Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt

Jeff Kinney

Greg hat von seiner Mutter ein Tagebuch geschenkt bekommen. Und das obwohl Tagebücher nur was für Mädchen sind! Oder etwa doch nicht? Greg jedenfalls beginnt einfach mal, darin zu schreiben und zu zeichnen: über seine lästigen Brüder, seine Eltern, seinen trotteligen Freund Rupert, den täglichen Überlebenskampf in der Schule, ein echt gruseliges Geisterhaus und über den verbotenen Stinkekäse…


Greg ist an der Junior High-School und muss nun auf sein Image achten. Kein Wunder also, dass ihm Rupert auf die Nerven geht, wenn er mal wieder total kindisch tut. Als Leser begleitet man Greg durch das ganze Schuljahr. Erlebt Halloween, Weihnachten und seine Ernennung zum Schülerlotsen.

Das Ganze verfolgt man als Leser nicht nur in Wort und Schrift, sondern auch in Bildern. Denn dieses Zwischending aus Kinder- und Jugendbuch ist tatsächlich ein Comic-Roman. Selbst die Buchseiten sind Schreibheft- bzw. Tagebuchseiten nachempfunden und liniert. Zudem ist die vom Verlag gewählte Schriftart eine Blockschrift, die tatsächlich einem Jungen gehörten könnte. Hier hat man sich bezüglich des Layouts richtig Gedanken gemacht. Die eingefügten Comic-Bilder, von denen es auf jeder Seite mindestens eines gibt, sind einfach und klassisch gehalten, mit RUMS-Geräuschen und Sprechblasen.

Zudem sind die Geschichten kurz, aber phantasievoll und wie es sich für einen Roman gehört, auch aufeinander aufbauend. Kein Wunder also, dass diese Reihe bei den Kids von heute so ein Erfolg ist, obwohl es sich um die Erzählungen aus einer amerikanischen High-School handelt.


Eigene Meinung

Gregs Tagebuch habe ich mir von dem Sohn einer Arbeitskollegin ausgeliehen. Er ist absoluter Fan und da mir dieser Titel immer wieder über den Weg gelaufen ist, musste ich mal selbst nachlesen und herausfinden, was es mit diesem Phänomen auf sich hat.

Eine geniale Idee hatte Jeff Kinney mit seinem Greg und der Mischung aus Erzählung und Comic. Mit Greg hat er einen durchschnittlichen Schüler geschaffen, der sich durch den üblichen Wahnsinn des Schuljahres kämpft und sich hier und da auch durchschlawienern will. Klar, der Zoff mit den Eltern wird genauso thematisiert wie die Freundschaft zu Rupert, dem besten Freund. Was also braucht man mehr als junger Leser, als einen Helden, der zwar auch nicht immer gewinnt, aber irgendwie seinen Weg geht? Der genauso Hausarrest und zwei Wochen Videospielverbot bekommt wie man selbst? Hier kann ich die Jungs und Mädels zwischen 8 und 13 Jahren sehr gut verstehen, warum sie auf diese Bücher zu abfahren. Sie handeln vom dem, was man gerade selbst erlebt. Und endlich ist da ein Buch und eine Figur, die einen versteht! BÄHM!

Fazit: Ein tolles Kinder- bzw. Jugendbuch, das sich so leicht gar nicht einordnen lässt, aber wozu auch? Vielleicht ist Comic-Roman ein guter Übergang vom Kinderbuch mit Bildern zum reinen Jugendbuch mit Schrift. Wer sagt denn, dass man die Formen nicht mischen könnte?

Zudem sind die Charaktere von Greg, Rupert und Gregs Mutter sehr gut gelungen. Man kann mit allen Mitlachen und Weinen. Versteht sofort, warum sie sauer sind und wann ganz stolz. Dies gilt auch für die anderen Figuren, die öfters auftauchen. Zudem ist Gregs kleiner Bruder wirklich reizend gezeichnet. Hier hat Jeff Kinney ein gutes Händchen bewiesen.

 

a graphic novelRandbemerkung: Der Baumhaus Verlag gehört ja zu Bastei Lübbe. Ups, und schon wieder was gelernt. Zudem kann ich ein Häkchen für die Reading-Challenge setzen, dass ich gar nicht im Visier hatte. HA!


„Der Käsefinger ist sowas wie Lepra. Der einzige Weg, den Käsefinger loszuwerden, ist, ihn an jemand anderen weiterzugeben.“

 

„Ehrlich gesagt, bin ich inzwischen ganz froh, dass mein Plan, in die Fördergruppe zu kommen, nicht aufgegangen ist. Ich habe gesehen, wie ein paar der Binki-sagt-Buh-Schüler ihre Bücher verkehrt herum gehalten haben. Und ich glaube nicht, dass das ein Witz war.“

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