Die Klinge des Schicksals
Markus Heitz
Die gealterte Kriegerin Danèstra ist in ihrer Heimat Nankan eine lebende Legende. In unzähligen Schlachten hat sie Siege errungen und so den Beinamen „Die Klinge des Schicksals“ erhalten. Doch als sie die geheimnisvolle Kalenia vor dem sicheren Tod bewahrt und die Geschichte der jungen Frau erfährt, muss sich Danèstra ihrer bislang größten Aufgabe stellen. Nichts weniger als das Überleben von Nankan steht auf dem Spiel, und Kalenia scheint der Schlüssel zur Rettung des ganzen Kontinents zu sein. Doch kann Danèstra ihr wirklich trauen?
Wenn Danèstra schlafen geht, dann nur in voller Rüstung und mit ihrem Schattenhund an der Seite. Denn sie weiß nie, wann das Schicksal sie an einen Ort ruft, wo Hilfe gebraucht wird. Ausgerechnet ihr jüngstes Kind, das mehr ein ausgezeichneter Verwalter denn Krieger ist, will in ihre Fußstapfen treten.
Als sie an einen Ort gerufen wird, an dem eine Schwangere bedroht wird, eilt sie der jungen Frau sofort zur Hilfe und hört sich deren Geschichte an, deren Ausgang die Rettung Nankan verspricht. Der Kontinent wird von einer magischen Wildnis mit Bestien überwuchert und genau aus dieser stammt die junge Kalenia, die genau weiß, was zu tun ist: Männer töten, die einen Bund mit Dämonen eingegangen sind. Nur das wird die Wildnis stoppen. Doch die Namen der Übeltäter verrät sie nicht, sondern weist der Kriegerin den Weg.
Diese Chance nutzend sucht Danèstra Unterstützung bei den Königen der Lande. Doch sie und die junge Frau werden abgewiesen. Lediglich drei Reiche stellen ihr Begleiter zur Seite. Als sich ihr Sohn Mabian zudem in die Schwangere verliebt, hat die Kriegerin Schwierigkeiten ihn von dem Abenteuer abzuhalten, auf das sie sich selbst begeben muss.
Kaum ist die Mutter abgereist, schliddert der Junge in ein eigenes Abenteuer, das mehr ist, als er je erleben wollte.
Während ein Verschwörer nach dem anderen getötet wird, kommen Danèstra Zweifel an der Geschichte der jungen Frau und damit ist sie nicht allein. Was sie jedoch nicht weiß, ist dass der wahre Schlüssel zu allem von einem jungen Mann namens Quent unwissentlich beschützt wird.

Tatsächlich wird in diesem Roman die Geschichte dreier Figuren erzählt, zum einen die der Kriegerin, Danèstra, zum anderen die des Sohnes und obendrein Quents. Alle sind auf dem Weg, um die Welt oder sich selbst zu retten oder den letzten Wunsch einer Person zu erfüllen. Dabei lässt Heitz die Personen immer wieder unbemerkt ihre Wege gegenseitig kreuzen und spinnt so ein spannendes Abenteuer um Betrug und Verrat.
Auch wenn die Handlung gut vorankommt und besonders zum Ende viele spannende Wendungen die Geschichte interessant und lesenswert machen, überzeugen nicht alle Figuren in ihrem Handeln.
Der Weltenbau hingegen und die beschriebenen Städte und Gebiete sind sehr gelungen. Alte und neue Elemente wie Magie und Schwert, aber auch die neuen Pistolas und Electorum mit Batterias zu mischen, machen die Geschichte angenehm anders.
Fazit: Ein sehr interessantes Buch und unterhaltsam anders als die üblichen Fantasybücher. Zahlreiche Ideen sind sehr spannend eingewoben, das überwiegt kleine Schwächen der Figuren. Lesenswert. Wer tiefgründige Charaktere liebt, wird ggf. etwas die Nase rümpfen.
Eigene Meinung
Dies war mein zweites Buch von Markus Heitz, das schon sehr lange auf meinem SuB lag. Es passte ausgezeichnet zu der tollen Instagram-Aktion von Anni und Laura, die einen „Meister Mahet März“ veranstaltet haben.
Ich bin ganz hin und her gerissen von diesem Buch. Die Idee eine alternde Heldin in ein Abenteuer zu schicken, finde ich super und sie hat mir zu Beginn hervorragend gefallen. Doch sobald die Heldin auf Kalenia trifft, wird sie von Kapitel zu Kapitel unglaubwürdiger, auch als sich ihr Sohn Hals über Kopf in die Hochschwangere verliebt.
Dafür ist die Storyline von Quent einfach nur genial, die von Mabian auch. Zudem sind die Nebenfiguren ausgesprochen sympathisch. Und allein das war schon Grund genug, um weiterzulesen. Und tatsächlich wird man auf den letzten 200 Seiten für die Schwächen der Protagonistin mit tollen Plot-Twists belohnt.
Tintenfain bleib mir ein Rätsel, auch wenn viele Einwürfe sehr amüsant waren.
Fazit: Wer gerne mal etwas andere Fantasy liest, für klassischen Roadtrips mit neuen Elementen offen ist und einen tollen Weltenbau mag, der wird auch an diesem Heitz Spaß haben.
„…Calostro hatte Electorum-Kraft als ‚degenerierte Magie‘ und ‚von arroganten Menschen gemachter Unfug‘ beschimpft.“
„…Die Zauberer sterben zuerst, so lautet die alte Kriegsregel…“
Im Mai geht es übrigens mit Kai Meyer weiter und auch da habe ich ein Buch auf meinem SuB liegen. Von diesem Herrn habe ich bisher nichts gelesen. Wer mitmachen will, der schaut bei Anni und Laura vorbei.
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