Zeig’s mir

Sep
10

Zeig’s mir

Zeig mir die Mitte
und ich deute auf Seiten
von gedanklichen Weiten
mit Unzucht und Sitte.

Zeig mir den Rand
und in jedem Verstand
ist an ihm ein Horizont
mit Licht und Wolkenfront.

Zeig mir die Wahrheit
ich zeige dir meine
so entdecken wir Welten
riesengroße und kleine.

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Silber – Das zweite Buch der Träume

Sep
09

Kerstin Gier

Und da hörte ich es, mitten in das plötzliche Schweigen hinein: ein vertrautes, unheilvolles Rascheln, nur ein paar Meter entfernt. Obwohl niemand zu sehen war und eine vernünftige Stimme in meinem Kopf sagte, dass das hier sowieso nur ein Traum sei, konnte ich nicht verhindern, dass Angst in mir hochkroch, genauso unheilvoll wie das Rascheln.

Ohne genau zu wissen, was ich tat und vor wem ich davonlief, fing ich wieder zu rennen an.

Silber – das erste Buch der Träume

Liv hat sich nach einiger Zeit von den Geschehnissen am vergangenen Herbstball erholt. Anabel wird in einer psychiatrischen Klinik behandelt und Arthur ist wieder an der Schule, aber die Freunde gehen ihm aus den Weg. Obwohl sie sich alle dafür ausgesprochen haben, dass sie nicht mehr durch ihre Traumtüren gehen, können es Henry und Liv nicht lassen. Schon bald müssen sie feststellen, dass auch Arthur sich auf den Gängen herumtreibt. Doch da ist noch jemand und diesmal ist es nicht das unheimliche Rascheln oder die plötzliche Kälte, sondern ein weiterer Mensch, der den Weg in die Traumwelt gefunden hat und seine Absichten sind nicht gerade die besten.

Schlafmangel ist lediglich eins der Probleme, mit denen sich Liv rumschlagen muss. Denn im Tittle-Tattle Blog tauchen plötzlich Sachen auf, die eigentlich keiner wissen kann, außer Liv, Mia und seltsamerweise auch Henry. Überhaupt muss Liv feststellen, dass sie im Gegensatz zu allen anderen, über ihren Freund so gut wie gar nichts weiß. Kein Wunder also, dass es zum Streit kommt und in diesem Band bleibt das nicht der einzige. Die Schwestern müssen nicht nur mit dem Bocker, dem Biest in Ocker klar kommen, sondern auch mit Graysons nerviger Freundin, Florance und nicht zuletzt Charles, der ihrem Kindermädchen das Herz zu brechen scheint. Richtig schlimm wird es erst, als Mia anfängt Schlaf zu wandeln und behauptet, sie müsse die unechte Liv töten. Obwohl Grayson sie mehrmals warnt, dass Anabel dahinterstecken kann, schlägt Liv die Einwände in den Wind…

Eins muss man Kerstin Gier lassen: sie schreibt so gut, dass nicht viel passieren muss, damit viel passiert. Zwar scheint der zweite Band mit kleinen Spannungskurven und viel Nebenhandlung vor sich hinzuplätschern, aber man merkt sehr schnell, dass er eigentlich die Vorbereitung auf den letzten Band darstellt. Auch wenn es gegen Ende zu einem kleinen Showdown kommt, so knüpft dieses Buch nicht unbedingt vollständig an die Geschehnisse des ersten an. Als Leser hätte man hier auch etwas ganz anderes erwarten können, nämlich die Suche nach dem Dämon oder Ähnliches. Doch das bleibt völlig aus. Nichtsdestotrotz eine angenehme Unterhaltungslektüre.


Eigene Meinung

Erfreulicherweise musste ich feststellen, dass mir Liv und Mia in diesem Buch wesentlich sympathischer sind, als im ersten Teil und obwohl Gier einen kurzen Rückblick auf den ersten Band macht (unvergesslich hierbei die Fußnote auf Seite 21, die da lautet „Die ganze Geschichte kann man nachlesen in >> Silber – Das erste Buch der Träume <<“ – nee, echt?), sollte man vor dem zweiten Buch auf jeden Fall das erste gelesen haben, sonst versteht man einige Dinge nicht wirklich. Gut, es ist selten, dass man bei einer Trilogie beim mittleren Band anfängt.

