Drachen Fliegen – Ein fast realistisches Märchen

Aug
27

Matthias Czarnetzki

Ferris ist ein Prinz alter Schule: um seine Prinzessin zu beeindrucken, muss er für sie einen Drachen töten. Das wird schwierig, denn es gibt nur noch ein einziges Exemplar .Mariam ist eine moderne Prinzessin: emanzipiert, karrierebewusst und im Tierschutz engagiert. Wozu besonders der Schutz von Drachen gehört, von denen es nur noch ein einziges Exemplar gibt. Bedauerlicherweise halten ihre Eltern die Beiden für das ideale zukünftige Regentenpaar.

Drachen Fliegen

Miriam ist außer sich, als sie erfährt, dass ihr Vater sie mit einem dahergelaufenen Prinzen verheiraten will. Schließlich stellt sie sich ihre Zukunft anders vor. Wie es der Zufall so will, trifft sie ausgerechnet und völlig unverhofft auf den letzten Drachen der Welt, als sie wütend in ihrem Zimmer sitzt und die Welt verflucht. Ein längerer Ausflug mit der Echse kommt da sehr gelegen, vor allem weil Brutus nicht nur sehr höflich, sondern auch charmant ist. Kein Wunder also, dass König Gregor davon ausgehen muss, dass seine Tochter entführt wurde. Das ist auch die Chance für Ferris, sich als zukünftiger Schwiegersohn und Anwärter auf das halbe Königreich zu beweisen. Doch wäre dieses Märchen kein Märchen, wenn bei der Rettungsaktion nicht einige Dinge schief gehen. Wie in allen Märchen darf auch die Hexe, ein unbeholfener Hofbeamter und andere „magische“ Wesen nicht fehlen.

Matthias Czarnetzki liefert in einem Mix aus altertümlicher und moderner Erzählung ein durchaus witziges Märchen ab, das sich angenehm lesen lässt und die gerade richtige Portion Humor enthält. Dabei stellt er die klassische Rollenverteilung der Märchen ein bisschen auf den Kopf. Seine Prinzessin Mariam ist selbstbewusst und stur, der Prinz zwar ein netter Kerl, der gerne ein bisschen mehr wäre, vor allem aber Everybodys Darling. Dann hätten wir da noch den Drachen, der auch kein klassischer Drache ist, sondern eher ein zuvorkommendes Reptil mit einer Schwäche für Salat. Die Hexe ist nicht das, was sie zu sein scheint und der Küchenjunge ist in Wirklichkeit nur auf das schnelle Geld aus. Man kann sich also gut vorstellen, dass dieses Märchen gar nicht so verlaufen kann, wie die Erzählungen, die wir so kennen.

„… Die Panik krempelte die Ärmel hoch, spuckte in die Hände und wollte sich an die Arbeit machen…“

„…Den besah er sich eine halbe Sekunde später aus der Froschperspektive. Der Stock war wohl ehemals ein Wegweiser gewesen, aber jemand hatte es vorgezogen, ihn als Fackel zu benutzen…“

„…In einem seltenen Kab’el-Dialekt gibt es ein Wort, das sich mit Mann, der Drachen mit Keulen angreift übersetzen lässt. Es wird normalerweise in der Bedeutung „Idiot“ verwendet…“

Eigene Meinung

Eine schöne Idee, die hier vom Autor umgesetzt wurde. Die umgedrehten Stereotype machen sie interessant und es hat Spaß gemacht herauszufinden, wie es weitergeht. Hier und da kommt die Handlung allerdings etwas zu schnell in Gang, das geht zu Kosten der Charaktere. Trotzdem gefällt mir der Witz sehr gut, vor allem aber das Ende ist gelungen.

Die Geschichte ist eine schöne Lektüre für alle Fans von Märchen mit Humor. Sie ist aber wirklich für Erwachsene gedacht. Viele gesellschaftliche Anspielungen bleiben Kindern unverständlich, auch das Ende ist wohl für jüngere Leser eher seltsam.

Mehr über Matthias Carnetzki und seine Bücher findet man unter http://wordpress.mczarnetzki.de/

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Publizieren mit liber.io

Aug
20

Mittlerweile schießen Plattformen für Selfpublisher aus dem Boden, wie in dieser Jahreszeit die Pilze im Wald. Zu ihnen gehört auch das in Berlin gegründete liber.io – zugegeben, ich habe zuerst Libero gelesen, wohl eine Nachwirkung der WM.

