Die Känguru-Chroniken [Hörbuch]

Die Känguruchroniken
Marc-Uwe Kling

»Kannst du heute mal bezahlen?«, fragt das Känguru nach dem Essen. »Heute?«, frage ich. »Mal?«, frage ich. »Ich muss immer bezahlen, weil du nie Geld mitnimmst.« »Tja«, sagt das Känguru lächelnd. »So ist das in der Welt. Der eine hat den Beutel, der andere hat das Geld.« Ein Kleinkünstler, der nicht Kleinkünstler genannt werden will, und ein kommunistisches Känguru, das total auf Schnapspralinen steht. Marc-Uwe Kling erzählt vom Alltag und den revolutionären Eskapaden dieser wunderlichen WG.

Es beginnt wie die meisten Dinge im Leben: harmlos. An Marc-Uwes Tür klingelt es. Der neue Nachbar, wer sonst? Ob er sich wohl ein Ei ausleihen könnte, weil er Pfannkuchen machen möchte und da würde ein Ei fehlen. Marc-Uwe schwant schon Böses und aus dem Ei wird auch Mehl, Milch, Schüssel und Pfanne. Zu guter Letzt sitzt der Neue in seiner Küche und lässt sich bekochen. Eigentlich ist er nett, aber ein bisschen seltsam. Das liegt nicht daran, dass er Nirvana hört, süchtig nach Schnapspralinen ist und notorisch Aschenbecher mitgehen lässt. Nein, er ist ein Känguru und bevor sich Marc-Uwe versieht, hat er keinen neuen Nachbarn mehr, sondern einen frechen, wenn auch klugen Mitbewohner.

Marc-Uwe Kling liest sein eigenes Buch und er liest es genial. Zusammen mit seinem Mitbewohner meistert er den Alltag und erlebt nicht nur Großstadtabenteuer, sondern auch so manche Überraschung. Zwar ist das Känguru strengstens vom Kommunismus überzeugt, frönt aber doch sehr gerne den kapitalistischen Lastern und verkauft unter anderem sehr seltsame Klingeltöne. Kling liest unglaublich lebendig und verleiht dem Känguru mit Stimme und Melodie sehr viel Leben. Auch andere Charaktere werden hervorragend dargestellt. Die kleinen Geschichten sind voller Wortwitz und wunderbar kurzweilig. Ein bunter Mix aus Gesellschaftskritik und Alltag, gut abgeschmeckt mit Humor und einem Schuss Philosophie. Sehr gelungen!

Fazit:
Ein herrliches Hörvergnügen, dass man nicht unbedingt unterwegs genießen sollte. Nicht selten treiben einen die Erzählungen Lachtränen in die Augen. Auf jeden Fall empfehlenswert! Persönlicher Liebling: Die Essgeräusche der Anderen.

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