Charles M. Schulz – Die Peanuts

Comics – Bilderbücher selbst im Erwachsenenalter

Jeder der liest, hat sehr wahrscheinlich auch Comics gelesen oder liest sie immer noch. Sie gehören einfach dazu, man kommt nicht um sie nicht herum. Vielleicht sind Comics, ähnlich den Bilderbüchern, eine Zwischenstufe, zwischen dem reinen „Wort“ und „Wort und Bild“. Auf jeden Fall sind sie ein Genre für sich und zudem eine Kunstform.

Was dem einen Micky Mouse, Donald, Häger, Garfield oder Lucky Luck sind, sind mir und werden es immer bleiben die Peanuts und vor allem Snoopy. Charles M. Schulz hat mit seinen Comic-Figuren die Gesellschaft auf so wunderschöne Weise illustriert und auf den Arm genommen, dass ich heute noch Tränen lache, wenn ich eins der Bücher lese. Jede Figur für sich ist eine Persönlichkeit, die unverwechselbar in das Peanuts-Universum passt und so herrlich real wirkt. Man kann mit jeder leiden und sich freuen. Selbst nach so vielen Jahren nach Ersterscheinung sind sie ein Spiegel der Gesellschaft. Sie sind wir mit allen Stärken und Schwächen und deswegen herzallerliebst, auch wenn das vielleicht ein viel zu schnulziges Wort in diesem Zusammenhang sein mag.

Charlie Brown – der ewige Verlierer, in dem sich jeder einmal wiederfinden kann.
Linus – der Held mit der Schmusedecke. Ein Dichter und Denker.
Lucy – die perfekte Frau, Psychologin und Besserwisserin.
Sally – Schwester und Dummchen, aber herzensgut.
Schroeder – der talentierte Klavierspieler, der nur seine Kunst liebt.
Pepptermint Patty – Sportlerin und das einfach Mädchen von nebenan.
Marcie – die hochintelligente Unscheinbare.
Woodstock – interessanter Name für einen Vogel.

Und er, mein absoluter Liebling – Snoopy!
Ein verfressener Beagle, der alles kann. Hund, bester Freund, Joe Cool, Roter Baron – Fliegerass aus dem Ersten Weltkrieg, ein begabter Schlittschuhläufer, Pfadfinder, Osterbeagle und der beste Spieler im Baseball-Team von Charlie Brown, neben Pepermint Patty, die selbst bei Schneesturm Sandalen trägt. Nicht zu vergessen: Schriftsteller und alle seine Romane beginnen mit dem folgenden legendären Satz:
Es war eine dunkle und stürmische Nacht.
Trotz unzähliger Absagen durch Verlage lässt sich Snoopy nicht entmutigen und bleibt seiner Linie der stürmischen Nacht treu. Schreibt weiter auf eine alten Schreibmaschine, die auf dem Dach seiner Hundehütte steht. Was für ein Hund!

Mittlerweile ist Charles M. Schulz zehn Jahre tot. In seinem Testament hat er bestimmt, dass seine Figuren nicht weitergezeichnet werden dürfen. Wozu auch? Sie sind in vieler Hinsicht zeitlos.

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