Das von Nicolas Zimmer und Cat Noone 2013 gegründete Unternehmen verspricht leichtes Publizieren über Google Drive™ für Umme. Der große Vorteil: man benötigt keine Software mehr, um seine Manuskripte in unterschiedliche Dateiformate zu konvertieren. Dabei werden die Formate der bekanntesten E-Book Stores unterstützt, natürlich Amazon™, Google Play™ Books oder iBooks™ Store werden genannt.

Die Seite ist so simpel aufgebaut, dass man hier gar nicht lange erklären muss, wie das Ganze funktioniert: Dateien über Google Drive hochladen, über Liberio „bearbeiten“ und ab geht’s mit verschiedenen Funktionen in die digitale Welt. Kommen wir also zu den wirklich spannenden Sachen, den guten Terms (im Deutschen Geschäftsbedingungen, aber die Seite ist auf Englisch):

  1. Die Seite gehört zu Berlinische Verlagsanstalt KG (kurz Berva genannt) – diese besitzt tatsächlich eine Facebookseite, die auf www.berva.de verweist, allerdings ist diese Seite (noch?) leer. Man liest auf liber.io dann das: „Berva may change ist Privacy Policy from time to time…“, ist ja auch logisch, momentan gibt es ja auch noch keine. Ein lustiges Kätzchen im Sack.
  2. Man muss mind. 16 Jahre alt sein. Damit hat sich die „für Umme“-Sache schon fast so gut wie gegessen.
  3. Sobald man einen Account auf dieser Seite erstellt und einen Service nutzt, ist man für alles verantwortlich, was mit diesem Account geschieht, hierzu gehört in erster Linie auch das Copyright, was selbstverständlich logisch ist.
  4. Sobald man ein „Upgrade“ nutzen möchte, hierzu gehören nicht näher beschriebene Tools zu „content creation an(d?) edition“ muss man monatlich, jährlich oder einmalig (wahrscheinlich die Anforderung von einer ISBN, was üblich ist) zahlen und zwar Vorkasse. Diese Upgrade-Fees sind, so weiter im Text, nicht rückerstattungsfähig. Autsch!
  5. Dann kommen noch die üblichen wohl allen bekannten Absätze zum geistigen Eigentum, Copyright, Änderungen an den Bedingungen usw.

Nachdem nirgendwo auf der Seite beschrieben ist, was diese „Upgrades“ sind und was sie einen dann monatlich kosten, frage ich mich, warum ich auf dieser Seite einen Account generieren soll, den ich nicht löschen kann, sondern laut Terms einfach aufhören soll zu benutzen. Es wird auch nirgendwo so richtig die Frage beantwortet was Liberio mit all den Daten macht, wenn ich „einfach aufhöre“ den Account zu benutzen.

Google Drive™ ist kostenlos und an meinen eigenen Google-Account gekoppelt. Google Play Books™ ist ebenfalls ein kostenloser Service. Dafür kann also Liberio kein Geld verlangen. Wofür also dann die Fees? Für die Konvertierung der Dateien? Für die Einstellung in die Shops? Das kann ich mir bei Amazon und iBooks fast nicht denken. Für die Erstellung von Covers? Ich verstehe nicht, was dahinter stecken soll.

Vielleicht bin ich auch zu kritisch, aber ein bisschen mehr Info kann man verlangen. Und wenn es darum geht, Bücher in alle benötigten Formate zu konvertieren, dann empfehle ich immer noch Calibre und spende lieber freiwillig an die Entwickler einer tollen Freeware, dann brauche ich mir über Rückerstattung keine Gedanken zu machen.

Wer Erfahrungen mit Liber.io gemacht hat, bitte melden. Ich bin gespannt! Selbst der Bericht auf selfpublisherbibel.de konnte mich nicht wirklich überzeugen, was da wie als “Upgrade” gelten soll.

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The Curse II – Im Schatten der Schwestern

Aug
06

Emily Bold

Nach einem Sommer voll magischer Moment und dem lang ersehnten ersten Kuss scheint Payton und Sams Glück endlich perfekt, doch selten ist etwas so, wie es aussieht. Erneut müssen die beiden um ihre Liebe kämpfen. Das führt Samantha dorthin, wo alles begann – und zurück in die Arme des Schotten, der ihr Herz durch alle Zeit in seinen Händen hält.

