Archiv Dezember, 2011

Calibre – erste Schritte zum ebook

Dez
28

Schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich damit, einige meiner Texte zu einem ersten ebook zusammen zu fassen. Man liest viel über Self Publishing, aber so richtig viel Ahnung haben die wenigsten. So war ich doch recht glücklich bei www.literaturcafe.de den Artikel zu einer entsprechenden Anwendung zu finden, die es schnell und recht einfach ermöglicht aus Word-Dokumenten, die man kurzerhand als HTML-Dateien abspeichert, ebook-Dateien unterschiedlicher Formate (siehe hierzu weiter unten) zu erstellen.

Da ich selbst ein absolut schlechter Autodidakt bin, habe ich jemanden gebeten, sich das ganze mal anzuschauen, prüfen ob es was taugt, und mir zu erklären. Dieser Jemand hat auch noch richtig viel Ahnung von Softwareentwicklung, d.h. coden und damit auch hervorragende HTML-Kenntnisse. Mit so jemandem an der Seite lernt es sich natürlich schnell und einfach.

Hier also die ersten Schritte und Eindrücke.

Da es sich um eine Freeware, d.h. kostenlose Software handelt, kann man die Anwendung bequem von der Site downloaden. Unter www.calibre-ebook.com findet man entsprechende Versionen für die gängigsten Betriebssysteme. Jafo, mein „Lehrer“, empfiehlt allerdings die „Portable“-Version. Die Gründe hierfür sind einfach: Man kann, wenn man will, alles auf einen USB-Stick packen und auf diese Art gleich eine Sicherungskopie erstellen oder mit diesem Stick an unterschiedlichen Geräten (Rechner, Laptop, Netbook) arbeiten.

Nach dem Download braucht man nur noch die exe-Datei ausführen und festlegen wohin die entsprechenden Dateien, d.h. die konvertierten Bücher, gespeichert werden sollen. Unter „Calibre Library“ legt die Anwendung alle Bücher ab, die mal konvertiert hat. Hierbei wird automatisch ein Ordner pro Autor erzeugt.

Zum Loslegen braucht man nur noch die Anwendung ausführen. Die Benutzeroberfläche ist eigentlich ziemlich gut, auch wenn man zuerst von den vielen Buttons erschlagen wird.

Man sollte sich zu Beginn vor allem mit dem Punkt „Einstellungen“ (ganz rechts in der horizontalen Navigation) beschäftigen.

Hier legt man z.B. das Layout und die Formate für die Dateien fest, die umgewandelt werden sollen. Bei der CSS-Geschichte braucht man ein bisschen HTML-know how. Falls man selbst in diesem Bereich nicht so bewandert ist, bietet es sich wirklich an im Freundes- und Bekanntenkreis jemanden zu fragen. Ansonsten heißt es in Foren nachlesen und ausprobieren.

Für die Einstellungen sollte man sich tatsächlich die Zeit nehmen und sie genau durchschauen. Einmal eingerichtet, kann man gut formatierte HTML-Dateien problemlos einspielen und braucht nicht mehr viel nachbearbeiten. Auch die Inhaltsverzeichnisse und unterstützte Textformate werden einwandfrei übernommen. Calibre kann aber auch ebooks eines anderen Formats in das gewünschte Ausgabe-Format umwandeln. Das ist natürlich äußerst praktisch, wenn man z.B. von einem eReader zum anderen wechseln möchte.

Über den Punkt „Bücher hinzufügen“ (ganz links in der horizontalen Navigation) können neue Dateien eingespielt werden. Hierbei findet noch keine Konvertierung statt. Erst mit dem Punkt „Bücher konvertieren“ (ziemlich in der Mitte) wird die in der Liste zuvor ausgewählte Datei umgewandelt. Auf der rechten Seite erscheinen Umschlagbild (kann über „Metadaten bearbeiten“ hinzugefügt werden) und das gewählte E-Readerformat. Calibre erzeugt die ZIP-Datei immer für das eigene Verzeichnis. Im unteren Screen ist MOBI die entsprechende Datei. Zwar verfügt Calibre über einen integrierten Viewer, aber der ist nicht wirklich zuverlässig.

