Die Leiden des jungen Werther

Apr
18

Johann Wolfgang von Goethe

Vorneweg

Wie bereits bei „Die Elixiere des Teufels“ von E.T.A. Hoffmann wird dies keine Rezension, sondern nur ein kleiner Bericht und die eigene Meinung. Denn auch dieses Buch habe in erster Linie gelesen, um wieder einmal eine literarische Lücke zu schließen, umso erfreulicher, dass es mich so begeistern konnte. Auf Goethe ist einfach Verlass.

 Die Leiden des jungen Werther

Kleine Inhaltsangabe

Der junge Werther lebt in einem kleinen Örtchen in den Tag hinein. Schreibt, zeichnet und freundet sich mit den Menschen an. In Briefen an seinen Freund Wilhelm schildert er seine Erlebnisse. Ein ruhiges Leben, bis zu dem Tag, an dem er die reizende Lotte zu Tanz begleiten soll und sich sehr schnell in sie verliebt. Leider ist Lotte bereits mit Albert verlobt. So beginnt die unglückliche Liebe des Werthers zur unerreichbaren Lotte, die sich mit der Zeit in Besessenheit verwandelt. Wohlwissend, dass er diese Frau wird niemals offen lieben können, obwohl sie ihm ihre Zuneigung gesteht, sieht Werther für sich nur noch einen Ausweg: den Selbstmord.

 

Eigene Meinung

Eine wundervolle Erzählung, die ein Hauptthema behandelt, dass absolut zeitlos ist. Unglücklich verliebt, Dreiecksbeziehung, Flucht um zu vergessen und die Besessenheit von einer Person. Goethe lässt seinen Werther für Lotte zur Marionette und geradezu wahnsinnig werden. Dies alles in die gesellschaftlichen Regeln und Gepflogenheiten der damaligen Zeit gebettet und im christlichen Glauben verankert.

Der Konflikt des Werthers ergibt sich aus der Tatsache, dass er sich ausgerechnet in eine Frau verliebt, die bereits mit einem anderen verlobt ist. Obwohl beide sehr schnell feststellen, dass sie die gleichen Interessen teilen, sich sehr gut verstehen und ergänzen, bleibt Lotte ihrem Verlobten treu und heiratet ihn, was für Werther die Lage nur noch unerträglicher macht. Auch wenn Lotte für den jungen Mann dieselben Gefühle hegt, lässt Goethe sie immer treu und ehrlich handeln. Sie steht zu ihrem Albert, obwohl sie etwas für den anderen empfindet. Erst als der Werther seine Besuche bei dem befreundeten Ehepaar auf die Spitze treibt, bittet Albert seine Frau, den Kontakt mit dem anderen zu meiden. Hier beginnt nun die Ausweglosigkeit für Werther.

Die Situation klingt doch gar nicht so altertümlich oder? Eigentlich haben wir sie schon alle einmal so oder so ähnlich im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis gehört und erzählt bekommen. Selbstverständlich bringt sich keiner so schnell um, aber die Menschen machen sehr kuriose Dinge aus unerfüllter Liebe. Daneben behandelt Goethe die Themen Vergänglichkeit, die Nichtigkeit des menschlichen Seins und übt Kritik an der damaligen Gesellschaft (arm/reich, adelig/bürgerlich etc.), also ebenfalls viele Themen, die auch heute an Aktualität nichts eingebüßt haben. Absolut lesenswert!

„…Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, un das bisschen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, dass sie alle Mittel aufsuchen, um es los zu werden…“

„…O es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele…Und ach! wenn wir hinzueilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach und wir stehen in unserer Armut, in unserer Eingeschränktheit,…“

„…Und nun, mein Bester, sie, die unseres gleichen sind, die wir als unsere Muster ansehen sollten, behandeln wir als Untertanen. Sie sollen keinen Willen haben! Haben wir denn keinen? und wo liegt das Vorrecht?…“

„…Und kannst du von dem Unglücklichen, dessen Leben unter einer schleichenden Krankheit unaufhaltsam allmählich abstirbt, kannst du von ihm verlangen, er solle durch einen Dolchstoß der Qual auf einmal ein Ende machen? …“

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Apostroph oder kein Apostroph

Apr
16

Ihr kennt ja dieses kleine unauffällige Zeichen auf dem Keyboard. Es hängt ganz unauffällig über der Raute auf derselben Taste. Warum also nicht das kleine Ding benutzen, wenn es doch zur Verfügung steht? Schließlich tun es die anderen doch auch, vor allem die Engländer und Franzosen. Letztere haben gleich zwei unterschiedliche Strichlein, die man über diverse Buchstaben zu setzen hat. Bei uns kommt der Apostroph immer mehr in Mode. Liegt wohl an der Globalisierung und am Multikulti. Warum auch nicht?

Tatsächlich gibt es in der deutschen Sprache feste Regeln, wann ein Apostroph gesetzt werden kann bzw. muss. Mittlerweile scheinen diese Regeln etwas in Vergessenheit zu geraten. Dies bemerkte ich, als mich jemand darauf aufmerksam machte, dass in einem meiner Gedichte „Deppenapostrophe“ zu finden seien. Hierbei handelt es sich um die folgende Zeile:

nur wenn’s warm ist, ist’s auch gut.

Ich war verwirrt und begann nachzuschauen, denn die ausgeschriebene Zeile, also ohne die Apostrophe, lautet:

nur wenn es warm ist, ist es auch gut.

Dummerweise würden die ausgeschriebenen „es“ den Rhythmus stören und diese Apostrophe ersetzen eben diese Wörter. Allerdings wäre anscheinend nach der umgangssprachlichen Schreibweise auch diese Zeile korrekt:

nur wenns warm ist, ists auch gut.

Sieht aber Scheiße aus, deswegen die Strichlein, also in dem Fall keine „Deppen“ sondern nur Verwirrung, wegen unzähliger sinnvoller und –freier Rechtschreibregeln. Puh! Noch einmal Glück gehabt.

Und weil wir gerade schon dabei sind. Wenn Namen auf dem Buchstaben „s“ enden, und das Genitiv-s zu setzen ist, dann muss der Apostroph gesetzt werden, z.B. hier:

…Das war kaum ein Trost in Merranas‘ Lage…

Wer die genauen Regeln nachlesen möchte, dem empfehle ich unter http://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/apostroph oder  www.deppenapostroph.info zu stöbern.

Wie das ganze auch mal so richtig schief gehen kann… Kinners, Kinners, Kinners. Passt bloß mit den Apostrophen auf!

Fail Deppenapostroph

Quelle: www.deppenapostroph.info.

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Fuß!

Apr
03

Fuß!

Mein Herz, das hab ich angeleint,
es trennt uns nicht sehr viel.
Doch was der andere wirklich meint?
Verstand verfehlt das Ziel.

 

Mein Herz, das hängt an einer Leine.
Ne Schlinge um den Hals.
Wie schön wärn jetzt sechs Beine,
Dreiviertel geht der Walz.

 

So Hals und Herz verbunden,
so geht es Schritt für Schritt.
Den Takt noch nicht verbunden.
Ich gehe. Kommst Du mit?

 (Für Q.)

 

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Bla Bla Sex

Mrz
25

Bla Bla Sex

Fredrik Colting und Carl-Johan Gadd

Das Leben ist plötzlich so viel spaßiger, wenn Du etwas Verrücktes zu erzählen hast. Auch wenn es nur unnütze Fakten sind…


Auf rund 175 Seiten finden sich in diesem lustigen Buch viele lustige Fakten, seltsame Gesetze und interessante Informationen zur schönsten Sache der Welt. Mit den meisten kann man im Alltag nur wenig anfangen, in diesem Buch sind sie allerdings eine leichte und sehr amüsante Unterhaltung für zwischendurch. Kein Wunder also, dass sich diese Sammlung im Fluge durchlesen lässt, zudem sind die Zeilenabstände und Absätze sehr großzügig gewählt, sonst wäre dieses Buch dünner.


Eigene Meinung

Das Buch habe ich Just for Fun gelesen und die hier gesammelten „Fakten“ sind wirklich mehr zur Erheiterung gedacht. Trotzdem finden sich hier und da einige Informationen, denen es sich nachzugehen lohnt. Diese betreffen meist alte Gesetze und Kulturen. Es erstaunt immer wieder, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt und wie wir zwischen Recht und Unrecht unterscheiden, selbst über Jahrtausende und gerade bei solchen Sachen wie Sex, einem Thema, das für uns alle eine große Rolle im Leben spielt.