Eigentlich möchten Sam und Payton nach allem was sie erlebt haben, einfach nur ihre Liebe genießen und glücklich sein. Doch die Vergangenheit holt beide schneller ein, als es ihnen lieb ist. Obwohl Vanoras Fluch nicht mehr auf Payton und seinem Bruder Sean lastet, hat der letzte Kampf Spuren hinterlassen. Für Sam bricht eine Welt zusammen, als Payton von jetzt auf nachher zurück nach Schottland verschwindet und sie mit einem einfachen Abschiedsbrief zurücklässt. Entschlossen macht sie sich auf den Weg und reist ihm hinterher, um für ihre Liebe zu kämpfen. Dabei ist der Flug über den Ozean nur der einfache Teil einer Reise, die sie nicht nur zu den Anfängen der langen Familiengeschichte der Schotten bringt, sondern in mehr Konflikte, als ihr lieb sein kann.

Mit dem zweiten Teil ihrer Trilogie „The Curse“ entführt Emily Bold die Leser in das frühe Schottland und damit tatsächlich zu den Anfängen der Geschichte aus dem ersten Teil. „Im Schatten der Schwestern“ erzählt die Geschichte der Clans und was vor der verhängnisvollen Nacht passierte, als Payton und seine Brüder verflucht wurden. Dabei lässt sie ihre Protagonistin Sam durch ein altes Druidenportal in der Zeit zurückreisen. Hier lernt Sam einen ganz anderen Payton kennen und dennoch verliebt sie sich aufs Neue in den Schotten, aber auch hier ist das Glück der beiden nicht perfekt, denn wie verhält man sich in der Vergangenheit mit dem Wissen um die Zukunft und gibt es überhaupt einen Weg zurück in die eigene Zeit und eine Chance Paytons Leben zu retten?

The Curse II – Im Schatten der Schwestern
Neben der romantischen Liebesgeschichte greift die Autorin in dem zweiten Teil noch andere Themen auf. Zum einen spielt sie mit dem Zeitreiseparadoxon. Wie verändert sich wohl die Gegenwart, wenn man die Geschehnisse in der Vergangenheit beeinflusst und inwieweit hat man dazu überhaupt eine Chance? Dabei schont sie ihre Heldin nicht, denn auf ihrer Reise plagen Sam nicht nur einmal die Gewissensbisse und sie muss über ihr Handeln nachdenken. Zum anderen spielt Bold in diesem Teil auch mit den Emotionen. Wie stark ist eine junge Liebe? Was nimmt man auf sich, um sie zu retten und welche Opfer ist man bereit zu bringen, damit man selbst oder derjenige, den man liebt glücklich wird? Das alles verpackt Emily Bold in ein phantastisches Abenteuer, wobei die Geschichte schnell und unterhaltsam vorangetrieben wird.

 

Fazit

Eine durchaus gelungene Fortsetzung des ersten Teils, der mir sehr gut gefallen hat. Allerdings werden einige Konflikte doch zu einfach gelöst, was aber nicht weiter stört, denn die Romantik kommt nicht zu kurz und in diesem Genre bewegt sich dieses Buch ja auch. Schön sind auch dieses Mal die kleinen Bilder am Anfang eines jeden Kapitels. Hier hat sich Emily Bold wieder sehr viel Mühe gemacht, den Lesern mehr zu bieten als nur Text. Das Ende hingegen ist Geschmackssache. Mir war es ein bisschen unverständlich. Hier soll sich aber jeder Leser eine eigene Meinung bilden. Vielleicht ist das Ende auch lediglich dem dritten und letzten Teil geschuldet. Trotzdem sei jedem geraten mit dem ersten Teil zu beginnen, sonst ist „Im Schatten der Schwestern“ an einigen Stellen unverständlich.

Als kleine Romantik-Abwechslung im SuB war „Im Schatten der Schwestern“ für mich eine gute Wahl und ist eine tolle Sommerlektüre zum Träumen.

Mehr über Emily Bold und ihre Bücher findet Ihr hier.

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Ein Stöckchen Horror

Aug
02

Ein Stöckchen, ein Stöckchen! Habe ich schon lange nicht mehr aufgenommen. Zugegeben, Horror ist nicht so meins, obwohl ich mich von Zeit zu Zeit gerne grusele. Allerdings fasziniert es mich sehr, was sich Autoren und Filmemacher einfallen lassen, um gewillten Lesern bzw. Zuschauern die Nackenhaare in die Höhe zu treiben. Es ist ein Spiel mit Ängsten, Phantasien, dem Übernatürlichen und damit auch starken Emotionen. Mitgenommen habe ich dieses Stöckchen übrigens bei Sabine Osman.
In einer guten Geschichte spielen Grausamkeit und Angst eine ebenso wichtige Rolle wie Glück und Liebe. Schauen wir uns also die Fragen zum Horror etwas genauer an.

