Die Känguru-Offenbarung

Die Känguru-Offenbarung
Marc-Uwe Kling

Das Känguru und der Kleinkünstler verfolgen den mysteriösen Pinguin um die halbe Welt. Wir es ihnen gelingen, den bösartig-bourgeoisen Weltverschlechterungsplan des falschen Vogels zu durchkreuzen?

Das Känguru taucht aus dem Untergrund wieder auf und gemeinsam mit Marc-Uwe macht es sich auf, die Pläne des Pinguins zu stoppen. Doch wo soll man anfangen den verschwundenen Nachbarn zu suchen? Mit einem Passfoto bewaffnet, das sie bei einer Party klauen, machen sich das Beuteltier und der Kleinkünstler auf den Weg und landen auf Verlagskosten in Amerika.
Im dritten Teil zieht Kling nicht nur den gesellschaftlichen Wahnsinn durch den Kakao, sondern auch die Unterhaltungsindustrie. Aus der Wanderhure wird die Wunderhure, Rammstein, Backstreetboys, Badman, Herr der Ringe, Alien und viele andere kriegen ordentlich ihr Fett weg. Und was tatsächlich hinter den Plänen des Pinguins steckt, wird für die beiden Verfolger zu einem großen Abenteuer. Welch ein Glück, dass es heute für so ziemlich alles eine App gibt und an jeder Ecke ein Nanu Nana, Nordsee und eine geschlossene Schleckerfiliale zu finden sind.
Trotzdem verlangt Kling in diesem Teil seinen Lesern und Zuhörern einiges ab. Viele Passagen sind in Englisch. Obwohl es sich nie um komplizierte Texte handelt, ist es ihm gelungen genügend Witz in die Situationen zu bringen, sodass es immer verständlich bleibt. Nichtsdestotrotz auch das dritte Hörbuch ist unterhaltsam und kurzweilig, wenn auch nicht ganz so grandios wie die ersten beiden. Es ist auch diesmal hervorragend gelesen und damit ein Hörvergnügen.

Eigene Meinung
Wie schon erwähnt, die ersten beiden Bücher waren tatsächlich um einiges besser, was nicht heißen soll, das das dritte schlecht ist. Die Messlatte hatte Kling mit dem ersten Buch bereits unheimlich hoch gesetzt. Trotzdem sind auch in diesem Teil viele interessante Ideen von Marc-Uwe Kling sehr schön verarbeitet worden. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Politik gar nicht so im Vordergrund steht, sondern viel mehr die Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft humoristisch hinterfragt wird. Vielleicht ist das auch der Grund, warum dieser Teil als „schwächer“ angesehen wird, er kann zu nahe an der Realität sein. Wer bekommt denn gerne den Spiegel so sehr vor die Nase gehalten? Man muss auch wesentlich aufmerksamer hinhören, um tatsächlich jeden Witz mitzubekommen.
Etwas misslungen ist aus meiner Sicht der Anhang. Den hätte Kling sich wirklich sparen können, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Die Känguru-Fans kommen in jeder Hinsicht auf ihre Kosten. Schöner Abschluss der Trilogie. Man kann gespannt sein, was Marc-Uwe Kling als nächstes Projekt angehen wird.

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