„…Nicht so schlimm, ein Stinktier hat sowieso keinen Schnabel…komm, wir tauschen mal die Plätze. Hier hinten ist Grobmotorik gefragt…“

Wie bereits bei der Edelstein-Trilogie schafft es die Autorin, die Geheimnisse so aufzubauen, dass man bis zum Schluss rätseln kann. Bisher sind alle meine Kandidaten für den Tittle-Tattle Blog ins Schwanken geraten. Hier beweist Gier, dass sie wohl auch Potential als gute Krimi- oder Thrillerautorin hat. Ich bin wirklich gespannt auf den letzten Band, der laut Verlagsprogramm im Juli 2015 erscheinen wird.

Rezension zum ersten Buch der Träume

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Drachen Fliegen – Ein fast realistisches Märchen

Aug
27

Matthias Czarnetzki

Ferris ist ein Prinz alter Schule: um seine Prinzessin zu beeindrucken, muss er für sie einen Drachen töten. Das wird schwierig, denn es gibt nur noch ein einziges Exemplar .Mariam ist eine moderne Prinzessin: emanzipiert, karrierebewusst und im Tierschutz engagiert. Wozu besonders der Schutz von Drachen gehört, von denen es nur noch ein einziges Exemplar gibt. Bedauerlicherweise halten ihre Eltern die Beiden für das ideale zukünftige Regentenpaar.

Drachen Fliegen

Miriam ist außer sich, als sie erfährt, dass ihr Vater sie mit einem dahergelaufenen Prinzen verheiraten will. Schließlich stellt sie sich ihre Zukunft anders vor. Wie es der Zufall so will, trifft sie ausgerechnet und völlig unverhofft auf den letzten Drachen der Welt, als sie wütend in ihrem Zimmer sitzt und die Welt verflucht. Ein längerer Ausflug mit der Echse kommt da sehr gelegen, vor allem weil Brutus nicht nur sehr höflich, sondern auch charmant ist. Kein Wunder also, dass König Gregor davon ausgehen muss, dass seine Tochter entführt wurde. Das ist auch die Chance für Ferris, sich als zukünftiger Schwiegersohn und Anwärter auf das halbe Königreich zu beweisen. Doch wäre dieses Märchen kein Märchen, wenn bei der Rettungsaktion nicht einige Dinge schief gehen. Wie in allen Märchen darf auch die Hexe, ein unbeholfener Hofbeamter und andere „magische“ Wesen nicht fehlen.

Matthias Czarnetzki liefert in einem Mix aus altertümlicher und moderner Erzählung ein durchaus witziges Märchen ab, das sich angenehm lesen lässt und die gerade richtige Portion Humor enthält. Dabei stellt er die klassische Rollenverteilung der Märchen ein bisschen auf den Kopf. Seine Prinzessin Mariam ist selbstbewusst und stur, der Prinz zwar ein netter Kerl, der gerne ein bisschen mehr wäre, vor allem aber Everybodys Darling. Dann hätten wir da noch den Drachen, der auch kein klassischer Drache ist, sondern eher ein zuvorkommendes Reptil mit einer Schwäche für Salat. Die Hexe ist nicht das, was sie zu sein scheint und der Küchenjunge ist in Wirklichkeit nur auf das schnelle Geld aus. Man kann sich also gut vorstellen, dass dieses Märchen gar nicht so verlaufen kann, wie die Erzählungen, die wir so kennen.

„… Die Panik krempelte die Ärmel hoch, spuckte in die Hände und wollte sich an die Arbeit machen…“

„…Den besah er sich eine halbe Sekunde später aus der Froschperspektive. Der Stock war wohl ehemals ein Wegweiser gewesen, aber jemand hatte es vorgezogen, ihn als Fackel zu benutzen…“

„…In einem seltenen Kab’el-Dialekt gibt es ein Wort, das sich mit Mann, der Drachen mit Keulen angreift übersetzen lässt. Es wird normalerweise in der Bedeutung „Idiot“ verwendet…“

Eigene Meinung

Eine schöne Idee, die hier vom Autor umgesetzt wurde. Die umgedrehten Stereotype machen sie interessant und es hat Spaß gemacht herauszufinden, wie es weitergeht. Hier und da kommt die Handlung allerdings etwas zu schnell in Gang, das geht zu Kosten der Charaktere. Trotzdem gefällt mir der Witz sehr gut, vor allem aber das Ende ist gelungen.

Die Geschichte ist eine schöne Lektüre für alle Fans von Märchen mit Humor. Sie ist aber wirklich für Erwachsene gedacht. Viele gesellschaftliche Anspielungen bleiben Kindern unverständlich, auch das Ende ist wohl für jüngere Leser eher seltsam.

