Der Schrecksenmeister

Walter Moers

In Sledwaya, der Stadt, in der „das Gesunde krank und das Kranke gesund“ ist, spielt der neue Roman „Der Schrecksenmeister“ des zaminischen Großschrifstellers Hildegunst von Mythenmetz. Er handelt von der Auseinandersetzung zwischen Echo, dem hochbegabten Krätzchen, und Succubius Eißpin, dem furchtbaren Schrecksenmeister Sledwayas, der Faust und Mephisto in einer Person zu verkörpern scheint. Dieser lässt nichts unversucht, um sich vermittels der Alchimie zum Herrn über Leben und Tod aufzuschwingen – und dazu braucht er nichts notwendige als das Fett von Echo, der gezwungen ist, einen teuflischen Vertrag mit Eißpin abzuschließen.

Der Schrecksenmeister
Nachdem Echos Frauchen stirbt, verliert dieser sein Zuhause und irrt hilflos und ausgehungert durch Sledwaya, in der der Schrecksenmeister ein hartes Regim führt. Aus purer Verzweiflung lässt sich das Krätzchen, ja, richtig das Krätzchen, nicht Kätzchen, auf einen Vertrag mit dem Schrecksenmeister ein. Zwar rettet dieser Vertrag Echo vorerst das Leben, denn der Schrecksenmeister garantiert der Kratze freie und hervorragende Kost und Logis, allerdings nur bis zum nächsten vollen Schrecksenmond, also vier Wochen. Danach darf er das Krätzchen auskochen, wie er es mit vielen anderen seltenen Tieren Zamoniens zuvor gemacht hat.
Wer hätte gedacht, dass der furchterregende Schrecksenmeister nicht nur ein Alchimist, sondern ausgezeichneter Koch ist, der dem Krätzchen Köstlichkeiten kredenzt, von denen dieses nicht einmal geahnt hatte, dass es sie gibt. Sei es nun das Ei des Tarnkappenstörs oder eine Erkenntnuss.
Erst nach einiger Zeit merkt Echo, auf was er sich aus purer Verzweiflung eingelassen hat. Ob ihm die anderen Bewohner des eißpinischen Schlosses werden helfen können? Denn niemand versteht die Ledermäuse und in zamonischen Geschichten gibt es keine guten Enden.

Ein Märchen für Erwachsene, aber was für eins! Mit unglaublich viel Phantasie und Wortwitz erzählt Walter Moers die Geschichte von Echo und dem Schrecksenmeister, auch wenn er behaupten mag, diese lediglich aus dem Zamonischen übersetzt zu haben. In kurzen, aber sehr spannenden Kapiteln erlebt der Leser gemeinsam mit dem Krätzchen viele Abenteuer im alten Schloß und lernt einige Geheimnisse der Alchimie kennen. Unglaublich schön sind auch die Illustrationen, die nicht selten zum Lachen einladen. Moers erzählt kurz und sehr spannend, sodass man auf jeden Fall erfahren möchte, was es mit gekochten Gespenstern und der Zubereitung verschiedenster Gerichte auf sich hat. Und überhaupt, wieso versteht eigentlich keiner die Ledermäuse?

Eigene Meinung
Es steht auf jeden Fall fest, dass „Die Stadt der träumenden Bücher“ auf meiner Wunschliste landet. Für alle, die Fantasy lieben und ein bisschen zum Nachdenken gebracht werden möchten, ist dieses Buch ein ausgezeichnetes Geschenk und passt prima in die Weihnachtszeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.