Per USB-Kabel kann man die erzeugten Dateien aus dem Ordner „Calibre Library“ bequem auf den Kindle laden. Das ist auch die beste Methode, um die Formatierungen zu prüfen. Das Umschlagbild und die erstellten Inhaltsverzeichnisse werden automatisch in die MOBI-Datei gepackt. Man braucht sie also nicht einzeln aufs Kindle kopieren.

Das für den Anfang. Calibre kann unglaublich viel. Bin momentan selbst noch am schauen und ausprobieren. Auf jeden Fall empfehlenswert für jeden, der sich mit ebooks und Self Publishing beschäftigen möchte.

Ein großes Dankeschön an Jafo, der sich alles angeschaut und dann geduldig erklärt hat.


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Fröhliche Weihnachten!

Dez
23

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum – wer hat denn dich bloß so schief umgehauen?
Wem noch zum Weihnachtsabend ein Gedichtlein fehlt, der möge sich hier einige kurze Zeilen merken. Twitterreime aus der Adventszeit #Adventsunfug

* * * * *
Vom Himmel hoch, da kam er her.
Der Schnee mit seinem Flockenheer.
Und der Frost stapfte voran
Auf die Schlitten! Freie Bahn!

* * * * *

Schritt für Schritt und Huf für Huf
“Oh!Oh!Oh!”, so tönt der Ruf.
Rot die Nase, voll der Schlitten
so kommen sie bald angeritten.

* * * * *

An der Krippe ein Kerzlein stand
hat die Hütte abgebrannt
Ochs und Esel: davon gerannt.

* * * * *

Die eifrige Annette
verfing sich in der Lichterkette
und auch der Kleidersaum
fing schon am Tannenbaum.

* * * * *

Liebe Kinder, gebt fein Acht
der Nikolaus kommt heute Nacht
wer den Stiefel jetzt vergisst,
Morgen keine Schoki isst!

* * * * *

Weihnachtssocken am Kamin
kann man in die Länge ziehn
geht mehr rein und kommt mehr raus
von dem guten Nikolaus.

* * * * *

Zwei Engel waren gar nicht dumm
sie fanden eine Buddel Rum
haben nen großen Schluck genommen
und so rote Backen bekommen.

* * * * *

Das freche Pfeffernüsschen
verteilte süße Küsschen
an scheue Zimtsterne
und zwar sehr gerne.

* * * * *

Eine Flocke und Engelslocke
schlossen einen Pakt,
sie stahlen eine Weihnachtsglocke
und schlugen sie im Takt.

* * * * *
FROHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN!
* * * * *


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Mein fahler Freund

Dez
21

Mein fahler Freund
Isaac Marion

R ist Zombie. Es ist ihm peinlich, dass er sich nur an den ersten Buchstaben seines Namens erinnern kann. Wie die anderen Zombies verbringt R seine Zeit mit Herumstehen und Stöhnen. Was die Wenigsten wissen: Tod sein ist leicht. Bei einem der Raubzüge in die Stadt trifft R auf Julie. Dummerweise hat er gerade das Hirn ihres Freundes gegessen. R weiss nicht warum, aber er verliebt sich unsterblich in Julie – ausgerechnet in ein lebendes menschliches Wesen.

R ist Zombie am Flughafen und ihm ist so ziemlich Alles egal, außer wenn er Hunger hat, dann will er fressen. Am besten frisches lebendiges Hirn.

Auf einem ihrer Beutezüge, treffen R und sein bester Freund M auf einen Trupp junger Lebender. Im Kampf tötet R Perry und findet Julie. Aus einem für ihn unerfindlichen Grund ist er sich sofort bewusst, dass er diese junge Frau beschützen muss. Typisch für einen Zombie, nämlich ohne nachzudenken, nimmt R Julie mit an den Flughafen, tarnt sie als Zombie und versteckt sie vor den anderen in einer 747.

Doch das ist nur der Anfang, denn R fängt an zu träumen und er träumt das Leben seiner letzten Mahlzeit, Perrys Hirn. Als er auch das letzte Stück verspeist hat und Julie ihm von sich und Perry erzählt, verliebt er sich in die Lebende. Doch am Flughafen kann sie nicht bleiben und schließlich haben die Knochen R verheiratet und zwei Kinder zugewiesen. Ist das aber alles noch wichtig, wenn man verliebt ist? Wenn Julie nicht bei den Zombies bleiben kann, könnte R nicht zu den Lebenden? Er dürfte sie nur nicht fressen.

