Archiv Oktober, 2010

Autoren und Widmungen

Okt
23

Jedes Mal, wenn ich ein neues Buch zur Hand nehme und aufschlage, bleibe ich oft auf einer Seite hängen, die mit der Geschichte nicht wirklich etwas zu tun hat, aber trotzdem dazu gehört und vielleicht manchmal doch einen mehr oder weniger großen Einfluss auf die Entstehung der Geschichte hatte. Die Widmung des Autors.

Neben den vielen oft sehr liebevollen oder einfach gehaltenen Danksagungen an bestimmte Personen, finden sich in einigen Büchern sehr schöne Sprüche.

Besonders interessant sind die etwas anderen Widmungen, die sich dem Leser gar nicht erschließen oder tatsächlich ein kleines bisschen von der Arbeit des Autors verraten. Zu gerne würde man erfahren, was dahinter stecken mag.

Hier einige Beipiele:

Aus den Büchern der letzten Monate sind mir drei Widmungen in Erinnerung geblieben:


Aus „Die Henkerstochter

von Oliver Pötzsch – schöne Formulierung


Aus „Philosophenkönig

von Martin Arnold Gallee – nicht für jedermann


Aus „Rubinrot“ von

Kerstin Gier – wunderschön, phantasievoll und entlockt ein Lächeln.


Es gibt mit Sicherheit noch viele wunderschöne Widmungen. Falls Euch eine solche über den Weg läuft, schreibt mir bitte einen Kommentar mit Buch und Autor, sowie der Widmung. Ich würde mich sehr freuen.



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Die Maurin

Okt
18

Die MaurinLea Korte

Andalusien im 15. Jahrhundert. Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – und mittendrin steht die junge Zahra. Als Hofdame und enge Vertraute -Aischas, der Hauptfrau des tyrannischen Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel dunkler -Intrigen und rücksichtsloser Machtkämpfe. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Spanier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt …

Mit sehr vielen Details und ausführlichen Beschreibungen schildert Lea Korte das Leben der jungen Zahra, die mit ihrer Familie in Granada des 15. Jahrhunderts lebt. Erst als die Auseinandersetzungen zwischen Mauren und Christen zunehmen, merkt Zahra schnell, dass auch ihre eigene Familie von den Veränderungen im Land betroffen sein wird. Selbst die Abstammung ihrer Mutter, die als gebürtige Christin zum Islam wechselte und der Kampf des Bruders gegen den Halbbruder werden der Familie zum Verhängnis. Doch nicht nur das. Lea Korte erzählt die Geschichte einer Frau, die trotz ihres Glaubens und der Erziehung mutig ihren Weg geht. Erzählt werden die Geschichten einzelner Familienmitglieder im Lauf der Jahre, in denen sich der Konflikt zwischen Mauren und Christen zuspitzt.

Neben Krieg, Vertreibung und heimlichen Aufträgen für die Sultanin Aischa verliebt sich Zahra in einen Mann, der unerreichbar scheint. Als das Schicksal sie erneut zusammenführt, erfährt sie eine bittere Wahrheit: Er ist verheiratet. Doch das Leben geht seltsame Wege…

Sehr schön beschreibt Lea Korte das Leben in der damaligen Zeit, sodass man als Leser einen guten Einblick in das tägliche Leben in Granada und die Religion des Islam erhält. Mit Einfühlungsvermögen erzählt die Autorin über die Gedanken der Frauen in dieser Zeit, ihre Sorgen, Ängste, Wünsche und Hoffnungen, sowie die Vereinbarkeit dieser mit der Religion.

Ein gelungener und umfangreicher historischer Roman über die Geschichte Spaniens. Recht herzlich bedanke ich mich bei Lea Korte für das Rezi-Exemplar.

Verlag: Droemer Knaur

ISBN: 978-3426502303

Autorenseite: Lea Korte



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Helden

Okt
14

Helden

Mit den Zehen

am Abgrund stehen.

Erhobenen Hauptes

nach oben sehen.


Dazwischen

liegt die ganze Welt.

Wer stehen bleibt,

der steht als Held.

(Für H.v.K.)



