Fantasy und Gedichte – wie geht das zusammen?

Wer meinen Artikel Reimen ist wie Lego mit Wörtern gelesen hat, weiß, wie viel Freude ich an Gedichten und Wortspielen habe. Es ist ein Jonglieren mit der Sprache, ein Neuerfinden der Bedeutungen und des Sinns. 
Fantasy hingegen ist ein großer Spielplatz; ein Strategiespiel, das die Realität abbildet, verändert, überspitzt und selbst banale Geschehnisse zu etwas Besonderem macht.

Passen Reim und Weltenbau wirklich zusammen? 

Ich habe mir diese Frage während der letzten Jahre nie gestellt. Es fühlte sich richtig an. Doch als ich Sapkowskis „Der Hexer“ las, fand ich die Antwort, ohne sie gesucht zu haben:

„Und außerdem reimt es sich nicht. Alle anständigen Prophezeiungen sind gereimt!“

Andrzej Sapkowski – Der letzte Wunsch

Und tatsächlich, betrachtet man Persönlichkeiten wie Nostradamus, dann wissen wir sofort, warum die Reimform sich hervorragend für Fantasy eignet: Gedichte sind interpretierbar. Wir können in ihnen mehr verstecken, als es auf den ersten Blick scheint. 

Einer der bekanntesten deutschen Dichter, nämlich Goethe, beschäftigte sich mit der Mystik. Kein Wunder also, dass er solch Figuren wie Mephisto schaffen konnte. Dass er ein begabter Poet war, braucht man an dieser Stelle nicht zu erwähnen. 
Liest man den Klassiker Faust, ist das Werk nichts anderes als Fantasy. Doch die Kernaussage und was dahintersteckt, erzählt von der Realität, der Gesellschaft und uns Menschen. Heute nennen sich solche Adaptionen Lucifer und erscheinen auf Amazon Prime oder Netflix.

Was wäre Fantasy ohne Mystik? Ohne Geheimnisse und große Rätsel? Wahrscheinlich nur halb so spannend, wie wir es gerne lesen und in zahlreichen Filmen und Serien anschauen. 
Gedichte und Rätsel sind gereimt noch geheimnisvoller, da die Worte geschickt und sehr bewusst gewählt werden. Synonyme und Metaphern lassen uns nachdenken, verschiedene Rückschlüsse ziehen, sie lassen uns Ereignisse, Personen und Orte neu kombinieren. Wir spielen mit der Sprache. Was kann es Schöneres und Unterhaltsameres geben?

So treffen Gedichte und Fantasy aufeinander

In Drachenfeuerjagd hat mir das Reimen an bestimmten Stellen geholfen, die Geschichte gut voranzutreiben. Zudem ist es in einem längeren Text eine angenehme Abwechslung für den Leser und wer möchte, kann selbst prüfen, ob er gleich errät, worum es geht.

Lest also rein und lasst Euch ein bisschen verzaubern: Drachenfeuerjagd Die Trilogie – exklusiv bei amazon.

Umgekehrt habe ich Gedichte verfasst, die eine Geschichte erzählen. Das macht Spaß, ist aber viel schwieriger, als eine Prophezeiung oder ein kurzes Lied zu erfinden. Nicht selten sitze ich da und finde keinen Reim auf ein bestimmtes Wort. Oder ich finde eins, aber die Geschichte kommt ins Stocken, macht keinen Sinn, viel schlimmer: Sie nimmt einen anderen Verlauf, als geplant.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.