Von Liebe und dem Wunsch nach Heilung bzw. Veränderung getrieben, folgt R Julie in die Stadt der Lebenden, die nichts weiter ist, als ein abgesperrtes Footballstation. Einen Plan hat er nicht, er geht einfach Schritt für Schritt vor und alles ändert sich.

Eigene Meinung

An diesem ersten Roman von Isaac Marion können sich wohl wirklich die Geister scheiden. Was dieser „junge“ Autor hier geschaffen hat, ist auf jeden Fall neu und folgt irgendwie dem trendigen Gedanken „Yes we can.“ und dann doch nicht, denn es ist viel zu banal, um funktionieren zu können. Vielleicht funktioniert es deswegen. Marion dreht die Welt um.

Sein Protagonist ist verheiratet, hat Kinder, geht mit ihnen zum ersten Schultag, erwischt seine Frau mit ihrem Liebhaber beim Sex und verliebt sich in eine vielleicht jüngere Frau, die noch nicht mal in seine Welt gehört. Der feine Unterschied: der Protagonist ist Zombie. Ist das überhaupt noch relevant? Stöhnen und starren wir nicht alle irgendwie durchs Leben, bis sich etwas ändert? Bis uns endlich jemand aus einem Schlaf rüttelt, der uns Jahre übermannt hat? Verdient nicht jeder eine zweite Chance auf ein Leben, in dem man liebt und geliebt wird?

Genau mit solchen und noch schwierigeren Fragen lässt Marion seinen Zombie mit sich selbst und einer zerstörten Welt kämpfen.

…Mittlerweile frage ich mich, woher ich komme. Die Person, die ich jetzt bin, dieser linkische, stolpernde Bittsteller…wurde ich auf den Grundmauern meines alten Lebens errichtet oder bin ich etwa dem Grab wie eine unbeschrieben Tafel entstiegen? Wie viel ist Erbe und wie viel meine eigene Schöpfung?“

Wer jetzt allerdings denkt, dass R seitenlange tiefenphilosophische Monologe führt, bis einem beim Lesen das Gesicht einschläft, der irrt. Der Autor kriegt auf erstaunliche Weise immer die Kurve. Er geht gar nicht in die Tiefe. Das hat die Erzählung auch nicht nötig, denn die Fragen reichen vollkommen aus, um die Absurdität unserer eigenen Ängste vor dem anderen, dem fremden, darzustellen und genau darauf will Marion wohl in seinem ersten Roman hinaus. Wir sind alle gleich. Irgendwie. In unseren Grundbedürfnissen, Zielen, Anschauungen und Vorstellungen.

Sehr schön verdeutlicht wird es in zwei Schulszenen, in denen der Autor sich die Zombie- und Menschenlehrer vollkommen identisch verhalten läßt.

Sowohl die Menschen, als auch die Zombies leben in abgeschotteten Lebensräumen. Die einen bewusst in Stadien, die sie verteidigen, die anderen an einem verlassenen Flughafen. Gerade in dieser Welt der Gegensätze vereinen sie plötzlich zwei Dinge: ein gemeinsamer Feind und der Ausblick auf eine Liebe und damit Hoffnung für die Zukunft.

Die hier erzählte Geschichte ist alt und die Moral bzw. das Motiv bereits mehr als einmal durch die Menschheitsgeschichte selbst aufgegriffen, behandelt und durchlebt. Marion hat die Welt nicht neu erfunden, aber mit der Ironie eines toten Zombies, der wieder lebendig werden will, schafft er doch eine neue Perspektive auf die Dinge und die Welt, wie sie bereits heute ist, wobei er weder anklagt noch bestraft.

Warum sich an diesem Buch einige Geister scheiden

Auf dieses Buch muss man sich einlassen und die ersten Seiten deuten auf eine ganz andere Geschichte hin. Die Leseprobe hatte mich damals nicht überzeugt. Ich war der Meinung, dass dieses Buch eher etwas für eingefleischte Zombie-Fans und ein Kontra zu den vielen Vampir-Liebesromanen ist. Erst auf Empfehlung von Soleil, die mir das Buch geschickt hat (nochmals vielen Dank!), habe ich mich doch überzeugen lassen. Dieses Buch lohnt sich. Man sollte ohne Vorurteile rangehen.