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Meide deinen Nächsten

Okt
07

Meide deinen Naechsten

Reinhard Mohr

Das Christentum sah den Menschen als Ebenbild Gottes, im Humanismus der Aufklärung triumphierte die Vorstellung vom allseits entwickelten freien Individuum, und im marxistischen Kommunismusmodell kulminierte der Glaube an das Gute im Menschen, der nur durch die ungerechten Besitzverhältnisse an seiner freien Entfaltung gehindert werde. Doch leider hat sich herausgestellt, dass der Mitmensch trotz aller Bemühungen um Erziehung, Emanzipation und Integration eben nicht immer hilfreich, edel und gut, sondern allzu oft eine arge Plage geblieben ist. Er ist weder rücksichtsvoller Zeitgenosse noch höflicher Gesprächspartner mit Witz und Manieren, sondern nicht selten ein Störenfried erster Ordnung. Schlimmer noch: In der unübersichtlichen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts lösen sich überkommene Traditionen, Regeln und Sitten auf, und mit den neuen Umgangsformen kann man so seine Schwierigkeiten haben. Reinhard Mohrs ebenso scharfsinnige wie (selbst)ironische Beobachtungen sind nicht nur eine witzige und unterhaltsame Sittenskizze, sondern auch ein kleines, böses Gesellschaftspanorama vom Zeitgeist 2010.

Man braucht kein Stadtneurotiker sein, um Mohrs Gedanken folgen zu können. In kurzen Texten lässt er ordentlich vom Stapel und zwar über Nachbarn, Mütter, Touristen und Arbeitskollegen. Rücksicht war gestern, Privatleben gehört ins Zugabteil und die Gespräche des Tischnachbarn im Restaurant sind oft skurril und nervig.

Liest sich alles wie schon einmal gelesen und auch dafür liefert Mohr die einleuchtende Erklärung: Über all die Themen, die er in seinem Buch abhandelt wurde bereits geschrieben, sei es Tucholsky, Wittgenstein oder Kant. Wer sich in den beschriebenen Situationen nicht selbst als „Gestörter“ oder „Störer“ wieder erkennt, der ist herzlich zu beglückwünschen.

Mittlerweile hasse ich es, in Büchern über Latte Macchiato lesen zu müssen. Bereits in Generation Golf wurde dieses Espresso-Milch-Mixgetränk ausreichend in Verbindung mit normalen und anscheinend weniger normalen Menschen beschrieben. Ob nun Lifestyle oder andere Vorlieben, irgendwann muss Schluss sein mit Latte Macciato in Büchern.

Was Neues erfährt man in Mohrs Werk nicht. Das Leben in der Großstadt ist mit vielen Phänomenen verbunden. Zuweilen hat man das Gefühl, der Autor schreibe eine Hasspredigt auf die Mitmenschen, doch dem ist nicht so. Auf sehr angenehmen Niveau schreibt Reinhard Mohr über sich und seine Mitmenschen und damit uns alle. Denn man muss ihm zu guter Letzt Recht geben. Störenfriede sind stets die anderen.


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Lyrik – Gewinnspiel – Gewonnen

Okt
02

Vor einiger Zeit hat der Verlag Torsten Low zum Buch „Geisterhafte Grotesken“ ein Gewinnspiel gemacht. Gesucht wurde ein Rätsel, das sich um die Wasserspeier rankt. Kurz entschlossen habe ich ein kleines Gedicht eingeschickt.

Die Entwicklung des Verlages und der Bücher behalte ich immer im Auge, denn ich kann mich noch daran erinnern, als im Forum www.verlorene-werke.de gemeinsam an dem Buch „Lichtbringer“ gearbeitet wurde. Seither verfolge ich Verlag und Neuerscheinungen.

Gewinn geisterhafte

Bereits letzten Samstag erhielt ich eine E-Mail, das meine Zeilen unter den Gewinnern sind und als diese Woche das Päckchen mit ankam war die Freude groß. Das Buch, ein Manuskript und ein kleiner Gargoyle befanden sich im Karton. Der Gargoyle hat bereits einen Platz im Bücherregal gefunden.


Das Rätsel

Teuflisch die Herkunft
meist göttlich mein Heim.


Von außen doch so oft erkannt,
innen auf Ewigkeit verbannt.


Näher dem Himmel, als Höllenschlund,
sinne nicht Rache, hab’ einen Grund.


Die Sonne stets mein Werk verhüllt,
mit Wasser wird mein Zweck erfüllt.


Mein Blick meist Stein,
wer mag ich sein?



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