Dragon Days 2012 in Stuttgart


Dieses Jahr fand in Stuttgart zum ersten Mal das Dragon Days Fantastikfestival statt. Vier Tage lang drehte sich alles um Fantastik, egal ob als Film oder Buch. Das Programm war eine bunte Mischung quer durch Filme, Lesungen und Veranstaltungen. Freitag und Samstag habe ich einige Zeit bei den unterschiedlichen Vorträgen verbracht und war vom Highlight des Samstagabends mehr als begeistert. Hier einige Eindrücke.
V wie Vendetta

Freitag – V wie Vendetta
Woher kommt eigentlich diese Maske, die gerade mit der Ocupy-Bewegung wieder an Berühmtheit zugenommen hat und was hat sie zu bedeuten? Was sind die Hintergründe? Was bedeutet eigentlich „Remember, remember the 5th of november“? Viele interessante Fakten wurden im Vorfeld der Filmvorführung von Constatin Schnell erörtert. Heute wird die Guy Fakes-Maske um ein Vielfaches öfter verkauft, als die Masken anderer Superhelden. Die Rechte an der Maske liegen übrigens bei WB, die sich Dank der Occupy-Bewegung über die zusätzlichen Einnahmen gefreut haben. Vielleicht sind solche Sachen mit unter der Grund, warum dieser Film und seine Thematik für unsere Zeit so passend sind.

Mobile

Samstag – Mobile – Verena Fels
Es kann doch gar nicht so schwer sein, aus einem digitalen Film ein Kinderbuch zu machen. Oder doch? Wie sucht man aus ein paar Tausend Bildern das richtige aus? Geht das überhaupt? Was passiert mit den Charakteren, wenn sie sich nicht mehr bewegen und die musikalische Untermalung plötzlich fehlt? In einem sehr fröhlichen Vortrag verriet uns die Macherin von Mobile wie aus ihrem preisgekörnten Kurzfilm ein farbenfrohes Kinderbuch geworden ist. Mobile, mit einer sympathischen Kuh als Hauptperson, ist ein hervorragendes Beispiel für den umgekehrten Weg vom Film zum Buch. Denn normalerweise kennt man es genau anders herum. Erschienen ist das Buch inkl. Film-DVD im Thienemann Verlag. Ein tolles Geschenk für Kinder und auch ein riesiger Spaß für Erwachsene und Liebhaber des Animationsfilms.

Samstag – Der letzte Schattenschnitzer – Christian von Aster
Klar, dass bei den Dragon Days ein Autor aus dem Haus Klett-Cotta nicht fehlen darf. Mit von Aster haben die Veranstalter eine hervorragende Wahl getroffen, denn der Storyteller, wie sich der Autor selber nennt, liest nicht nur, er trägt Gedichte vor und lässt sogar in gewisser Weise die Hüllen fallen. Ausgesprochen gut gefallen hat mir sein Vortrag über die Trolle, eine Anlehnung an Wilhelm Busch Max und Moritz. Selbstverständlich las der Autor aus seinem Roman „Der letzte Schattenschnitzer“ und signierte danach gerne die Bücher.
Wenn er nicht mit seinen Büchern bekannt wird, dann vielleicht durch seinen Tanz der sieben Schleier. Nicht nur für Fans war dies eine sehr kurzweilige und unterhaltsame Lesung, die man so schnell nicht vergisst. Ein absolutes Vergnügen.

Samstag – Das Lied von Eis & Feuer – Game of Thrones
Das absolute Highlight an diesem Tag war die Veranstaltung zu „Das Lied von Eis und Feuer“ im Gespräch mit Werner Fuchs, dem deutschen Agenten von George R.R. Martin, der einige persönliche Dinge über den Autor und seine Arbeit verriet, aber auch von den Anfängen berichtete, als Fantasy und Sci-Fi noch als Genre weit ab vom Mainstream existierten.
Game of Thrones
Danach folgte ein Gespräch mit Tom Wlaschiha. In der zweiten Staffel spielt er eine Nebenrolle in der Serie „Game of Thrones“. Er berichtete über das Casting, den Dreh am Set und die Herausforderungen bei den Arbeiten an der populären Fantasyserie. Im Anschluss an das Interview las Wlaschiha, der schon in Filmen wie Krabat und Duell – Enemy at the Gates gespielt hatte, aus dem zweiten Roman von Martin.

Krönender Abschluss des Abends war jedoch die Präsentation von Juri Stanossek (Pixomondo), dem Visual Effects Supervisor der zweiten Staffel. In seiner Präsentation zeigte Stanossek die Entstehung der Shadow Creature, die Entwicklung der Drachen und verriet, wie die Schauplätze vor der digitalen Bearbeitung aussehen. Ein spannender Blick hinter die Kulissen, in dem man als Zuschauer lernen konnte, dass man kein weißes Pferd vor weißem Himmel drehen darf und die Shadow Creature zu Anfang ein keiner Terminator war. Schade, dass dieser Teil aus Zeitgründen etwas zu kurz kam. Trotzdem interessant zu erfahren, dass die Visual Effects der zweiten Staffel zum größten Teil in Stuttgart entwickelt wurden, auch wenn ein frisches Hähnchen sein Leben dafür lassen musste. Ungegrillt.

Eine gelungene Veranstaltung. Man kann also gespannt sein, was nächstes Jahr an den Dragon Days in Stuttgart passiert, denn die wurden bereits angekündigt. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein.

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