1. Welchen Horror/Gruselfilm magst du am liebsten?
Mögen wäre jetzt zu viel gesagt, aber „The Ring“ (Remake 2003) hat mich unglaublich lange verfolgt. Hier ist die Idee einfach genial, besonders der Schluss, der das Publikum mit einbezieht. Da läuft es einem wirklich eiskalt den Rücken runter.

Evil Dead
Auch sehr gefallen, obwohl erst im zweiten Anlauf zu Ende angeschaut, hat mir „Evil Dead“ (Remake 2013). An diesem Film hat mich besonders die Hauptdarstellerin begeistert: sie mit Freunden in einer einsamen Hütte, um den alten Entzug zu machen, dann passieren seltsame Dinge, es stinkt erbärmlich in dem Waldhaus. Keinem scheint das aufzufallen, bis auf dem Drogenjunkie. Doch wer will der schon Glauben schenken? So nimmt die Geschichte ihren Lauf. Geniale Idee!

2. Vampir, Werwolf, Mumie oder Zombie?
Rein horrortechnisch macht der Zombie am meisten her.
Bei Vampiren geht es immer um diese völlig absurde Mischung aus Einsamkeit und Unsterblichkeit, da ist nix gruseliges dran. Der Werwolf ist für mich eine Parabel auf den Zweikampf des Menschen zwischen seiner guten und schlechten Seite. Die Mumie ist irgendwie gar nicht gruselig.

Es bleiben also nur noch die Zombies. Menschen, die gestorben sind, aber verändert wiederkehren und einen selbst zu ihresgleichen machen können. Weder so „schön“ wie die Vampire und Werwölfe, noch so mächtig wie die Mumie. Einfach nur stumpfsinnig und blutrünstig, schmuddelig und überhaupt BÄH!

3. Welche Grusel/Horrorkulisse lässt dich schaudern?
Am schlimmsten sind so alte Heil- und Nervenanstalten. Da wird mir doch ein bisschen anders. Wer z.B. das Musikvideo zu Rammsteins „Mein Herz brennt“ gesehen hat, weiß, was ich meine.

4. Wo würdest du nie übernachten?
In einem Zimmer, von dem ich wüsste, dass dort jemand grausam ermordet wurde. Eigentlich lustig, denn wenn ich es nicht wüsste, würde ich wahrscheinlich seelenruhig schlafen, glaube ich zumindest.

5. Die Munsters und die Addams Family laden dich ein. Gehst du hin?
Zur Addams Family auf jeden Fall. Die haben Stil, außerdem würde ich gerne eiskaltes Händchen kennenlernen. Hat eigentlich irgendjemand einmal herausgefunden, ob es sich um ein weibliches oder männliches Händchen handelt? Nicht, dass es so wichtig für die Handlung wäre.

6. Gab es mal einen Film, bei dem du dich derbe geekelt hast?
Texas Chainsaw Massacre. Den habe ich genau bis zu der Stelle geschaut, an der das Hirn in der Gegend rumspritzte.

7. FSK bei Horrorfilmen – zu lasch oder okay?
Schwierige Frage. Als ich so um die zehn oder elf Jahre alt war, hat mein Papa mir erlaubt, mit ihm zusammen Alien anzuschauen. War cool, solange ich mit Papa vor dem Fernseher saß…

8. Kultige Grusel/Horrorfiguren?
Frankenstein!

9. Bist du Opfer oder Jäger/Monster?
Bei sowas kann ich mich nie entscheiden. Gerne mal das Monster, um zu sehen, wie das so ist. Wahrscheinlicher ist aber Opfer, eher aus Versehen.

10. Hast du ein Lieblingsmonster?
Na klar! Das Krümmelmonster aus der Sesamstraße. Das ist DAS Monster!

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Der Juli ist verflogen

Jul
30

Das WM-Fieber hatte mich gepackt, das Wetter war genial, die Zeit zum Lesen und Schreiben ließ sich nicht aus gefüllten Tagen schneiden. So machten sich auch die Blogeinträge rar. Doch jetzt ist Schluss damit, also ran ans Keyboard!

