Heiße Hüpfer

Terry Pratchett

Irgendwo am Ende der Scheibenwelt liegt ein Kontinent, der nur als missratene Schöpfung bezeichnet werden kann. Es gibt dort vor allem Unmengen von rotem Sand, irrsinnig viel starkes Bier und ausschließlich gefährliche Tiere. Und während der linkische Zauberer Rincewind auf seiner Reise dorthin das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinanderbringt, verschlägt es seine Kollegen von der Unsichtbaren Universität auf eine riesige einsame Insel zu Beginn der Schöpfung…

 

Der Bibliothekar wird krank und zwar sehr. Das ist für alle Angehörigen der Unsichtbaren Universität eine mittelgroße Katastrophe, denn in der großen Bibliothek gibt es Bücher, Regale und Dimensionen, die nur der Bibliothekar kennt. Es gibt sogar Bücher, die sich nur von ihm anfassen lassen. Und was wäre eine Universität ohne Bücher? Der einzige, der jetzt noch helfen kann, ist Rincewind, als stellvertretender Bibliothekar. Allerdings ist der verschollen. Also machen sich der Erzkanzler und die nächsthöheren Professoren sowie Stibbons und der Quästor auf den Weg durch Zeit und Raum, um ihn zu finden. Dass die Haushälterin Allesweiß mit von der Partie ist, hat einen eher alltäglichen Grund. Während die Professoren auf einer einsamen Insel stranden, versucht Rincewind auf einem sehr heißen und trockenem Kontinent zu überleben, von dem das Wasser allmählich verschwindet.

 

In diesem Roman nimmt sich Pratchett Australien, Zeitreisen, Evolution und Abenteuerfilme bzw. Western vor. Das ist nicht nur eine bunte Mischung, sondern auch verwirrend. Während die Belegschaft der Unsichtbaren Universität auf den Gott der Evolution trifft und feststellen muss, dass sie sowohl durch Raum als auch Zeit gereist ist und sich irgendwo in der fernen Vergangenheit befindet, kämpft Rincewind mit Tieren, Bier und anderen Gepflogenheiten des „australischen“ Kontinents, der auf der Scheibenwelt natürlich anders heißt. Diese beiden Geschichten werden bis auf das Finale fast vollkommen unabhängig voneinander erzählt und man fragt sich als Leser des Öfteren, was das alles soll.

Sicherlich, auch dieser Roman enthält den bekannten Humor und Wortwitz des Autors, aber die Geschichte ist eher mittelmäßig und dies gilt auch für die Unterhaltung. Zudem sollte man vor „Heiße Hüpfer“ unbedingt „Die Farben der Magie“ und „Das Licht der Phantasie“ gelesen haben, sonst versteht man nicht, was es mit Rincewind, seinem Benehmen und seinem Hut auf sich hat.

 

Eigene Meinung

Das ist wirklich einer der schwächeren Romane von Pratchett. Zwar ist die Expedition des Erzkanzlers mit Dekan, Quästor, Stibbons und dem Obersten Hirten etc. sehr amüsant, aber dieser Part ist wirklich bereits etwas für eingefleischte Pratchett-Kenner, denn man muss wissen, dass der Erzkanzler ein passionierter Jäger ist, Stibbons den ersten Computer der Unsichtbaren Universität betreut und der Bibliothekar eine ganze Vorgeschichte hat, sonst versteht man wirklich wenig und die Witze bzw. die Handlung, besonders am Schluss, nicht.

Überhaupt nicht gefallen, hat mir der Handlungsstrang um Rincewind. Hier verstehe ich nicht, was das soll und warum er da irgendwie durch diesen Kontinent reist. Vielleicht muss man aber auch erst einmal in Australien gewesen sein, um die Witze zu verstehen. Ich fand es ausgesprochen langweilig.

 

Fazit: Nur etwas für wirkliche Scheibenwelt-Fans!

 

„…Alle Stammesmythen sind wahr, wobei die Bedeutung des Wortes ‚wahr‘ gewissen Schwankungen unterliegt…“

 

 „…Aber schon gewöhnliche Bücher sind gefährlich, und nicht nur jene mit Titeln wie ‚Plastiksprengstoff professionell hergestellt‘…“

 

„…Intelligenz ist wie Beine: zu viel davon, und man gerät ins Stolpern…“

 

„…Dunkelheit war einfach Dunkelheit, aber im Schatten konnte sich alles verbergen…“

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