Die erste Wahrheit

Die erste WahrheitDawn Cook

Alissa glaubt nicht an Magie. Und schon gar nicht glaubt sie die Geschichten ihres verstorbenen Vaters von jener sagenhaften Feste in den Bergen, in der angeblich Drachen und mächtige Zauberer leben. Die es Alissa eines Tages selbst an diesen düsteren Ort verschlägt.
Dawn Cook erzählt in diesem ersten, der mittlerweile vier Bücher, die Geschichte zweier Charaktere. Zum einen die von Alissa, zum anderen die von dem Barden Strell.

Als Leser steigt man direkt in die Handlung ein.  Alissa wird von ihrer Mutter unfreiwillig auf die Reise zur Feste losgeschickt. Sie will nicht, glaubt nicht an die Erzählungen des Vaters, der nach seiner letzten Reise nicht mehr zurück gekehrt ist. Doch beugt sie sich dem Willen der Mutter und zieht in die Berge, um vor Wintereinbruch dort zu sein.
Strell hingegen möchte nach sechs Jahren Wanderschaft und Reise zu seiner Familie ins Tiefland zurück kehren. Durch Zufall kommt er am Haus von Alissas Mutter vorbei und geht einen guten Handel ein, er tauscht teuren Stoff gegen eine Lederlandkarte aus dem Besitz der Frau. Doch nicht nur das. Die Frau erzählt ihm, dass seine Familie bereits vor einiger Zeit bei einer Naturkatastrophe umgekommen ist. Strell erklärt die anscheinend völlig vereinsamte Frau für verrückt und zieht Richtung Heimat weiter. Als in der nächsten Stadt ein Bekannter seiner Familie die Nachricht der Frau bestätigt, gibt es kein Halten mehr für ihn. Ohne lange nachzudenken, macht er sich auf den Rückweg zur Küste, von der er ursprünglich herkam. Sein Weg führt durch die Berge und nach einigen Tagen stößt er auf ein verlassenes Lager. So kreuzen sich die Wege von Alissa und Strell.

Dieses Buch erzählt eine wunderschöne Geschichte zweier junger Menschen, die durch Zufall aufeinander stoßen. Man hat zwar den Eindruck, dass sie nichts gemeinsam haben, doch verbindet sie beide die Tatsache viel verloren zu haben.
Dawn Cook beschreibt nicht Seiten lang die Landschaften, die Sitten und Gebräuche und die Welt an sich. Sie schafft es aber trotzdem all dies in die Handlung einzubauen, sodass man als Leser immer mehr in diese Welt und deren Sitten eintauchen kann.
Manchmal hat es den Eindruck, als erzähle sie mit diesem Buch nur eine belanglose Geschichte, doch hier sollte man sich nicht täuschen lassen. So haben kleine Begebenheiten interessante Auswirkungen auf den Fortgang der Geschichte. Man sollte sorgfältig lesen.
Was allerdings etwas erstaunlich ist, dass man am Schluss gar nicht mehr so richtig weiß, wer der Haupt-Protagonist in diesem Buch ist. Die beiden Charaktere sind sich ebenbürtig. Sehr schön gemacht. Sehr gelungen ist ebenfalls das Ende. Zwar ist die Erzählung abgeschlossen, aber man möchte doch wissen, wie es weitergeht.

Eigne Meinung
Dawn Cook kann wirklich sehr schön erzählen. Teilweise verliert sie sich ein bisschen im Fantasy-Alltag, doch langweilig wird es nicht. Was sie definitiv nicht kann, ist Schlachten und Kämpfe beschreiben, was eigentlich sehr seltsam ist, da sie Gefühle sehr gut beschreibt, sodass man an ein bis zwei Stellen durchaus mit Tränchen kämpfen muss. Das schafft sie allerdings nicht an anderen Stellen, wenn es um Überwindung, Angst, Kampfrausch etc. geht. Seltsam! Wer darüber hinweg lesen kann, dem wird dieses Buch sehr gefallen.
Sehr gerne gelesen und mit Sicherheit finden die anderen drei Teile auch ihren Weg in mein Regal.

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