugier treibt beide Männer an, in Karlsruhe die seltsamen Vorkommnisse etwas genauer zu untersuchen. Dies mag auch an der hübschen aus Indien stammenden Prinzessin Jade liegen. Diese reist im Auftrag ihres Vaters, um den besten Uhrmacher und die schönsten Uhren Europas zu finden. Sehr glaubwürdig klingt diese Geschichte nicht, als verschiedene Umstände die Brüder zwingen sich eine Kutsche nach Karlsruhe mit der Fremden zu teilen. Doch noch merkwürdiger sind die Kräuter, die die junge Frau in einer Pfeife raucht.
Noch mehr Fragen stellen sich den Brüdern, als sie von dem plötzlichen Kindstod des Nachkommens des Großherzogs erfahren. Wieso ist der Arzt, der den Tod des Kindes attestiert hat so panisch? Wieso läuft ihnen andauernd die Prinzessin über den Weg und was hat es mit dem Quinternio auf sich?
Schneller als ihm lieb ist, befindet sich einer der Brüder in Lebensgefahr…

Die Erzählung passt auf 4 CDs. Wie bereits bei „Die Geisterseher“ ist auch diese Erzählung sehr düster, spannend und komplex, sodass man die einzelnen Teile zügig hintereinander weg anhören sollte, damit einem die Einzelheiten und Zusammenhänge nicht entgehen. Auch die zweite Geschichte um die Gebrüder Grimm hat Kai Meyer mit ein bisschen Mystik, Verschwörung und Zauber gespickt, sodass nicht nur die Krimi-Liebhaber auf ihre Kosten kommen.
„Die Winterprinzessin“ ist keine direkte Fortsetzung von „Die Geisterseher“, sodass es egal ist, ob man nun mit diesem Hörspiel beginnt oder dem anderen.

 

Eigene Meinung

Zum zweiten Mal hat mich Kai Meyer überzeugt. Besonders hervorragend geschrieben bzw. in dem Fall vorgelesen sind die Kampfszenen. Das muss man können. Mit kurzen, aber sehr genauen Beschreibungen werden sogar längere Kampf- und Fechtszenen geschildert und man kann sich genau vorstellen, wer was macht und mit welchem Effekt. Super! Hier kann sich so mancher Autor eine ganz dicke Scheibe von abschneiden.
Von den Sprechern hat mir diesmal Dina Kürten als Prinzessin Jade ausgesprochen gut gefallen. Sie gab dieser Figur allein mit der Stimme Gestalt. Sehr schön!
Ein kleiner Kritikpunkt. So gut die Kampfszenen auch beschrieben waren, so lammfromm kommen die zwei „pikanten“ Szenen in diesem Hörspiel daher. Nun gut, irgendwas ist ja immer.
Auf jeden Fall hörenswert!

Laut der Autorenhomepage soll im Herbst erneut ein Hörspiel erscheinen. Der Titel ist noch nicht bekannt. Ich bin gespannt, was da kommt.


Kommentare ( 0 )

Das geht gar nicht!– Der kleine Prinz [Hörbuch]

Okt
08

Es gibt Menschen, die gerne Bildungslücken schließen. Ich gehöre manchmal dazu (das Thema muss interessant sein, sonst bleibt Lücke einfach Lücke) und habe mir vor einigen Wochen vorgenommen, auch meine Leselücken zu schließen. Ein Projekt fürs Leben und irgendwann muss man anfangen.

Bereits zu Beginn des Jahres habe ich begonnen, meine Autofahrzeit ins Büro effektiv zu nutzen. Es ist immerhin eine Stunde pro Tag, wenn es keinen Stau auf der Autobahn gibt. Hörbücher sind also der optimale Zeitvertreib, wenn man keine Lust auf Radio hat.

Mein Plan: Klassiker und Bücher, die man gelesen haben sollte, einfach als Hörbuch für den Arbeitsweg mitnehmen. Klingt sinnvoll, einfach und nach einer Menge Spaß.