Nichtsdestotrotz ein lustiges Buch, besonders für Jugendliche geeignet, da die letzten Seiten schön gestaltet sind. Hier wird noch einmal kurz und prägnant aufgeklärt. Biologielehrer können sich gerne eine Scheibe abschneiden und phantasielose Eltern finden hier eine Möglichkeit den Sprösslingen „die Sache“ einfach zu erklären. Ansonsten eher ein Fungeschenk für Erwachsene. Schließlich soll es allen gefallen und Spaß machen. Ob es die knapp 10 EUR wert ist, sei dahingestellt.


In Indiana sind Schnurrbärte illegal, wenn der Träger „dazu tendiert, andre Menschen zu küssen“.

Die Hunnen bestraften einen Vergewaltiger und Fremdgeher mit Kastration. Fremdgehende Frauen wurden lediglich zweigeteilt.

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Electric Book Fair 2014

Mrz
09

Na sowas! Deutschlands erste E-Book-Messe findet dieses Jahr am 21. Juni 2014 natürlich in Berlin statt. Es dürfen sich ausschließlich Verlage, die E-Books veröffentlichen bewerben oder zumindest Verlage mit digitalen Reihen. Näheres findet man in der Ausschreibung.

Interessant liest sich das Konzept, das keine klare Abgrenzung zwischen Ausstellern und Besuchern vorsieht und sich nur dem Thema E-Book widmet. Eine Idee, die tatsächlich funktionieren kann. Vor allem erhalten hierbei wohl auch kleine Verlage eine sehr gute Chance sich zu präsentieren, wenn sie statt üppiger Stände und Banner erfahrene Referenten an die Tische des „Electric Café“ setzen. Besucher können auch die Konferenzen „Electric Enquete“ uneingeschränkt verfolgen.

Organisiert wird die Messe von vier Beteiligten und es lohnt sich einen genaueren Blick auf die Seiten der Personen und Verlage zu werfen. Denn es handelt sich bei drei davon um sehr junge Verlage und eine Designerin. Jung bedeutet nicht unbedingt unerfahren. Dieses Projekt sollte man im Auge behalten, denn es tut sich Einiges in diesem Bereich. Neue Genres entstehen und Ideen, die in konservativen Verlagen keine Chance haben, bekommen endlich eine Bühne.


mikrotext. short digital reading

Der erst Anfang 2013 gegründete Verlag hat sich aktuellen literarischen Texten verschrieben, die internationale Themen behandeln und ihren Ursprung in Diskussionen innerhalb der sozialen Medien haben. mikrotext hat sich zur Aufgabe gemacht, das E-Book als Medium für die Literatur von morgen zu etablieren. Mit 12 Publikationen hat der Verlag, hinter dem Nikola Richter und Andrea Nienhaus stehen, bereits ein abwechslungsreiches Programm vorzuweisen. Mehr unter www.mikrotext.de


Frohmann Verlag

Ähnlich wie mikrotext beschäftigt sich Frohmann mit neuen Texten und Entwicklungen im Zusammenhang mit neuen Medien. Im Vordergrund stehen Tweets (Kurztexte), die über Twitter publiziert wurden. Kaum verwunderlich, dass auf der Verlagsseite das Wort Twitteratur auftaucht. Mit dem Titel „Unfug“ findet sich hier eine Sammlung der Tweets von Ute Weber, eine Twitterin (auch ein neues, aber bereits etabliertes Wort), der es sich zu folgen lohnt. Wer mehr wissen möchte, schaut bitte unter http://frohmannverlag.tumblr.com nach.


Andrea Nienhaus

Ist selbständige Designerin in Berlin. Zusammen mit Nikola Richter von mikrotext und einer weiteren Kollegin arbeitet sie in einem Gemeinschaftsbüro. Sie bringt das Know-how zur Buchgestaltung und deren Konzeption mit. Ein Portfolio ihrer Arbeiten kann man sich unter http://www.andreanienhaus.de anschauen.


shelff Independent Publishing

Dieser neuer ebenfalls aus Berlin stammender Verlag hat sich nicht nur Neuerscheinungen verschrieben, sondern auch der Veröffentlichung von vergriffenen oder verschollenen Werken. Eine Spitzenidee der drei Inhaber Andreas Hofbauer, Joerg Reichardt und Fabian Thomas Shelff! Mit nur drei Büchern ist das Programm noch sehr überschaubar. Wenn man die News auf der Website liest, wird man erkennen, dass auch dieser Verlag noch ganz jung ist. Auf http://shelff.de findet sich mehr.


Unter lesen.net findet sich zu der ersten deutschen E-Book-Messe ebenfalls ein Arikel. Mal schauen, was aus diesem Projekt wird.

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