Mehr über Matthias Carnetzki und seine Bücher findet man unter http://wordpress.mczarnetzki.de/

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Publizieren mit liber.io

Aug
20

Mittlerweile schießen Plattformen für Selfpublisher aus dem Boden, wie in dieser Jahreszeit die Pilze im Wald. Zu ihnen gehört auch das in Berlin gegründete liber.io – zugegeben, ich habe zuerst Libero gelesen, wohl eine Nachwirkung der WM.

Das von Nicolas Zimmer und Cat Noone 2013 gegründete Unternehmen verspricht leichtes Publizieren über Google Drive™ für Umme. Der große Vorteil: man benötigt keine Software mehr, um seine Manuskripte in unterschiedliche Dateiformate zu konvertieren. Dabei werden die Formate der bekanntesten E-Book Stores unterstützt, natürlich Amazon™, Google Play™ Books oder iBooks™ Store werden genannt.

Die Seite ist so simpel aufgebaut, dass man hier gar nicht lange erklären muss, wie das Ganze funktioniert: Dateien über Google Drive hochladen, über Liberio „bearbeiten“ und ab geht’s mit verschiedenen Funktionen in die digitale Welt. Kommen wir also zu den wirklich spannenden Sachen, den guten Terms (im Deutschen Geschäftsbedingungen, aber die Seite ist auf Englisch):

  1. Die Seite gehört zu Berlinische Verlagsanstalt KG (kurz Berva genannt) – diese besitzt tatsächlich eine Facebookseite, die auf www.berva.de verweist, allerdings ist diese Seite (noch?) leer. Man liest auf liber.io dann das: „Berva may change ist Privacy Policy from time to time…“, ist ja auch logisch, momentan gibt es ja auch noch keine. Ein lustiges Kätzchen im Sack.
  2. Man muss mind. 16 Jahre alt sein. Damit hat sich die „für Umme“-Sache schon fast so gut wie gegessen.
  3. Sobald man einen Account auf dieser Seite erstellt und einen Service nutzt, ist man für alles verantwortlich, was mit diesem Account geschieht, hierzu gehört in erster Linie auch das Copyright, was selbstverständlich logisch ist.
  4. Sobald man ein „Upgrade“ nutzen möchte, hierzu gehören nicht näher beschriebene Tools zu „content creation an(d?) edition“ muss man monatlich, jährlich oder einmalig (wahrscheinlich die Anforderung von einer ISBN, was üblich ist) zahlen und zwar Vorkasse. Diese Upgrade-Fees sind, so weiter im Text, nicht rückerstattungsfähig. Autsch!
  5. Dann kommen noch die üblichen wohl allen bekannten Absätze zum geistigen Eigentum, Copyright, Änderungen an den Bedingungen usw.

Nachdem nirgendwo auf der Seite beschrieben ist, was diese „Upgrades“ sind und was sie einen dann monatlich kosten, frage ich mich, warum ich auf dieser Seite einen Account generieren soll, den ich nicht löschen kann, sondern laut Terms einfach aufhören soll zu benutzen. Es wird auch nirgendwo so richtig die Frage beantwortet was Liberio mit all den Daten macht, wenn ich „einfach aufhöre“ den Account zu benutzen.

Google Drive™ ist kostenlos und an meinen eigenen Google-Account gekoppelt. Google Play Books™ ist ebenfalls ein kostenloser Service. Dafür kann also Liberio kein Geld verlangen. Wofür also dann die Fees? Für die Konvertierung der Dateien? Für die Einstellung in die Shops? Das kann ich mir bei Amazon und iBooks fast nicht denken. Für die Erstellung von Covers? Ich verstehe nicht, was dahinter stecken soll.

Vielleicht bin ich auch zu kritisch, aber ein bisschen mehr Info kann man verlangen. Und wenn es darum geht, Bücher in alle benötigten Formate zu konvertieren, dann empfehle ich immer noch Calibre und spende lieber freiwillig an die Entwickler einer tollen Freeware, dann brauche ich mir über Rückerstattung keine Gedanken zu machen.

Wer Erfahrungen mit Liber.io gemacht hat, bitte melden. Ich bin gespannt! Selbst der Bericht auf selfpublisherbibel.de konnte mich nicht wirklich überzeugen, was da wie als “Upgrade” gelten soll.

