Die Braut von Assisi [Hörbuch]

Die Braut von Assisi
Brigitte Riebe

Assisi 1253: Die Äbtissin Klara liegt bereits im Sterben, als der ungeklärte Tod der Nonne Magdalena das Kloster Damiano erschüttert. Mit letzter Kraft versucht Klara, den mit der Aufklärung des Falls beauftragten Bruder Leo davon zu überzeugen, dass es sich um einen Unfall handelt. Doch Leo glaubt ihr nicht. Immer lauter werden die Gerüchte, dass Klara und Franz von Assisi mehr verband als die bedingungslose heilige Liebe zu Gott. Und dass Magdalena davon Kenntnis hatte. Als auch Franz von Assisis engste Vertraute auf entsetzliche Weise ums Leben kommen, muss Bruder Leo handeln, bevor noch mehr Blut fließt … Ein faszinierendes Geheimnis um Franz von Assisi und die heilige Klara.

Eigentlich sollte Leo, der von Ulm nach Assisi gereist war, die Äbtissin Klara zu etwas ganz anderem befragen. Doch der seltsame Todesfall von Schwester Magdalena bringt nicht nur Leos Pläne durcheinander. Während er im Kloster auf eine Mauer des Schweigens stößt, wird er in Assisi, mehr als ihm lieb ist, in die Familiengeschehnisse seiner Gastgeber verwickelt. Hier allerdings lernt er Stella kennen, die Tochter seines Gastgebers, eines reichen Tuchhändlers, die als einzige deutsch spricht. Schon bald muss Leo feststellen, dass Stella seine einzige Hilfe ist, wenn er den Fall Magdalena aufklären möchte. Die junge Frau jedoch hat mit ihrem eigenen Schicksal zu kämpfen. Als Stellas Verlobung und damit auch die Hochzeit platzt und der Beichtvater der Nonnen kurz nach dem Tod Magdalenas auch noch vergiftet wird, bleibt Leo nichts anderes übrig, als Assisi zu verlassen, um das Geheimnis und den mysteriösen Tod zu klären. Auch Stella versucht dem ihr bevorstehenden Leben im Kloster zu entgehen und flieht aus der Stadt. Die Wege der beiden kreuzen sich erneut und beide spüren, dass es mehr als Zuneigung ist, was sie füreinander empfinden. Wie aber soll es weitergehen? Schließlich ist Leo Mönch und hat ein Gelübde abgelegt. Trotzdem will ihm diese junge Frau nicht aus dem Kopf gehen und Stella muss endlich erfahren, wer sie wirklich ist.
In diesem Roman erzählt Riebe die Geschichte einer verbotenen Liebe und zieht dabei auch eine sehr schöne historische Parallele. Ein Mönch, der seiner Kirche zwar treu ergeben ist, aber dennoch von dem Weltlichen eingenommen wird und eine junge Frau, die durch die Lösung der Verlobung ihrem Schicksal entgehen und herausfinden möchte, woher sie stammt. Beide Protagonisten treibt die Liebe zueinander und zur Wahrheit an.
Riebe schreibt sehr detailliert und lässt ihre Figuren zuweilen richtig leiden. Besonders Stella muss einiges durchstehen und steht alleine da. Leo hingegen scheint immer im Schutze der Kirche besser wegzukommen. Dafür quälen den Mönch sein Gewissen und seine Vergangenheit.
An manchen Stellen muss man sich beim Zuhören etwas konzentrieren, da Leo unterwegs ist und Stella ebenfalls. Dies liegt auch daran, dass die Orte und Namen vollständig im Italienischen belassen sind, Teile der Dialog auch.
Was ausgesprochen gelungen ist, sind die historischen Andeutungen, die Riebe immer wieder in die Handlung einfließen lässt. Hierzu folgen am Ende des Romans noch ausführlichere Erklärungen, die dem Leser einen Einblick in das Leben des Hl. Franz von Assisi und der Hl. Klara geben. Das hat mir sehr gut gefallen.

Gelesen von Günter Merlau
Merlau ist für den historischen Roman sicherlich eine gute Wahl. Er hat eine sehr angenehme und warme Stimme, die zu vielen Handlungen in dem Roman passt. Allerdings ist sie bei anderen Abschnitten fast zu ruhig, sodass man in Versuchung kommt abzudriften.

Fazit: Ein guter historischer Roman für ruhige Abende. Unbedingt die ungekürzte Lesung nehmen.

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