Das der Start mit dem ersten Hörbuch aus der Kategorie „Klassiker“ so granatenmäßig in die Hose gehen sollte, konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht ahnen. Denn das erste Hörbuch, welches ich mir ausgesucht hatte, war:

Der kleine Prinz

Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry

Jepp! Es ist schon peinlich genug, dieses Buch in meinem Alter immer noch nicht gelesen zu haben, es dann aber ausgerechnet als Hörbuch sich zu Gemüte zu führen, zeugt schon von einem gewissen Grad an Ignoranz gegenüber Klassikern.

Rezension – Sicher nicht!

Wie denn auch? Ich habe weder die Boa, noch die offene Boa mit Elefant, noch die ersten Schafe, noch die Kiste DES Schafs, geschweige denn seinen Maulkorb mit dem fehlenden Lederriemen gesehen. Wie soll das gehen?

Nein, es geht nicht. Mir hatte keiner gesagt, dass dieses Buch illustriert ist oder ich habe nicht ordentlich zugehört. Gut, ich hätte auch ahnen können, dass „mit Bildern von…“ etwas zu bedeuten hat, aber dass es für dieses Buch essentiell wichtig ist, konnte keiner wissen. Ich zumindest nicht.

„Zähme mich!“

Gelesen von Jan Josef Liefers

Hierzu kann ich allerdings etwas schreiben. Liefers liest grandios. Anders kann man es nicht bezeichnen. Seine Stimme passt zur Geschichte und er kann sie so verdammt gut variieren, dass man wirklich den Eindruck hat, Erzähler und der kleine Prinz wären zwei unterschiedliche Personen bzw. Stimmen, auch trifft er die Gefühle der Charaktere mit seiner Melodie. Ein kindliches Lachen, die Angst, der Ernst. Es passt alles. Für jeden, der dieses Buch bereits gelesen hat eine absolute Freude.

Mir hat bereits Koffler bei Tschick sehr gut gefallen. Liefers ist mindestens genau so gut, wenn nicht sogar einen kleinen Tick besser, wobei man die Geschichten nicht vergleichen kann.

Fazit:

Ich brauche dieses Buch auf jeden Fall in gedruckter Version! Steht bereits auf dem Weihnachtswunschzettel.

Diese Leselücke wird mir wohl auf immer in Erinnerung bleiben.


Kommentare ( 10 )

Tschick [Hörbuch]

Jul
05

Tschick
Wolfgang Herrndorf

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Assi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

Maik ist ein Langweiler. Zumindest denken wohl die meisten der Klasse so über ihn. Als sich das Schuljahr dem Ende neigt, kommt es, wie es kommen muss: ausgerechnet das eine Mädchen, in das sich Maik verliebt hat, schmeißt eine riesige Party und alle sind eingeladen. Alle, bis auf Maik, den Langweiler und noch andere „Assis“ und natürlich der Russe.

Das schlimmste daran ist aber, dass Maik wochenlang an einem Bild für Tatjana gearbeitet hat und als ausgerechnet am Abend der Party der völlig durchgeknallte Russe mit einem geklauten Lada auftaucht und behauptet mit seinen 14 Jahren perfekt fahren zu können, beginnt eine Reise durch den Sommer.

Ohne Plan, mit 200 Euro in der Tasche, aufgeklebten Schnurrbart aus schwarzem Klebeband und Tiefkühlpizza im Kofferraum des Ladas brausen zwei Jungs, die von der Herkunft nicht unterschiedlicher sein könnten Richtung Walachei. Eine endblöde Idee,…

Eigentlich beginnt die Erzählung mit dem Ende, mit dem Ende einer Reise, die wohl aus zwei Schülern Freunde und ein Stück weit aus zwei Jungen Männer macht. Jugendliche, die von der Herkunft nicht unterschiedlicher sein könnte, zwei Jungs, die vom Selbstbewusstsein so weit von einander entfernt sind, dass sie unglaublich viel Ähnlichkeit haben.

