Weihnachten auf der Lindwurmfeste

Walter Moers

Hildegunst von Mythenmetz, der berühmteste Schriftsteller Zamoniens, erzählt von einem kuriosen Ritual namens „Hamoulimepp“, das in seiner Heimat, der legendären Lindwurmfeste, alljährlich abgehalten wird. Die Ähnlichkeiten dieses Ereignisses zu unserem Weihnachtsfest sind verblüffend. Mythenmetz berichtet von Rostigen Gnomen und Hamoulimeppwurmzwergen, von schwer verdaulichem Essen, Feuerlosem Feuerwerk und vielem mehr.


Wieder einmal schreibt Hildegunst von Mythenmetz an seinen Freund Hachmed. Diesmal berichtet er von einer uralten Tradition, dem Hamoulimepp, einem Fest, das über drei Tage gefeiert wird. Während der Feierlichkeiten bringt das Hamouli Geschenke, es werden Hamoulibäume in die Wohnungen gestellt, Kinder basteln Schmuck, es wird gesungen und übermäßig viel gegessen. Das alles ist dem berühmtesten Schriftsteller Zamoniens ein Graus. Er schildert traumatisierende Kindheitserinnerungen (Der Erkenntnis, dass es das Hamouli gar nicht gibt!), beschreibt seltsame Bräuche, das merkwürdige Verhalten erwachsener Lindwürmer zu jener Zeit und die vielen Ungereimtheiten, die das Fest mit sich bringt.

Mit unglaublicher Wortgewandtheit und seinem unverwechselbaren Humor nimmt Walter Moers in diesem Buch die Sitten und Gebräuche um unser Weihnachtsfest ordentlich auf die Schippe. Seien es die Verkleidungen als Nikolaus oder Christkind, die vielen Krippenaufführungen und Adventsfeiern oder der Glaube daran, dass das Christkind und Weihnachtsmann die Geschenke bringen. All diese Dinge passieren ebenfalls auf der Lindwurmfeste und sind dort genauso widersprüchlich wie bei uns eben auch.

Die Erzählung ist gute 70 Seiten lang, zudem wunderschön von Lydia Rode und Walter Moers illustriert. Der Buntdruck lädt förmlich zum gemeinsamen Lesen mit Kindern ein. Dennoch sollte erwähnt sein, dass einige Abschnitte elegant formuliert sind, so dass man hier und da Begriffe erklären muss. Ein Kind in der ersten Klasse kann den Berichten aber gut folgen und versteht auch viele der kleinen Witzeleien sehr gut.



Außerdem enthält das Buch eine Leseprobe zum „Der Bücherdrache“ auf den letzten Seiten. Lohnt sich reinzuschauen.

Fazit: Ein sehr schönes Buch für die Weihnachtszeit, besonders geeignet zum Vorlesen, als Geschenk und natürlich für alle großen Walter Moers und Hildegunst von Mythemetz Fans.


Eigene Meinung

Dieses Buch erhielt ich ganz überraschend als Weihnachtsgeschenk und war hoch erfreut. Auch wenn die Erzählung nur kurz ist, so gab es auch in diesem Buch Stellen, an denen ich herzlich lachen musste. Mehr Kompliment an einen Autor geht wirklich nicht.

Gemeinsam mit dem Sohn habe ich auch die tollen Illustrationen bewundert, die der Erzählung vorangestellt sind und am Ende den Bericht mit bunten Zeichnungen ergänzen. Wir hatten unseren Spaß und werden auch kommendes Jahr zur Adventszeit wieder zu dem Buch greifen.

Fazit: Ein sehr schönes Geschenk für alle, die Wortwitz und Zamonien mögen, außerdem alte Traditionen und Sitten auch mal von ihrer komischen Seite betrachten können.

„…Auf der Lindwurmfeste zwei identische Türen zu entdecken, wäre so wie in einer Buchhandlung zwei Bücher mit identischem Text zu finden, die von verschiedenen Autoren stammen…“

„…Und daher klingt sämtliche Lindwurmmusik bestenfalls wie Schlafliedgut für Kleinkinder. Sie wäre vielleicht auch als Begleitmusik geeignet, um in eine Schlacht zu ziehen, von der man von vornherein weiß, dass sie rettungslos verloren ist…“


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert