Archiv Mai, 2011

Das wirklich wahre Leben

Mai
31

Das wirklich wahre Leben

Olli Dittrich

mit Anne Ameri-Siemens

 

Wer kennt nicht den „Spocht“, die Figur des „Dittsche“, die Doofen: Olli Dittrich hat die deutsche Comedy geprägt wie kaum ein anderer. Hier erzählt er in Gesprächen mit Anne Ameri-Siemens und in Geschichten, Szenen und Liedern, wie das „wirklich wahre Leben“ ist.

 

Ein wunderschönes Frage/Antwort-Spiel ist dieses Buch, in dem der Weg und das Leben von Olli Dittrich von ihm selbst erzählt wird. Mit geschickten und interessanten Fragen führt Anne Ameri-Siemens den Leser durch ein spannendes und kurzweiliges Interview mit dem Comedian. Ebenfalls sehr gelungen ist die Auswahl der Bilder und Dokumente, die die Erzählungen umso lebendiger machen.

Sehr nachdenklich stimmt einen die Schilderung Dittrichs über die weniger schöne Lebensphase, die er im Laufe seiner Karriere durchlebt hat. Ehrlich, aber nicht theatralisch, an keiner Stelle überzogen, dafür erstaunlich offen. Hier haben Autor und Mitautorin genau das richtige Maß gefunden. Sowas liest man selten. Hervorragende Arbeit.

Trotz des sehr ernsten Abschnittes kann man mit diesem Buch auch herrlich lachen. Wer kommt schon auf die Idee, eine Freundschaft mit einem umfangreichen Vertrag aus dem rechtsfreien Raum zu holen? Wer schafft so geniale Reime wie „Kroko – Willst Du Schoko? – Und ‘ne Mütze…“? Und wer kann schon von sich behaupten, im Vorprogramm von Bon Jovi gespielt zu haben?

Nicht zuletzt ist es die sehr angenehme und positive Art, in der Olli Dittrich über sich erzählt und das bis zur letzten Seite.

Fazit: Ein sehr unterhaltsames und schönes Buch und zwar nicht nur für Fans von Olli Dittrich. Kurzweilig und gern gelesen.

Ein herzliches Dankeschön geht an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar. Ein toller Lesespaß.

Piper Verlag – ISBN-13: 978-3-492-05261-0


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Twitterreime II

Mai
20

Seit Februar haben sich einige angesammelt, wird also Zeit auch diese im Blog festzuhalten, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

 

Bei Vor und Nach wird nicht gespielt

es wird nur um ein Teil gedealt.

Und wie’s so ist, in der Natur

gewinnt zu oft das alte Ur.


 

Nur des Wortes wegen,

muss der Sinn nicht sein.

Da, lies!

Las und ließ

Verstand dann sein,

des schönen Wortes wegen.


 

Es war einmal ein schönes Wort,

das nahm ein Satz schnell mit sich fort.

So war es nicht mehr ganz so schön,

dies lag nur an des Satzes Sinn.


 

Zwiebeln sind freches Gemüse

sie drücken auf die Tränendrüse

viel lieber ist einem da Kohl

der ist oft dick und selten hohl.


 

Der Frühling kam

der Winter ging

der gute Speck

noch auf den Rippchen hing.


 

Ein bisschen Wut

ein Quentchen Mut

es folgt die Tat

oft nur ein Wort

die Konsequenz

folgt auch sofort.


 

Arroganz läd Ignoranz

am 1. Mai zu einem Tanz

man wird sich recht gut amüsieren

und gegen alles demonstrieren.


Twitterreime


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Laugenweckle zum Frühstück

Mai
16


Elisabeth Kabatek

Alle sagen Line zu ihr, aber eigentlich heißt sie Pipeline. Pipeline Praetorius (31) lebt in Stuttgart. Sie ist Single. Und arbeitslos. Und sie hat es wirklich nicht leicht.
Zwischen Bewerbungsstress und Scherereien mit der Arbeitsagentur treten gleich zwei Männer in ihr chaotisches Leben: Leon, der nette Ingenieur aus Hamburg, leidenschaftlicher Stäffelesjogger und gar nicht intellektuell, und der aufregende amerikanische Fotograf Eric M. Hollister. Und so stolpert Line auf der Suche nach Mister Right zwischen beiden hin und her und von einer Katastrophe in die nächste.

Ja, und mit diesem Waschzettel wäre das Buch mit seinen 319 Seiten (inkl. der drei Rezepte, Liederliste und Danksagung) auch schon sehr schön zusammengefasst. Die Line ist das hässliche Entlein der Familie und besitzt das Katastrophen-Gen, hat eine übergewichtige Freundin, die natürlich Sozpäd ist, in Stuttgart gibt es selbstverständlich nur lästernde Nachbarn und die Stadt besteht aus einer Menge Stäffeles und in den Straßen fahren nur Daimler und Porsche und auf dem umliegenden Land wird Samstags immer Hefezopf und Käskuchen gebacken. Selbstverständlich ernähren sich alle von Laugenweckle und keiner kann Hochdeutsch (schliesslich können die hier Alles außer Hochdeutsch).
So reiht sich Klischee an Klischee. Auch hat Kabatek es tatsächlich geschafft alle schwäbischen Floskeln in diesen Buch unterzubringen. Selbst das gute „Sodele, jetztle!“ ist hier zu finden. Man kommt sich vor wie in einer guten amerikanischen Liebeskomödie.

Manche Absätze sind allerdings so gestellt lustig, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt:
„Mein Gott. Der Typ war ja völlig durchgeknallt. Das war nicht der zweite Frühling oder die Midlife-Crisis. Jemand musste ihm halluzinogene Pilze in die Kässpätzle getan haben. Das war sicher irreversibel.“
Und wenn einem sowas auf Seite 229 entgegen schlägt, dann weiss man, dass das Buch nicht mehr besser wird.

Einen Faible fürs Kotzen scheint die Autorin auf jeden Fall zu haben, denn zu jeder eigentlich wichtigen Gelegenheit muss sich irgend jemand in diesem Buch übergeben. Doch eins muss man Kabatek zugute halten: Sie schreibt sehr angenehm, leicht und flüssig.
Fakt ist, das alle beschriebenen Orte und Straßen im Stuttgarter Westen existieren, selbst das Rosenau gibt es noch und dort stehen die Tische tatsächlich so eng wie beschrieben. Nur das McGöckel gibt es selbstverständlich nicht, an der beschriebenen Stelle ist ein stinknormaler McDonalds.

Für Nicht-Stuttgarter und Nicht-Schwaben bestimmt eine unterhaltsame Lektüre. Alle Stuttgarter und Schwaben werden an vielen Stellen einfach nur müde lächeln. Wer einen angenehm flachen Humor mag, der wird an diesem Buch viel Spaß haben.

Fazit: Nett, aber absolut überzogen. Das Käsekuchenrezept werde ich wohl ausprobieren, das klingt ganz gut.


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Inspiration suchen und finden – Teil III

Mai
13

Es ist etwas auffällig, wenn man Interviews von Künstlern liest und mit Künstlern sind all diejenigen gemeint, die schreiben, dichten, komponieren, malen, zeichnen und entwerfen. Nicht selten wird diesen Personen,die Frage gestellt, wie sie auf oder zu den Ideen kommen, aus denen ihre Werke entstehen.

Eine Antwort hat mir besonders gut gefallen, sie lautete: „Am Anfang steht eine Frage.“

Ziemlich genial, sehr einfach und absolut einleuchtend. Die Frage, die sich mir dann förmlich aufgedrängt hatte, war, um welche Fragen handelt es sich, wenn es um Inspiration bei Autoren geht?

Kann man sicherlich einige aufführen, aber eine Art der Fragen ist besonders interessant und nützlich im Zusammenhang mit Inspiration und auch Ideensuche, nämlich die „Was wäre, wenn“-Fragen. Die haben es einfach in sich. Wenn man einige betrachtet, kann man sehr schön sehen, dass einem auch gleich Bücher, Geschichten, sogar Comcis und einfallen, die die Frage beantworten bzw. behandeln.


Einige Beispiele:

Was wäre, wenn jemand die Zeit anhalten könnte?

Was wäre, wenn Du unsterblich sein könntest?

Was wäre, wenn Du mit Tieren sprechen könntest?

Was wäre, wenn Du Dich unsichtbar machen könntest?

Was wäre, wenn Du eine Außerirdischen kennen würdest?

Gut, dass sind jetzt wirklich ganz einfache „Was wäre, wenn“-Fragen. Nehmen wir mal andere:

 

Was wäre, wenn…

…Du den Zeitpunkt deines Todes wüsstest?

…Du über das Schicksal vieler Menschen entscheiden könntest?

…Du die Gefühle, Dir nahe stehender Menschen manipulieren könntest?

…Du mit ungeborenen Menschen sprechen könntest?

…Du einfach so durchs Universum reisen könntest?

 

Und bereits diese Fragen lassen so viel Spielraum für die Phantasie, dass die Geschichten nur noch geschrieben werden müssen.

Man sollte sich viel häufiger „Was wäre, wenn“-Fragen stellen.

 

Inspiration suchen und finden – Teil I

Inspiration suchen und finden – Teil II

 


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Dackelblick [Hörbuch]

Mai
07

Dackelblick
Frauke Scheunemann

gelesen von Heikko Deutschmann.

Für Dackel Herkules ist sein Frauchen Carolin der tollste Mensch auf der Welt. Nur Thomas, Carolins Lebensgefährten, kann er nicht riechen, der der hat etwas gegen Hunde und behandelt Carolin schlecht. Mit einem Trick gelingt es Herkules, Thomas loszuwerden, aber leider weint Carolin seitdem den ganzen Tag. Herkules macht sich auf die Suche nach einem neuen Mann für sein Frauchen…

Ein Dackel versucht seinem Frauchen zu einer neuen Beziehung zu verhelfen. Nette Geschichte, aber nichts besonderes.

Ja, das ist wahrscheinlich die bisher kürzeste Rezension, die ich zu einem Buch, bzw. Hörbuch schreibe. Liegt wahrscheinlich daran, dass dieses (Hör-)Buch wirklich nur nett ist. Der Erzählung tut es noch nicht mal einen Abbruch, dass es sich hierbei um die „Gekürzte, autorisierte Lesefassung“ handelt. Denn viel mehr kann da gar nicht sein.

Frau trennt sich vom Mann, da betrogen, plötzlich viele neue Verehrer und Bekanntschaften, Irrungen, Wirrungen und Missverständnisse, am Ende ein Happyend.

Diesmal aus der Perspektive eines Dackels erzählt, das macht die Sache ein bisschen amüsanter.

Allerdings kann man sagen, dass Heikko Deutschmann wirklich verdammt gut liest. Es hat wirklich Spass gemacht zuzuhören.


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