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Verniedlicht

Dez
11

Wo gearbeitet wird,
fallen Spänchen.

-o-

Wo gebissen wird,
gibt es Zähnchen.

-o-

Wo gegrillt wird,
hängen Hähnchen.

-o-

Wenn Winde wehen,
flattern Fähnchen.

-o-

Wer Tee trinkt,
hat auch Kännchen.


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Der Zauberhut

Dez
10

Der Zauberhut
Terry Pratchett

Der achte Sohn des achten Sohnes…eines achten Sohnes!

Die Scheibenwelt gerät in größte Gefahr, als der junge Münze, achter Sohn eines Magiers, den Vorsitz an der Unsichtbaren Universität an sich reißt. Der Zauberhut, magisches Relikt und Zierde des Erzkanzlers, muss vor dem neuen Herrscher in Sicherheit gebracht werden. Doch ausgerechnet der tolpatschige Rincewind wird für dieses Vorhaben auserwählt. Und gemeinsam mit der schönen Barbarenfriseuse Conina schlittert er in ein haarsträubendes Abenteuer.

Als die Spinnen, Ameisen und irgendwann sogar die steinernen Dachfiguren die unsichtbare Universität verlassen, ahnt der Bibliothekar, dass etwas nicht stimmt . Alles deutet auf die Ankunft eines kreativen Magus hin.

Das dieser ausgerechnet in Gestalt eines kleinen Junge namens Münze erscheint, kann kaum ein Magier fassen. Doch der Stab des Jungen lehrt die alteingesessenen Magier schnell, dass ein neues Zeitalter anbrechen wird.

Während die Magier versuchen mit der neuen Ordnung klar zu kommen, flüchtet der Zauberhut, der den Erzkanzler (der höchste aller Magier) erst zu einem Erzkanzler macht.

Als sich auf Grund der Veränderungen in der unsichtbaren Universität auch Ankh-Morpork anfängt zu verwandeln, will Rincewind nur eins: in eine Taverne und ordentlich bechern. Wie der Zufall es so will, läuft er dort der hübschen Conina über den Weg und das Abenteuer beginnt.

Während die Magier anfangen sich zu bekriegen und damit auf den Weltuntergang zusteuern, reisen Rincewind, Conina und der Hut nach Klatsch. Während sich die Situation immer weiter zuspitzt, merkt Rincewind, wie viel Magier tatsächlich in ihm steckt. Das sind Tage, an denen Helden gemacht werden…

Eigene Meinung

Das ist das erste Buch von Pratchett, mit dem ich ein kleines Problem habe, falls man es Problem nennen kann. Ich verstehe die Geschichte nicht. Denn im Grunde genommen, passiert nicht wirklich viel. Sicherlich, die Geschichte hat eine schlüssige Handlung und hier und da stirbt und verliebt sich jemand, aber irgendwie plätschert die Erzählung nur dahin.

Auch sind die Charaktere diesmal nicht besonders spannend, außer vielleicht Nijel, der gerade seine Barbarenausbildung begonnen hat und mehr oder weniger gewollt in Rincewinds Abenteuer hineinschlidert. Vielleicht machen die vielen Personen dieses Buch etwas seicht. In diesem Roman tauchen sehr einige bekannte Bürger Ankh-Morporks in Nebenrollen auf. Mit ihnen unglaublich viele Botschaften und Themen. Man hat das Gefühl, dass Pratchett in diesem Roman ein ziemlich großes Motiv zu verarbeiten versucht. Entweder habe ich es nicht verstanden oder es hat an einigen Stellen nicht funktioniert.

Man kann davon ausgehen, dass es um die Vorherrschaft einer Gruppe geht, Zusammengehörigkeit und Selbsterkenntnis, Selbstüberwindung und Selbstopferung. Garantiert ist in diesen 365 noch viel mehr enthalten, aber das sind so die groben Punkte, die sich durch die Handlung ziehen.

Es fällt schwer über dieses Buch eine Rezension zu schreiben, wenn man damit nicht klar kommt. So geht es mir zumindest.

Eins kann man sicher sagen, wer etwas von Pratchett lesen möchte, sollte nicht mit diesem Buch beginnen. Es könnte den Autor in einem seltsamen Licht darstellen. Einer der besten Romane von Pratchett ist „Der Zauberhut“ auf jeden Fall nicht.


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