Die Brücke nach Atum – Die Legende der Mordenai

Alexander Kaiser – Ace Kaiser

Die Thuron kommen. Wie ein großer Schwarm Heuschrecken überziehen sie unter ihrer Kaiserin Wretedienk den Kontinent Pentranok mit Krieg. Ihre Regimenter, Omchais genannt, unterwerfen Volk auf Volk. Zuerst erobern sie die Ostküste, die Reiche der Minkis. Schon haben sie die Republiken der Heuresen unterworfen und stehen kurz davor, auch ihre Königreiche zu vernichten. Ein Drittel Pentranoks ist bereits in ihrer Hand. Den überlebenden Völkern der Alink und der freien Heuresen bleibt nur noch, sich unter ihrer Großkönigin Enhid von den Kalink in einer offenen Feldschlacht zu stellen…
Die Brücke nach Atum

Nachdem der Kämpfer Bronnar und seine Begleiterin Kaya in einem Dorf der Heuresen einen Dämon austreiben, machen sie sich auf die Suche nach demjenigen, der das friedliche Örtchen in diese Misere gebracht hat. Auf ihrem Weg in die nächste Stadt geraten sie in die letzte Phase einer Schlacht und laufen der Kaiserin Wretedienk geradezu in die Arme. Kaya staunt nicht schlecht, als sie feststellen muss, dass ihr Begleiter der Kaiserin nicht nur bekannt, sondern ausgesprochen vertraut ist. Wen wundert es dann, dass sie vor Eifersucht kocht, als die Kaiserin ausgerechnet Bronnar zu ihrem nächsten Mann machen will, wie es bei den Thuron Sitte ist. Doch all das ist eigentlich Nebensache, denn die Omchais der Kaiserin haben eine empfindliche Niederlage erlitten und der Krieg ist noch lange nicht zu Ende. Da kommen ein erfahrener Kämpfer und eine Magica gerade zur rechten Zeit.

Alexander Kaiser erzählt schnell und bildlich, sodass man auch ohne große Beschreibungen leicht in die Handlung findet. Der Leser wird gleich in ein Ritual hineingezogen und wundert sich über den Verlauf. Denn viele Szenen sind mit einer Prise Humor gewürzt. Trotzdem bleibt Kaiser der Fantasyerzählung treu und schafft es viele schöne, brutale und sehr interessante Ideen in einer Geschichte nach klassischem Schema zu verarbeiten. Seine Protagonisten haben auf jeden Fall Charakter. Im zweiten Teil allerdings tauchen sehr viele neue Personen auf. Auch wenn die Namensgebung sehr schön ist, hat man im letzten Viertel Schwierigkeiten zu folgen. Viele Völkernamen, viele Eigennamen von Personen, die in der weiteren Handlung wahrscheinlich eine Rolle spielen und dazu kommen auch noch die Nennungen der Ort, Gebiete und Königreiche. Wenn man an dieser Stelle nicht ganz konzentriert liest, verliert man den Faden.

Die Erzählung schließt mit einem offenen Ende genau an der richtigen Stelle. Da es sich hier um einen Zyklus handelt, kann man durchaus auf den nächsten Teil gespannt sein.

Eigene Meinung
Wirklich etwas anderes. Alexander bzw. Ace Kaiser schafft eine eigene Welt mit durchaus sehr brutalen Frauencharakteren. Wer hinter dieser Erzählung das übliche Kriegsgeplänkel vermutet, wird an der einen oder anderen Stelle kurz durchatmen. Allerdings schlägt der Autor nicht über die Stränge, das ist sehr angenehm.
Sehr gefallen haben mir die Ideen zur Kampfkunst, Magie, Religion und Kultur. Hier hat sich jemand einige Gedanken gemacht. Leider kommen die wohl daraus resultierenden Konflikte unter den Beteiligten gerade im letzten Teil etwas zu kurz. Dies liegt an der Fülle der vorgestellten Völker. Auch wenn man hier und da ein bisschen mehr über die Charaktere erfahren wollen würde, tut es der Handlung keinen Abbruch. Die ist nämlich spannend erzählt und man möchte gerne weiterlesen.

Wer Lust auf eine kurze Erzählung abseits des Mainstreams hat, ist mit diesem E-Book gut bedient.

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