 

Bilder einer großen Liebe
Herrndorfs Nachlass

Mit Tschick hatte er wohl seinen wirklich größten Durchbruch und starb im August 2013. Allerdings hinterließ Wolfgang Herrndorf einen unvollendeten Roman, der Ende September im Rowohlt Verlag unter dem Titel „Bilder deiner großen Liebe“ erscheinen wird. Er erzählt die Geschichte eines Mädchens, das sich auf den Weg macht, die Welt zu erkunden. Die folgenden Zeilen der Buchbeschreibung werden die Herzen der Tschick-Liebhaber höher schlagen lassen:

„…und auf einer Müllhalde trifft sie zwei Vierzehnjährige, einer davon, der schüchterne Blonde, gefällt ihr…“

Nachdem ich Tschick verschlungen habe, „Sand“ mich unglaublich nachdenklich gestimmt hat, ist dieser Roman ein Muss und kommt auf meine Wunschliste.

 

Kindle Unlimited

Sicher, wir wissen alle, dass amazon ganz böse ist. Deswegen weiß man die Leser und Indie-Autoren auch zu locken. Zwar handelt es sich vorerst nur um einen neuen Abo-Service für den amerikanischen Markt, aber was sich dort bewährt, kommt sehr schnell auch zu uns.

Witzig hierbei die Werbung, die man als Publisher bekommt:

„..KDP-Autoren und -Verlage, die ihre Bücher mit US-Rechten bei KDP Select anmelden, nehmen automatisch an Kindle Unlimited teil. Die Aufnahme eines Buchs in Kindle Unlimited sorgt dafür, dass es leichter gefunden wird…“

Heißt das im Umkehrschluss, dass alle Publisher, die nicht am KDP Select teilnehmen, schlechter gefunden werden? Die Vermutung liegt verdammt nahe. Das KDP Select ist nichts Neues. Wer seine Werke zu diesem Service anmeldet, überlässt dem Unternehmen für mindestens 90 Tag exklusiv die Veröffentlichungsrechte, muss konsequenterweise seine e-Books von anderen Vertriebsplattformen für diese Zeit entfernen. Dafür kann er hier in Deutschland sein Buch für max. fünf Tage kostenlos anbieten und so mehr Leser gewinnen. Mit dem neuen Abo-Service sollen in Deutschland die zu KDP Select angemeldeten Bücher in der KOLL (Kindle-Leihbücherei) erscheinen, ein Angebot, das eigentlich nur die Prime-Kunden nutzen, da sie einmal im Monat einen Titel kostenlos downloaden können.

Interessant ist auch die Ausschüttung der Tantiemen bei Kindle Unlimited:

„…Wenn Ihr Buch in Kindle Unlimited ausgewählt und zu mehr als 10 % gelesen oder in der KOLL ausgeliehen wird, erhalten Sie den entsprechenden Anteil des monatlichen globalen KDP Select-Fonds…“

Prima, d.h. also der Autor bekommt sein Geld nicht mit dem Download über den Abo-Service, sondern erst mit der Nutzung durch den Leser? Wenn der Leser sich nach 10% entscheidet nicht mehr weiter zu lesen oder das Buch erst in drei Monaten anzufangen, geht man erstmal leer aus? Wie witzig! Da räumt man amazon nicht nur die alleinigen Vermarktungsrechte seines Buches ein, sondern lässt das Unternehmen auch noch anhand des Leserverhaltens bestimmen, wann man Geld dafür bekommt und das alles im Namen der Reichweite. Manchmal frage ich mich wessen Gier wessens Hirn frisst.

 

Die Self-Publisher-Bibel

Wer schon immer einen Vergleich der wichtigsten Distributoren gesucht hat und sich mit dem Thema grundsätzlich auseinander setzen will, dem sei www.selfpublisherbibel.de empfohlen. Matthias Mattig macht sich eine Menge Arbeit und hat damit eine tolle Seite geschaffen. Sehr empfehlenswert!

 

Drachenfeuerjagd – der dritte und letzte Teil

Unglaublich, aber wahr: ich arbeite immer noch daran. Zugegeben, dieser letzte Teil sollte schon längst fertig sein, doch wie bereits erwähnt, bin ich nicht in die Plüschpuschen gekommen, habe eine Drachenschuppe und einen Geldbeutel verloren und somit muss ich auch kleinlaut meine Ankündigung für Mitte 2014 als Veröffentlichungstermin korrigieren. Das ist zwar sehr unprofessionell, aber ich kann so viel sagen: der letzte Teil wird sehr lang!

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