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The Curse II – Im Schatten der Schwestern

Aug
06

Emily Bold

Nach einem Sommer voll magischer Moment und dem lang ersehnten ersten Kuss scheint Payton und Sams Glück endlich perfekt, doch selten ist etwas so, wie es aussieht. Erneut müssen die beiden um ihre Liebe kämpfen. Das führt Samantha dorthin, wo alles begann – und zurück in die Arme des Schotten, der ihr Herz durch alle Zeit in seinen Händen hält.

Eigentlich möchten Sam und Payton nach allem was sie erlebt haben, einfach nur ihre Liebe genießen und glücklich sein. Doch die Vergangenheit holt beide schneller ein, als es ihnen lieb ist. Obwohl Vanoras Fluch nicht mehr auf Payton und seinem Bruder Sean lastet, hat der letzte Kampf Spuren hinterlassen. Für Sam bricht eine Welt zusammen, als Payton von jetzt auf nachher zurück nach Schottland verschwindet und sie mit einem einfachen Abschiedsbrief zurücklässt. Entschlossen macht sie sich auf den Weg und reist ihm hinterher, um für ihre Liebe zu kämpfen. Dabei ist der Flug über den Ozean nur der einfache Teil einer Reise, die sie nicht nur zu den Anfängen der langen Familiengeschichte der Schotten bringt, sondern in mehr Konflikte, als ihr lieb sein kann.

Mit dem zweiten Teil ihrer Trilogie „The Curse“ entführt Emily Bold die Leser in das frühe Schottland und damit tatsächlich zu den Anfängen der Geschichte aus dem ersten Teil. „Im Schatten der Schwestern“ erzählt die Geschichte der Clans und was vor der verhängnisvollen Nacht passierte, als Payton und seine Brüder verflucht wurden. Dabei lässt sie ihre Protagonistin Sam durch ein altes Druidenportal in der Zeit zurückreisen. Hier lernt Sam einen ganz anderen Payton kennen und dennoch verliebt sie sich aufs Neue in den Schotten, aber auch hier ist das Glück der beiden nicht perfekt, denn wie verhält man sich in der Vergangenheit mit dem Wissen um die Zukunft und gibt es überhaupt einen Weg zurück in die eigene Zeit und eine Chance Paytons Leben zu retten?

The Curse II – Im Schatten der Schwestern
Neben der romantischen Liebesgeschichte greift die Autorin in dem zweiten Teil noch andere Themen auf. Zum einen spielt sie mit dem Zeitreiseparadoxon. Wie verändert sich wohl die Gegenwart, wenn man die Geschehnisse in der Vergangenheit beeinflusst und inwieweit hat man dazu überhaupt eine Chance? Dabei schont sie ihre Heldin nicht, denn auf ihrer Reise plagen Sam nicht nur einmal die Gewissensbisse und sie muss über ihr Handeln nachdenken. Zum anderen spielt Bold in diesem Teil auch mit den Emotionen. Wie stark ist eine junge Liebe? Was nimmt man auf sich, um sie zu retten und welche Opfer ist man bereit zu bringen, damit man selbst oder derjenige, den man liebt glücklich wird? Das alles verpackt Emily Bold in ein phantastisches Abenteuer, wobei die Geschichte schnell und unterhaltsam vorangetrieben wird.

 

Fazit

Eine durchaus gelungene Fortsetzung des ersten Teils, der mir sehr gut gefallen hat. Allerdings werden einige Konflikte doch zu einfach gelöst, was aber nicht weiter stört, denn die Romantik kommt nicht zu kurz und in diesem Genre bewegt sich dieses Buch ja auch. Schön sind auch dieses Mal die kleinen Bilder am Anfang eines jeden Kapitels. Hier hat sich Emily Bold wieder sehr viel Mühe gemacht, den Lesern mehr zu bieten als nur Text. Das Ende hingegen ist Geschmackssache. Mir war es ein bisschen unverständlich. Hier soll sich aber jeder Leser eine eigene Meinung bilden. Vielleicht ist das Ende auch lediglich dem dritten und letzten Teil geschuldet. Trotzdem sei jedem geraten mit dem ersten Teil zu beginnen, sonst ist „Im Schatten der Schwestern“ an einigen Stellen unverständlich.

Als kleine Romantik-Abwechslung im SuB war „Im Schatten der Schwestern“ für mich eine gute Wahl und ist eine tolle Sommerlektüre zum Träumen.

Mehr über Emily Bold und ihre Bücher findet Ihr hier.

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