Hinter den Kulissen – Drachenfeuerjagd

Einen Roman zu schreiben, ist die eine Sache. Daraus ein Buch zu machen, das Leser unterhält und Spaß macht, eine ganz andere. Wer selbst einmal einen längeren Text von 30 oder 60 Seiten überarbeiten oder korrigieren musste, weiß wie viel Zeit so etwas kosten kann. Bei knapp 300 geht, bewegen wir uns in ganz anderen Dimensionen.

Die letzten Wochen und Monate habe ich an meinem 277-seitigen Manuskript gesessen. Es waren zum Teil nicht nur andere Dimensionen des Zeitaufwands, sondern auch eine Gefühlsachterbahn:

  • Zweimal stand ich kurz davor, alles hinzuwerfen.
  • Mehrmals sind Tränen geflossen,
  • und auch Augenblicke mit „Ich lass das jetzt so, auch wenn es Scheiße ist!“ waren dabei.

Heute möchte ich einen kleinen Einblick in meine Arbeit geben.

 

Fluch und Segen mit den Testlesern

Eins ist klar, ich habe die weltbesten Testleser aller Zeit. Das ist der Segen.

Der Fluch ist allerdings: Sie schreiben sehr viele brauchbare und wichtige Anmerkungen und Kommentare, finden Logikfehler, kritisieren das Benehmen und die Handlungen der Figuren, entlarven Längen und fehlende Informationen.
Zu guter Letzt zeigen sie stilistische und andere Fehler in Rechtschreibung sowie Orthographie auf. All diese Arbeit ist unglaublich wertvoll.
Doch diese Menge an Informationen und Korrekturen wieder in einem Skript zu vereinen, ist eine Herausforderung.

Als Erstes habe ich mit der Kommentar-Funktion von Word alle Anmerkungen in einer Datei gesammelt. Ich muss zugeben, dass das sehr aufwendig war, aber auch notwendig und nach hinten raus, brauchbar. Nur so war es möglich Stellen zu identifizieren, die gleich mehrere Personen irritiert haben.

Handwerkzeug – Checklisten und Google

Die Überarbeitung eines Textes ist am Ende Handwerk und Fleiß. Sie besteht aus drei Elementen:

  • Korrekturen
  • Prüfung (Logik, Wortwiederholungen, Einheitlichkeit)
  • Textänderungen

Der erste Punkt ist der einfachste. Man eliminiert Fehler jeder Art, die beim Schreiben passieren und im ersten Korrekturmodus durchrutschen.

Der zweite Punkt ist schon schlimmer. Ich habe begonnen mit einer langen Checkliste zu arbeiten, um den gesamten Text auf sich wiederholende Worte und Wendungen zu prüfen. D.h. wie oft kommt das Wörtchen „nun“ vor und muss der Leser andauernd „er starrte“ sehen?
Die Idee der Checklisten stammt nicht von mir. Sie ist Handwerkzeug professioneller Autoren und ausgesprochen individuell, denn jeder hat seine eigenen geliebten Wendungen, die er oft nutzt und genau diese gehören auf so eine Checkliste.

Meine persönliche enthält insgesamt 49 Positionen

Neunundvierzig Mal bin ich den Text durchgegangen mit Words Suchfunktion. Krass!

Die Textänderungen und -überarbeitungen haben am längsten gedauert und die meisten Nerven gekostet. An einigen Stellen habe ich lange überlegt, ob und was genau zu ändern ist, damit das Leseerlebnis stimmig ist und unterhält.

Dabei sind insgesamt 73 Versionen entstanden.

Jetzt bin ich froh, das Manuskript nochmals losgeschickt zu haben. Fertig ist das Buch noch lange nicht, aber das Cover, von dem ich hier noch ein Stückchen zeigen möchte.

Bleibt gespannt. Bald ist es soweit und Drachenfeuerjagd erscheint als Trilogie. Endlich!

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