Ohne über Konsequenzen nachzudenken, fahren sie los. Noch nicht mal eine Karte im bunt zusammen gewürfelten Gepäck, aber mit einem Ziel. Hunger und Durst werden die kleinsten Probleme, denn ein Auto fahren ist zwar eine Sache, aber wie tankt man eigentlich, wenn man es noch nie gemacht hat? Auf dieser Reise gibt es viele Dinge, die Maik und Tschick noch nie gemacht haben. Doch sie stellen sich den Problemen mit der Unbefangenheit der Jugend, manchmal ohne Nachzudenken, aber nie ohne Verantwortung.

Was für eine geniale Geschichte! Man kommt tatsächlich in Versuchung zu sagen, dass Maik und Tschick die Toms und Hucks der Neuzeit sind. Arm und reich, einheimisch und ausländisch, doch beide wohl vernachlässigt und irgendwie Außenseiter, allerdings klug und zuweilen sogar nachdenklich. Was gibt es schöneres als einen Sprung in einen klaren See? Wollten wir nicht schon alle einmal unseren Namen in ein Kornfeld pflügen? Und vielleicht sind wir wirklich nur die Phantasie von irgendwelchen Aliens, die sich ausdenken, dass es irgendwo einen Planeten gibt, auf dem seltsame Wesen leben. Krass!

Hinzu kommt die Stimme von Hanno Koffler, der so viel Gefühl in die Erzählung bringt, dass man in einigen Augenblicken das Gefühl hat, man befände sind auf dem Rücksitz des Ladas und man wünscht sich, dass diese Fahrt niemals ende. Wunderschöne Story! Garantiert nicht das eine Mal angehört.

Fazit:

Unbedingt anhören oder lesen! Es lohnt sich auf jeden Fall. Egal ob 14 oder 44. Wenn man von All-Age Literatur sprechen möchte, dann gehört diese Geschichte definitiv dazu.

Wieder einmal denke ich: Das Universum hat einen schwarzen Humor, doch lieber lache ich, als das ich weine.

Wolfgang Herrndorf


Kommentare ( 0 )

Dackelblick [Hörbuch]

Mai
07

Dackelblick
Frauke Scheunemann

gelesen von Heikko Deutschmann.

Für Dackel Herkules ist sein Frauchen Carolin der tollste Mensch auf der Welt. Nur Thomas, Carolins Lebensgefährten, kann er nicht riechen, der der hat etwas gegen Hunde und behandelt Carolin schlecht. Mit einem Trick gelingt es Herkules, Thomas loszuwerden, aber leider weint Carolin seitdem den ganzen Tag. Herkules macht sich auf die Suche nach einem neuen Mann für sein Frauchen…

Ein Dackel versucht seinem Frauchen zu einer neuen Beziehung zu verhelfen. Nette Geschichte, aber nichts besonderes.

Ja, das ist wahrscheinlich die bisher kürzeste Rezension, die ich zu einem Buch, bzw. Hörbuch schreibe. Liegt wahrscheinlich daran, dass dieses (Hör-)Buch wirklich nur nett ist. Der Erzählung tut es noch nicht mal einen Abbruch, dass es sich hierbei um die „Gekürzte, autorisierte Lesefassung“ handelt. Denn viel mehr kann da gar nicht sein.

Frau trennt sich vom Mann, da betrogen, plötzlich viele neue Verehrer und Bekanntschaften, Irrungen, Wirrungen und Missverständnisse, am Ende ein Happyend.

Diesmal aus der Perspektive eines Dackels erzählt, das macht die Sache ein bisschen amüsanter.

Allerdings kann man sagen, dass Heikko Deutschmann wirklich verdammt gut liest. Es hat wirklich Spass gemacht zuzuhören.


Kommentare ( 0 )